Seelischer Missbrauch durch Mutter

Habt Ihr Erfahrungen mit oder Fragen zu der Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS)? Dann könnt Ihr Euch hier in diesem Unterforum als Angehöriger, Betroffener oder Interessierter über Borderline (bzw. emotional-instabile Persönlichkeitsstörung) austauschen.

Seelischer Missbrauch durch Mutter

Beitragvon WerBinIch » Mi. 02.09.2015, 19:25

Vielleicht ist der Titel zu drastisch ausgedrückt, ich weiß es nicht..ob man dazu "Seelischer Missbrauch" sagen kann. Aber ich empfinde das Verhalten meiner Mutter so und nachdem mir heute was seltsames passiert ist (siehe mein letztes Thema von heute Mittag) habe ich mehr darüber nachdenken müssen.
Meine Mutter ist ein sehr großes Thema in meinem Leben. Leider meist im negativen. Ich bin ständig versucht mit ihr eine gute Beziehung aufzubauen, aber das funktioniert nur auf einer großen Distanz...auf räumlicher und emotionaler Distanz, sonst ist es für mich nicht möglich mit ihr Zeit zu verbringen.
Um zu meinen Erfahrungen mit ihr zu kommen, gliedere ich verschiedene Situationen mit ihr in Unterpunkte (Erfahrungen von der Kindheit bis hin zu Erfahrungen vor ein paar Tagen/Wochen). Alle hängen in dem Kontext zusammen, dass sie es nicht erträgt mich als Mensch zu sehen, der wie jeder andere Mensch auch Sorgen hat (nur, dass meine Probleme in der Realität durch ihr Verhalten u.a Faktoren viel gravierender sind) :

