Habe panische Angst vor dem Zahnarzt :o

Es geht hier um Angst- und Panikstörungen, Phobien (auch soziale Phobie) und Ängste im Allgemeinen.

Habe panische Angst vor dem Zahnarzt :o

Beitragvon Vanessa24/7 » Mo. 11.07.2016, 20:03

Meine Angst vor dem Zahnarzt begann schon im frühen Kindesalter, meine Eltern sind recht streng und setzten daher auch sehr auf gute Mundhygiene, was auch kein Problem für mich ist, als junges Mädchen möchte mann ein schönes Lächeln haben. So musste ich mir 3mal täglich die Zähne putzen, alles kein problem das war für mich normal und zudem ist das Gefühl nachdem putzen herrlich. Mein problem jedoch erfolgte durch meine Lactose unverträglichkeit :( die mich Milchprodukte überhaupt nicht vertragen lässt, somit entwickelte sich im laufe der Zeit ein Kalziummangel der sich auch auf die Zähne auswirkte. Trotz gründlichen Putzens, gebrauch von Zahnseide und regelmäßiger Kontrollbesuchen mit Zahnreinigung und Zahnsteinentfernung bildete sich Karies ;( . Irgendwann war dann der Tag gekommen, an dem ich zur Kariesbehandlung in die Praxis musste, damals im Alter von 9 Jahren. Das schlimmste bei der Behandlung war die Betäubungsspritze, die eine rießige furcht und einen noch größeren Schmerz auslöste. Der Karies war weg aber dafür kamm die Zahnarztangst :konfus: . mit jedem weiteren Besuch die immer noch regelmäßig waren, stieg die Angst, dass etwas entdeckt wird und das passierte häufig durch meinen angesprochenen Kalziummangel. Jedes jahr ein neuer Karies, jedes Jahr die selbe hölle, irgendwann fing ich an Termine abzusagen und diese hinauszuzögern, meine Mundhygiene war dennoch eins A, ich versuchte noch gründlicher zu putzen um jeden Karies zu verhindern. Irgendwann hatte ich aber starke schmerzen an meinem linken unteren Backenzahn :autsch: der Karies hat sich da fast bis zum Nerv gefressen, da ich aber Angst hatte, hab ich das lange ignoriert. Dann aber musste ich Handeln, mein Freund <3 und eine gute Freundin haben mir dann ihre Zahnärztin empfolen, die meiner Freundin sehr geholfen hat ihre Angst vollständig zu überwinden. Also ging ich zu ihr, es war alles Super, sie war sehr nett und hat die Behandlung Schmerzfrei für mich auf Wunsch in Vollnarkose durchgeführt. Für die Narkose musste ich noch nichteinmal Zahlen, dass ging für mich aufs Haus. Später folgten noch eine Zahnreinigung und dann waren meine Beschwerden weg. Leider nicht für lange. Irgendwann begannen dann starke, extrem starke Zahnschmerzen mein Leben zu beherrchen :cry: , plötzlich wie aus dem nichts war ein drückender Schmerz im Unterkiefer zu spüren an meinen lezten Backenzähnen. Dieser Schmerz lies mich zum Notdienst gehen, der röngte und sagte mir, dass die Weisheitszähne im Unterkiefer die Backenzähne beschädigen und daher der schmerz kommt. :cry: Am Montag darauf ging ich zu meiner Zahnärztin, diese klärte mich dann auf, dass meine Zähne so ungünstig liegen und meine hinteren Backenzähne die siebener schon so beschädigt sind dass sie sie gleich alle Ziehen muss ;( . Ein schock für mich, da ich gehofft habe nun ruhe zu haben. Wir machten also einen Termin um alle 4 Zähne zu entfernen, meine oberen waren bis dahin noch nicht so fortgeschritten, dass man erkennen konnte wie sie wachsen. Der Termin für die Entfernung der 4 Zähne war dann auch schon sehr bald, tage davor Kopfkino, Panikattacken und alpträume die mir jeden Schlaf raubten. :konfus: Mein Freund sollte mich am Tag des geschehens begleiten <3 , jedoch bin ich auf dem Weg zum Zahnarzt einfach weggerannt und hab ihn stehen gelassen. :konfus: Mein Freund verstand meine Angst, hat mir mutgemacht und dann gesagt, dass er sich seine auch ziehen lassen wird, obwohl seine villeicht garnicht raus müssen. <3 <3 Wir machten einen neuen Termin an einem Tag wo wir beide dran kommen konnten und dieser hat sich sogar sehr schnell gefunden, jedoch wollte ich nicht, dass er solche Schmerzen wegen mir ertragen muss, wenn er doch noch Zeit hat, also habe ich für ihn abgesagt und mir den Termin einen Tag früher geben lassen, damit er nichts davon mitbekommt. Am Tag des Termins, hatte ich wieder Panik, jedoch begleiteten mich zwei gute Freundinnen <3 , einmal meine beste Freundin und dan die, die mich zu der Zahnärztin gebracht hat :thumbsup: . Im Wartezimmer hab ich dann angefangen zu weinen :cry: und wollte weg, die Angst war so hoch bei mir, dass mein Fluchtinstinkt mich zum gehen bewegte. :flitz: Meine Freundinnen hielten mich aber auf, sie waren Einfühlsam und redeten auf mich ein, sprachen mir Mut zu und drückten mich. <3 Dann war es soweit. Die Zahnärztin rief mich hinein und meine Freundinnen begleiteten mich, auf den Stuhl spielte sich nur ein Szenario in meinen Kopf ab, der Fluchtgedanke. Ich wollte aufstehen und wegrennen. :look: Hab es auch kurz versucht jedoch hielten meine Freundinnen mich Einfühlsam und behutsam da. <3 Dann war es soweit die Op begann, alles unter Vollnarkose und so war es schnell vorbei. :schweiss: Mit Schmerztabletten und Kühlakku auf den wangen ging ich nach Hause. In den nächsten Tagen vergrößerten sich meine Backen und meine Schmerzen wurden größer denn je. Beim putzen meiner Zähne stellt ich dazu Zahnfleischbluten fest :schock: , wieder zum Notdienst und das resultat, eine Entzündung, hervorgerufen durch Speisereste an der Wunde. Gegen die Entzündung musste ich Antibiotika nehmen und nach einer Woche waren die beschwerden weg :D und die Fäden wurden gezogen. Nun hieß es sich erstmal dran gewöhnen mit 2 Zahnlücken und ohne die Siebener zu leben. :tongue: Das ging recht schnell und schon bald folgte ein neuer Termin, wieder einmal wegen Karies, auch davor hatte ich panische Angst wie schon immer und wollte nicht, mein Freund kam diesmal jedoch mit <3 und hielt mir während der ganzen Behandlung die Hand, :roses: die Behandlung hab ich mit Betäubungsspritze :look: durchgestanden, da ich nicht die Kraft dazu hatte eine Vollnarkose durchzustehen. :( Danach folgten weitere Kontrollterminen und beim letzten wurden dann die oberen Weisheitszähne festgestellt. :schock: Diese Wuchsen wie die unteren, sprich auch die Backenzähne (Siebener) müssen raus. :cry: Ein Termin gab es schon bald, jedoch hab ich diesen Abgesagt aus Angst vor den Schmerzen und vor dem Eingriff selbst. Seit einem Viertel Jahr war ich nun nicht mehr und habe Angst, dass wieder alles von vorne beginnt.
Perfekt ist das, was für mich Perfekt ist und nicht das, was für andere Perfekt wäre :)
Benutzeravatar
Vanessa24/7
Neues Mitglied
 