1.) Als Kind war ich ziemlich frech... ich habe viel geschrien, meine Mutter bezeichnete mich meistens als jähzornig. Nicht selten hat sie mich beschimpft, dauernd hat sie mich angeschrien, mir Angst gemacht mit Sätzen, wie: "du wirst noch wie XY, genau so schrecklich wie sie!" , hat mich brutal durch die Wohnung gezerrt usw.
2.) Zur Geburt meiner viel jüngeren Schwester geriet ich in eine ganz andere Rolle...in eine durchaus problematische. Ich wurde zur Babysitterin. Zur Ersatzmama. Habe sehr viel auf sie aufgepasst, in Zeiten, wo ich gerne Kind gewesen wäre, in denen ich gerne meine Pubertät normal durchlebt hätte. Meine Mutter kam mit meiner Schwester nie zurecht, hat auch sie immer wieder körperlich brutal behandelt, schreit sie ständig an. Bis heute. Oft musste ich dazwischen gehen, weil meine Angst vor ihrer Aggressionen im Laufe der Jahre immer größer wurde.
3.) Als ich mit 13 an schweren Depressionen erkrankte aufgrund noch vieler weiterer Probleme zuhause und aufgrund Mobbings in der Schule, hat sie mich nie untersützt. Sie hat mich immer fertig gemacht...wenn es mir schlecht ging, sagte sie immer "Andre Kinder verhungern", "in dem Alter kann man noch gar keine Depressionen haben", "du hast doch alles was du brauchst" und viel schlimmer...es kamen Vorwürfe...Vorwürfe, dass ich jetzt nicht mehr die Babysitterin für meine Schwester sein kann, weil ich mich "verhalte, wie eine Verrückte, die in die Klappsmühle gehört" und gleichzeitig "du hast doch nichts!!".
4.) Mit 15 und mit 18 Jahren hatte ich zwei ganz schlimme Phasen mit meiner Essstörung. Diese ist präsent - bis heute - seit ich 14 Jahre alt bin. In diesen Phasen war es aber schon so schlimm, dass mich LehrerInnen, FreundInnen darauf ansprachen und ich die körperlichen Folgen schon deutlich zu spüren und auch zu sehen bekam. In der Zeit lebte ich noch zuhause und meine Eltern müssten eigentlich auch gesehen haben wie es um mich steht. Gesgat haben sie nie etwas. Viel schlimmer war, dass meine Mutter mir folgende Sätze in's Gesicht sagte, während ich, , selbst schon ein Klappergestell , da stand:
"Ma...heute habe ich auf der Straße eine Frau gesehen, so dünn. Das macht mich so traurig. Ich hätte sie am liebsten in den Arm genommen und sie getröstet." . Während ich mir etwas zu essen machte : "Was, so viel willst du essen?"
5.) VOr zwei Jahren habe ich eine Histaminintoleranz diagnosiziert bekommen. Musste drastisch auf Schokolade, Erdbeeren, Käse, uvm. verzichten da die Symptome sehr ausgeprägt waren. Wenn meine Mama dann neben mir stand und mal eine Schokolade aß und ich spaßhalber sagte : "mhhh, iss ein Stück für mich mit!" ....sagte sie daraufhin ganz gehäßig "Tja, selber Schuld!" .
6.) Wenn ich krank war (sprich : Angina, Fieber, Kehlkopfentzündung, o.ä, was mich alle 1-2 Jahre erwischt) und Bettruhe wahren musste...kam meine Mutter jedes Mal von der Apotheke heim, schmiss mir die Medikamente hin und sagte dazu genervt : "Boa, du kostest mir Geld!".
7.) Spreche ich mit ihr über meine kleine Schwester, die jetzt 12 Jahre alt ist und sich immer wieder beschwert, dass sie so viel alleine wäre (obwohl wir wirklich - meiner Meinung nach schon zu extrem - darauf schauen, dass sie aufgrund des Berufs meiner Eltern nicht zu viel allein sein muss indem entweder wir uns absprechen oder Freundinnen, Tanten, Omas zur Verfügung stehen) ...und ich dann sage, dass ich doch auch mit 12 viel allein war. Sogar oft über Nacht mit der kleinen alleine (da war sie gerade einmal 3 bzw. 4 Jahre alt!)....dann meint meine Mutter: " Du warst ja nicht alleine! Hattest ja sie!" . :evil: Ist das ein Scherz? Ich hatte Sie? Ich habe auf das kleine Ding aufpassen müssen, das war eine Verantwortung, das war eine riesige Verantwortung für mich. Hat etwa meine kleine Schwester mit 3 Jahren auf MICH aufgepasst??

Versteht ihr was ich meine? Es sind nur ein paar wenige Eindrücke...vieles verdränge ich oder erinnere mich nicht mehr... :cry:
Es ist mir durch all' das einfach kaum möglich mit ihr eine normale Mutter-Tochter-Beziehung zu führen. Sie war NIE für mich da, wenn ich sie wirklich brauchte.
WerBinIch
 

Re: Seelischer Missbrauch durch Mutter

Beitragvon Seelenflüsterer » Mi. 02.09.2015, 19:35

Dann haben wir ja die Urheberin schon gefunden! :wink:
Vielleicht hat sie übrigens auch Bl. Ihr abwertendes Verhalten Dir gegenüber würde schon mal passen, aber das allein reicht natürlich noch nicht, um das sicher sagen zu können.

Jedenfalls stell ich mir Deine Kindheit nicht schön vor!
Seelenflüsterer
 

Re: Seelischer Missbrauch durch Mutter

Beitragvon Fee23 » Do. 03.09.2015, 15:36

Also deine Situation passt wie als hätten wir die gleiche Mutter.... Erst gestern hat sie mir gezeigt wie sehr sie mich hasst.... Jedesmal danach geht es mir super miess! Ich wohne schon nicht mehr da und sehen tuhen wir uns alle 2-3 Wochen aber selbst dann bekommt man keine lieben Worte nur ein drüber. Ich denke das ich den Kontakt abbrechen werde auch wenn es schade um mein Halbbruder wäre aber dies ertrage ich nicht mehr. Vielleicht wäre das auch ein weg für dich
Fee23
 

Re: Seelischer Missbrauch durch Mutter

Beitragvon senta » Do. 03.09.2015, 21:11

Mütter halt :(

sorry, aber ich glaube da kann man auf nicht so vie hoffen
senta
 

Re: Seelischer Missbrauch durch Mutter

Beitragvon WerBinIch » Do. 03.09.2015, 21:32

senta hat geschrieben:Mütter halt :(

sorry, aber ich glaube da kann man auf nicht so vie hoffen


Mütter halt? Ne... wie viele Freundinnen erzählen mir doch so oft von so tollen Momenten mit ihren Müttern....darum kann ich sie immer nur beneiden...und weinen dass ich sowas nie erleben werde.
WerBinIch
 

Re: Seelischer Missbrauch durch Mutter

Beitragvon EwigeMutter » Do. 03.09.2015, 22:25

Es gibt auch "gute" Mütter.....
genauso wie es
"schlechte" Töchter gibt...
man kann da doch nicht pauschal sagen, dass alle Mütter sich so unmöglich verhalten
und immer nur alles falsch machen.

Was das Verhalten Deiner Mutter im Speziellen angeht, liebe WerBinIch, so kann man das nicht verstehen oder gar entschuldigen.
Sie muss entweder selbst so große Probleme haben, dass sie nicht in der Lage ist, Liebe und Verständnis zu zeigen oder sie hat einfach schlimme Charakterfehler.
Es tut mir leid, dass Du so leiden musst(est).
Am besten wäre es wohl, Du hältst so viel Distanz wie möglich und versuchst Dein Leben ohne sie zu gestalten.
Ich weiß aus eigener leidvoller Erfahrung, dass man als Mutter auch viele Fehler macht,-
sei es , weil man überfordert ist, sei es , weil man sich von seinen Kindern zu viel erhofft hat und Kinder nun mal nicht so werden,wie man sich das wünscht, sondern ganz eigene und oftmals (für die Eltern) unverständliche Wege gehen.
Keine Mutter freut sich,wenn ihr Kind viele Probleme hat oder chronisch krank ist.....aber auch damit muss man zurechtkommen und als liebende und fürsorgliche Behüterin mit dem Kind durch dick und dünn gehen.Das bleibt leider nicht immer ohne Konflikte....aber so schlimm,wie Du das hier schilderst, sollte es keinesfalls ausarten.
Einen Rat kann ich Dir nicht geben, ich habe selbst große Konflikte mit meinen Kindern ausgetragen, gerade noch vor kurzem gab es wieder einen Riesenstreit hier.
Auch ich flüchte dann und lasse den Kindern erstmal Luft und Zeit, sich zu beruhigen.
Meine Tochter hat ein sehr aufbrausendes Temperament, mit welchem ich überhaupt nicht klarkomme.
Familienstreitigkeiten sind mit Sicherheit keine Seltenheit....aber man muss erwarten können, dass man sich für falsches Verhalten oder böse Worte entschuldigt.Das gilt auch für Mütter. Die tun sich damit aber sehr schwer....ich selbst brauche auch manchmal etwas länger zur Einsicht.
Man kann von Müttern nicht erwarten,dass sie "perfekt" sind....aber sie sollten liebevoll und tolerant sein und ihren Kindern genug "Luft zum Atmen" lassen.
Ich hoffe, Du kommst über diese große Enttäuschung und diesen Mangel an Liebe irgendwann hinweg!
EwigeMutter
 

Re: Seelischer Missbrauch durch Mutter

Beitragvon slot108 » So. 11.10.2015, 11:52

DejaVu?

hab ich jetz schon einige Male geschrieben.
bin echt verdutzt wie viele ähnliche Probleme haben.

liest sich wie meine Mutter.
kann mich kaum an meine Kindheit erinnern, hab irre viel eingesteckt und hab deswegen immer noch massive Probleme. und meine Tochter, wegen ihr auch ...
aus irgendeinem traumatischen Grund hat auch deine Mutter wohl nen blinden Fleck und nutzt dich, um sich an dir aufzwerten. lass das nicht zu! vertraue dir und deinen Gefühlen!
Jeder Mensch ist es wert von seinen Eltern Liebe gezeigt zu bekommen und das ist deren verdammte Pflicht!
leider können das viele Eltern aber nicht.
den Job müssen wir dann selber machen.
slot108
 

Re: Seelischer Missbrauch durch Mutter

Beitragvon kayako » Do. 05.11.2015, 20:21

Ohje.

Ich drück dich einmal!

Ich habe eine ähnlich "tolle" Mutter und kann dir sagen: JA, seelischen Missbrauch gibt es und JA in deinem Fall ist es das auch. Sogar Kindeswohlgefährdung - sowohl dein Wohl, als auch das deiner Schwester.

Offensichtlich ist eine "normale" Mutter-Tochter-Beziehung gar nicht möglich, da keine gemeinsame Basis und irgendwie (so lese ich das heraus) gar kein richtiges Interesse von deiner Mutter für dich besteht.

Geht es dir auch so, dass du eher das Gefühl hast, das andere Personen für dich mehr wie eine Mutter sind, als deine genetisch bedingte Mutter?

Wie möchtest du, dass es für dich bezüglich deiner Mutter weiter geht? Ich kenn das von mir: auf der einen Seite hasse ich sie, auf der anderen Seite fühle ich tiefes Mitleid für sie und auf der wiederum anderen Seite möchte ich einfach nur gern eine Mutter haben. Irgendwie muss ich aber einsehen, dass das nie werden wird, weil sie NULL Verständnis für mich hat und das auch nie haben wird. Ich knauble da zurzeit sehr daran, dass i-wie zu verarbeiten.
Wie willst du, wie das bei dir weiter geht? Ziel Verarbeitung oder doch Beziehungsaufbau oder etwas ganz anderes?

Du musst auch nicht auf meine Fragen antworten, wenn du nicht möchtest. Tut mir leid, wenn ich da zu direkt werde.
kayako
 

Re: Seelischer Missbrauch durch Mutter

Beitragvon WerBinIch » Sa. 07.11.2015, 14:31

kayako hat geschrieben:Ohje.

Ich drück dich einmal!

Ich habe eine ähnlich "tolle" Mutter und kann dir sagen: JA, seelischen Missbrauch gibt es und JA in deinem Fall ist es das auch. Sogar Kindeswohlgefährdung - sowohl dein Wohl, als auch das deiner Schwester.

Offensichtlich ist eine "normale" Mutter-Tochter-Beziehung gar nicht möglich, da keine gemeinsame Basis und irgendwie (so lese ich das heraus) gar kein richtiges Interesse von deiner Mutter für dich besteht.

Geht es dir auch so, dass du eher das Gefühl hast, das andere Personen für dich mehr wie eine Mutter sind, als deine genetisch bedingte Mutter?

Wie möchtest du, dass es für dich bezüglich deiner Mutter weiter geht? Ich kenn das von mir: auf der einen Seite hasse ich sie, auf der anderen Seite fühle ich tiefes Mitleid für sie und auf der wiederum anderen Seite möchte ich einfach nur gern eine Mutter haben. Irgendwie muss ich aber einsehen, dass das nie werden wird, weil sie NULL Verständnis für mich hat und das auch nie haben wird. Ich knauble da zurzeit sehr daran, dass i-wie zu verarbeiten.
Wie willst du, wie das bei dir weiter geht? Ziel Verarbeitung oder doch Beziehungsaufbau oder etwas ganz anderes?

Du musst auch nicht auf meine Fragen antworten, wenn du nicht möchtest. Tut mir leid, wenn ich da zu direkt werde.

Danke für deine Reaktion auf meinen Beitrag, war interessant es zu lesen und möchte gerne auf all deine Fragen antworten.
Mir geht es ganz genau so, dass ich in anderen Menschen sozusagen einen Ersatz gefunden habe, nur dass es eben nicht meine genetische Mutter ist und ich sowas einfach nie erleben werde...und dass ich dennoch niemals eine Mutter, auch keinen "Ersatz" (eine Mutter lässt sich nicht ersetzen!) , haben werde, die mich einfach mal liebevoll in den Arm nimmt und meine Schwächen genau so akzeptiert wie auch meine Stärken.
Ich möchte einen gewissen Abstand zu ihr, den wahre ich momentan auch so gut es geht. Aber es wird teilweise immer schwieriger, weil ich eben auch ein großes Mitleid mit ihr empfinde und das macht es, wie du bestimmt weißt, nicht leichter auf Abstand zu gehen ohne dabei ein schlechtes Gewissen zu haben.
Zum Teil schaffe ich es mit ihr auf einer akzeptablen Ebene zu reden und zu interagieren. Aber meistens bin ich einfach in einer Funktion, die ich nicht möchte,...befinde mich bei ihr in keiner Tochter Situation. Da ich aufgrund eines Umzuges im nächsten Monat leider bei meinen Eltern vorübergehend wohnen muss für einen MOnat, bin ich etwas ratlos wie ich mit dieser Umstellung psychisch umgehen soll. AUch wenn es zeitlich begrenzt ist, ist es jedes Mal auf's Neue belastend.
Wie würdest du die Fragen für dich beantworten, stellte ich sie dir?
WerBinIch
 

Re: Seelischer Missbrauch durch Mutter

Beitragvon kayako » So. 08.11.2015, 00:12

Oh, das klingt aber gar nicht gut - zu den Eltern ziehen. Bei mir wäre das nicht möglich. Dann würde ich lieber nicht Umziehen oder sonst was tun um dem aus dem Weg zu gehen. Bei mir ist es nur noch meine Mutter(Eltern geschieden) Mein Vater hat paranoide Schizophrenie. Bei dem kann ich nicht einfach mal so einziehen.

Zu deinen Fragen:
Auf einige Fragen hatte ich in meinem vorherherigen Post schon geantwortet.
Das einzige relativ unbeantwortete wäre, wie ich möchte, wie es weiter geht bei mir und meiner Mutter.

Das ist irgendwie ziemlich kompliziert. Auf der einen Seite hasse ich diese Frau. Ich will sie gar nicht als Mutter bezeichnen. Ich habe keinen Kontakt mehr zu ihr, Handynr. gelöscht etc. Auch so habe ich nach den letzten Ereignissen (es ging hin bis zu Morddrohungen gegen mich) den Kontakt zu meiner "Familie" abgebrochen. Meine "Familie" ist für mich nur noch eine genetisch begründete Ansammlung von Menschen. Zurück zur Mutter: da meine Schwester im Heim ist habe ich indirekt über sie doch noch Kontakt zu meiner Mutter. Als Schwesterherz letztens bei mir war brauchte sie Hustentropfen, die leer geworden waren. Sie meinte, dass Mutter wohl noch welche zu Hause hat (waren vom Arzt verschrieben) also hab ich die Frau angerufen. Beim ersten Mal hat es so lang geklingelt bis ich aus der Leitung geflogen bin. Beim zweiten Mal hat sie mich weggedrückt. Beim dritten Mal hat sie wohl das Telefon rausgezogen, denn da hat es gar nicht mehr geklingelt. Als wir sie dann doch über das Handy meiner Schwester erreicht hatten kam sie vorbei. Meine Schwester meinte, dass Mutter wohl nach einem Gespräch mit der Frau vom Jugendamt meinte, dass sie versuchen will wieder ordentlichen Umgang mit mir zu haben (vorher kamen nur noch Beleidigungen und frag nicht was). Also dachte ich, ich geh auf die Frau Mutter zu und lad sie zum Kaffeetrinken ein - wir hatten sowieso Kuchen gebacken. Wurde abgelehnt. Als sie vor die TÜr stand hat sie mich nur angemotzt, mir die Medizin für meine Schwester zugeschmissen und ist mit einer "Ich hasse dich"-Stimmung wieder abgedampft. Also habe ich wieder einen Schlussstrich gezogen und DAS ist mein Problem. Irgendwo habe ich mal einen Spruch gelesen: "Einen Schlussstrich zieht man nicht mit Bleistift" oder so hieß der. Ich mach das aber leider. Ich ziehe einen Schlussstrich, weil ich Mutter hasse. Ich radiere ihn wieder weg, weil ich Mitleid mit ihr habe. Ich ziehe ihn wieder, weil Mutter mich wieder verletzt hat. Ich radiere ihn wieder weg .... usw.