Beiträge: 9
Registriert: Do. 07.07.2016, 13:55
Wohnort: Sachsen

Re: Habe panische Angst vor dem Zahnarzt :o

Beitragvon Vanessa24/7 » Do. 21.07.2016, 19:57

Bekomm ich hier keine Antwort :(
Perfekt ist das, was für mich Perfekt ist und nicht das, was für andere Perfekt wäre :)
Benutzeravatar
Vanessa24/7
Neues Mitglied
 
Beiträge: 9
Registriert: Do. 07.07.2016, 13:55
Wohnort: Sachsen

Re: Habe panische Angst vor dem Zahnarzt :o

Beitragvon Atisha » Fr. 22.07.2016, 22:17

Ich gehe auch nicht gerne zum Zahnarzt. Aber heutzutage funktionieren die Schmerzmittel wirklich gut, ich merke immer nix, auch ohne Vollnarkose. Meine Zahnarztangst kommt noch aus der DDR, da hat man mir mit so 13 Jahren einen Backenzahn gezogen, weil kaputt und ich hatte dabei furchtbare Schmerzen, die Zahnärztin sagte nur ich solle nicht so schreien, sei selber Schuld hätte zu viele Bonbons gelutscht. Alles nur Dummlaberei. Ich gehe auch kaum noch zum Zahnarzt und putzen tue ich auch irgendwie nicht mehr. Mir scheints, dass mir die Zahnärzte und die Putzerei erst recht die Zähne kaputt gemacht haben.
Atisha
 