Ich würde mir wirklich wünschen endlich einen Cut machen zu können. Insgeheim hoffe ich immer noch, dass ich adoptiert bin oder so. Ich will nichts mehr mit dieser Familie (außer meiner Schwester) zu tun haben.

Zu dem, ob eine Person eine Mutter ersetzen kann: ich bin auch der Meinung, dass eine RICHTIGE Mutter nicht ersetzt werden kann. Aber dennoch habe ich oft das Gefühl, dass andere Menschen für mich einer richtigen Mutter für mich näher kommen als dieses Ding, was mich aus sich raus gepresst hat.

Tut mir leid, ich schreibe irgendwie immer Romane :(
kayako
 

Re: Seelischer Missbrauch durch Mutter

Beitragvon FedernImFell » So. 08.11.2015, 13:20

Mit so einer Mutter bist du nicht allein. Witzigerweise stimmen auch die altersangaben, nur habe ich keine kleinen Geschwister..
FedernImFell
 

Re: Seelischer Missbrauch durch Mutter

Beitragvon hiddengirl » Sa. 23.04.2016, 14:22

Ich finde, das geht ganz offensichtlich unter seelischen(=emotionalen) Missbrauch!
Und wer sagt, 'Mütter halt', ist ein bisschen sehr pessimistisch... Nicht alle Mütter sind so.
Hier:
Emotionaler Missbrauch

3. bezeichneten mich Personen aus meiner Fa
milie als “dumm”, “faul” oder “hässlich”.
8. glaubte ich, dass meine Eltern
wünschten, ich wäre nie geboren.
14. sagten Personen aus meiner Familie ve
rletzende oder beleidigende Dinge zu mir.
18. hatte ich das Gefühl, es hasste mich jemand in meiner Familie.
25. Ich glaube, ich bin emotional (gefühlsmäß
ig) missbraucht worden, als ich aufwuchs.
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Re: Seelischer Missbrauch durch Mutter

Beitragvon Amylee » Sa. 17.09.2016, 11:17

Hallo wer bin ich.....das einzigste was Du machen kannst ist den Konntakt für immer abrechen....so hab ich es gemacht.....Deine Mutter wird sich nie ändern....musste ich auch lernen und akzeptieren.....ich habe sogar mit meiner ganzen Familie dicht gemacht....weil es nicht anders geht...
Es gibt Psychologen und Betreuer die Dir dabei helfen können....auch den Abstand zu halten....es gibt auch therapeutische Einrichtungen...wo Du auch im Geschütztem Rahmen bist und vor allem lernst Du andere Leute Ddie Dich verstehen.....und Du Dich nicht alleine fühlst....das ist das einzigste was ich jetzt so Dir raten kann.....entscheiden musst Du...
Das mit Deiner kleinen Schwester, ich weiss jetzt nicht wie alt sie jetzt ist.....wenn sie minderjährig ist müsstest Du zum Jugendamt und melden und das am besten zusammen mit einem Betreuer....
Also ich würde Dir auf alle fälle raten, Psychologische Hilfe in anspruch zu nehmen....dieser kann Dir wiederum helfen einen Betreuer zu beantragen....der Dir ebenfalls helfen kann...
Ich wünsche Dir viel Kraft und Mut...viele Grüße....Amylee
Amylee
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Registriert: Mi. 22.06.2016, 13:19


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