Re: Habe panische Angst vor dem Zahnarzt :o

Beitragvon blacky » Sa. 17.09.2016, 22:02

Auch wenn der Beitrag leicht angestaub ist, ich möchte gerne dazu etwas von mir schreiben.

Die Angst vorm Zahnarzt habe ich auch, wobei es heute nicht mehr so schlimm ist wie früher.
Da meine Eltern nie groß aufgepasst haben ob wir Kinder uns die Zähne geputzt haben oder nicht, dazu eine Verwöhnerei mit zuckerhaltigen Lebensmitteln, schlage ich mich nicht nur mit Übergewicht herum sondern auch mit schlechten Zähnen.

Mein ZA-Angst-Auslöser war in meiner Grundschulzeit, wo ein Milchzahn partout nicht rauswollte. Ich saß im Behandlungsstuhl und der ZA werkelte ne gefühlte Ewigkeit am betreffenden Zahn herum. Ohne Narkose, da ja das Ding ja eh wackelte und es ja nur ein kurzer Moment sei, das Ding herauszuziehen. War aber nicht und so schrie ich die Praxis wach. Ich weiß noch alles, wo der ZA und meine Mutter saßen, wo die Tür zum Flur war, die Fenster, das Licht, die Größe des Raumes. Seitdem habe ich ZA-Besuche vermieden bis es nicht mehr ging. Durch meine "Zahnpflege" habe ich schnell mit Zahnschmerzen zu tun gehabt und war notgedrungen auch mal beim Zahnarzt. Bei verschiedenen Zahnärzten, wo ich nie ein Vertrauensverhältnis aufbauen konnte.

Bis ich zu meinen aktuellen Zahnarzt kam, der damals in einer Gemeinschaftspraxis arbeitete. Ich hatte Schmerzen, es musste wieder ein Zahn gefüllt werden. In einer größeren Praxisgemeinschaft hatte ich bereits einige Zahnärzte kennengelernt, aber die waren durchweg nichts für einen ZA-Angsthasen wie mich. Durch Zufall hatte ich bei "meinen" Zahnarzt einen Termin bekommen und war sehr überrascht wie er mit seiner sehr ruhigen Art mir, ob bewusst oder unbewusst, meine Angst verringerte. Okay, ich war in der Hinsicht auch offen zu ihm, habe gleich gesagt, wie nervös ich bin, und eigentlich immer Angst vorm ZA-Besuch habe. Ein großer Pluspunkt bei ihm war und ist es heute noch, dass er sich ZEIT NIMMT. Er erklärt seine Schritte, unterbricht wenn man mal nicht mehr kann und wirkt nach außen nie überheblich, unvorsichtig, grob, überhastet. Das selbe gilt auch für die ZA-Helferinnen die ihn assistieren. Kurzum, ich bin bei ihm geblieben, und das seit gut 10 Jahren. Und komischerweise achte ich mittlerweile auch mehr auf meine Zahngesundheit, auch wenn sie nicht perfekt ist.

Was ich gelernt habe, dass man einem ZA vertrauen muss. Eine Wanderschaft von Praxis zu Praxis ist nicht das beste, außer man ist auf der Suche nach "seinem" ZA. Meiner Meinung ist es wichtig das man dem ZA auch sofort sagt das man gewisse Ängste gegenüber Zahnärzten hat. Gute Zahnärte können sich dann entsprechend vorbereiten und wissen auch, dass solche Angstpatienten eine etwas andere Behandlungsform benötigen, evtl. Behandlungspausen bzw. Vorgespräche zur eigentlichen Behandlung. Teilweise gibt es sogar Zahnärzte, die sich gerade auf ANgstpatienten spezialisiert haben.

Zahnpflege ist wichtig, selbst wenn man dieses vorher 25 Jahre lang kaum gemacht hat.
blacky
Mitglied
 
Beiträge: 17
Registriert: Fr. 02.01.2015, 21:27


Zurück zu Angststörungen und Phobien

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast