plötzliche Klaustrophobie

Es geht hier um Angst- und Panikstörungen, Phobien (auch soziale Phobie) und Ängste im Allgemeinen.

plötzliche Klaustrophobie

Beitragvon Sensibelchen » Mo. 14.09.2015, 08:11

Hallo miteinander,
seit ein paar Tagen habe ich Platzangst. Das erste mal war es im Bus, ich hatte einen Fensterplatz... Da setzte sich eine sehr füllige Frau neben mich und drängte mich mich schmaler zu machen als ich bin.. Ich begann Beklemmungen zu bekommen, bekam schlecht Luft und fühlte mich wie in einem Scvhraubstock gequetscht. Kurz nachdem ich mich wegsetzte ging es mir allmählich besser. Ich dachte das passiet dir nicht so schnell wieder. Aber gestern setzte sich eine Frau (nicht so füllig - nahm eigentlich nur ihren Platz in ansprunch) neben mich und ich hatte die gleichen Probleme..
Nun bin ich ängstlich. Wie wird es im Zug in den Urlaub? oder eine Busfahrt??

Was kann ich machen? Meine Thera hat Urlaub.
Sensibelchen
 

Re: plötzliche Klaustrophobie

Beitragvon ViJo » Mo. 14.09.2015, 10:00

Liebe Sensibelchen,
in der Situation selbst, hast du dir gut zu helfen gewusst, indem du dich weggesetzt hast.
Somit hast du dir selber einen Ausweg ermöglicht, der die Urlaubsanfahrt nicht völlig gefährdet.
Da kann ich dir nur von herzen wünschen, dass die Züge nicht so voll sind. Wenn du keine Probleme mit stehen hast, sind Stehplätze ganz in der Nähe an den Ausgängen eine gute Möglichkeit, weil dort ist am ehesten zumindest bei der Fahrt weniger Enge.
Eine andere Idee habe ich nicht. Doch man könnte sich überlegen ein leichtes Beruhigungsmittel auf pflanzlicher Basis. Aber bevor man in diese Richtung geht, es so versuchen.
Liebe Grüße
ViJo
 

Re: plötzliche Klaustrophobie

Beitragvon Sensibelchen » Mo. 14.09.2015, 10:17

Danke für deine schnelle Antwort.
Ich bin nur vor den Kopf gestoßen, weil ich so etwas gar nicht kenne, ist total neu für mich.
Gibt es da Behandlungsmöglichkeiten?
Oder hat es mit der Therapie was zu tun? Denn bei mir sind durch sex.MB und Vernachlässigung viele Gefühle abgespalten?
Plöd, dass meine Thera erst anfang Oktober wieder da ist. Ist es wichtig evtl. zur Psychiaterin zu gehen?
Sensibelchen
 

Re: plötzliche Klaustrophobie

Beitragvon ViJo » Mo. 14.09.2015, 11:06

das zumindest sind meine Erfahrungen und Beobachtungen, dass Betroffene, sowie sie sich ihrem Trauma in der Therapiearbeit zuwenden, ich nenn es mal Störungenzustände entwickeln, wie du sie beschreibst.
Das ist im Zuge einer Therapie ganz normal und wird auch wieder weggehen.
Wenn du die Möglichkeit hast sobald einen Termin bei deiner Psychiaterin zu bekommen, dann ist das eine gute Möglichkeit dir Unterstützung zu holem.
ViJo
 

Re: plötzliche Klaustrophobie

Beitragvon Sensibelchen » Mo. 14.09.2015, 13:36

Vielen Dank Lebensringe,
ich habe zwar noch nicht den Eindruck, dass in der Therapie direkt über die Traumen geredet wird, aber es sind Bestandteile oder besser die Auswirkungen und Folgen der Traumen, die zur Zeit Inhalt der Therapie waren.
Dass diese Panik wieder weg gehen kann, nimmt mir eine sehr große Angst. Denn das will ich nicht mehr erleben. Ist ein blödes Gefühl. Als Vorsichtsmaßnahme werde ich mich entweder auf Einzelplätze oder Gangplätze setzen. Ich hoffe da kommt die Panik nicht. Nur dem Ausweichen ist vielleicht nicht der richtige Weg.
Meiner Psychiaterin habe ich geschrieben und gefragt, was ich machen sollte. Mal sehen, ob sie antwortet. Wenn die Beschwerden in nächster Zeit wiederkommen, und meine Ärztin nicht geantwortet hat, gehe ich doch hin. so hab ich es für mich festgelegt...
Nochmals vielen Dank
Sensibelchen
 

Re: plötzliche Klaustrophobie

Beitragvon ViJo » Mo. 14.09.2015, 14:09

Liebe Sensibelchen,
gern geschehen. Freue mich, wenn jemand so kleine Hilfestellungen annehmen kann. ❤️
Wünsche dir, dass es klappt.
Lieben Gruß
ViJo
 

Re: plötzliche Klaustrophobie

Beitragvon Atisha » Mo. 14.09.2015, 14:14

Du bist bestimmt jetzt durch die Therapie so aufgerieben und anfällig.
Atisha
 

Re: plötzliche Klaustrophobie

Beitragvon Sensibelchen » Mo. 14.09.2015, 14:29

Da hast du recht Atisha, Mir macht besonders jetzt zu schaffen, dass erst Anfang Oktober wieder Therapie ist und ich dann erst darüber sprechen kann, dass es ja außerdem noch Therapieinhalte der letzten Therapie und das mit dem Zählen bearbeitet werden muss...

Vielleicht meldet sich meine Psychiaterin, der ich meine Probleme geschrieben habe.

Die größte Angst ist, dass ich immer wieder so ne unbegründete Platzangst bekomme.
Ich mache mir auch Gedanken, welche Ursache das haben könnte. Meine Thera fragt immer WARUM...
Es ist so ein "Komm mir bitte mich zu nah" oder "ich will nicht vereinnammt werden" ...
Ich denke da bin ich schon an der richtigen Spur. Nur weiter komme ich nicht..
Vielleicht liegt es auch an dem morgigen Treffen mit dem Täter??? Davor habe ich Angst. kann es aber nicht verschieben. Muss da durch..
Ich muss klare Grenzen setzen und konsequent bleiben. Ja, dass ist wichtig..
Sensibelchen
 

Re: plötzliche Klaustrophobie

Beitragvon Joyce » Mo. 14.09.2015, 16:21

Hey du..
Ich weiß nicht ob Klaustrophobie das richtige Wort ist. Es klingt für mich nicht so als hättest tatsächlich Probleme mit beengten Verhältnissen, sondern eher so als sei das ein soziales Problem. Die Ängste traten ja ein als Menschen sich zu nahre in deiner Komfortzone aufhielten und du keine Möglichkeit zum Ausweichen hattest. Hattest du schonmal Probleme in Richtung Berührungsängst oder so..?

Zur Ursache: Da kann ich mich der vorherrschend Meinung nur anschließen - soetwas ist im Rahmen einer Therapie durchaus nicht unüblich, gerade bei der Behandlung von Traumata. Um das zu ermöglichen muss so ein Trauma erstmal "geöffnet" werden, die sind ja nicht umsonst "verschlossen" und im Zuge dieses Prozesses ist es nur natürlich dass auch einige Nebenwirkungen auftreten. Allerdings verziehen die sich im Laufe der Zeit auch wieder :wink:

Zu der praktischen Problematik: Ich kann dir nur raten im ÖPNV beispielsweise die Menschen einfach anzusprechen. Habe ich ganz gute Erfahrungen mit gemacht. Einfach freundlich die Sachlage erklären und bitten sich woanders hinzusetzen. Klappt meistens (=
(Alternativ kannst du auch deinen Psychiater bitten dir ein Angstlösendes Medikament zu verschreiben als Bedarf für den Notfall. Habe ich auch immer dabei, quasi für den Notfall. Erstmal so versuchen und wenn's nicht geht hat man dann noch einen Plan B. Mir hat es auf jeden Fall wieder mehr Sicherheit gegeben mich im öffentlichen Raum zu bewegen)
Joyce
 

Re: plötzliche Klaustrophobie

Beitragvon Sensibelchen » Mo. 14.09.2015, 16:37

Nein Berührungsängste kannte ich bis jetzt nicht. (Berührung wie Anfassen)

Ich denke es hat mit dem von mir "beanspruchten" Freiraum, den ich jetzt für mich neu abstecke, zu tun, der verletzt worden ist. Einfach dass die Frauen mir zu nah kamen, sich unsere Körper berührten, bzw. ich verdrängt worden bin.
Irgendwie drehe ich mich im Kreis... Alles widerspricht sich...

Die Busse sind relativ voll, ich kann da nicht jemanden bitten sich woanders hinzusetzen. Ich kann sowieso schlecht Bitten aussprechen. Bin das nicht gewohnt.
Deswegen wähle ich ion Zukunft entweder einen Einzelsitz oder einen Gangplatz.
Hab ja noch den Behindertenausweis, der mir da einige Vorteile bringt. Hab ich bis jetzt selten eingesetzt. Ist mir irgendwie zu blöd.

Bin bloß froh, dass dieser Spuk weggehen kann.
Sensibelchen
 

Re: plötzliche Klaustrophobie

Beitragvon Sensibelchen » Di. 15.09.2015, 15:07

Mir wurde von einem Fremden, der mich nicht kennt , aber vom Fach ist, geraten, die Gefühle auszuhalten und zu warten bis sie wieder weggehen.
Klingt grauenhaft. Ich denke ich schaffe es nicht sitzen zu bleiben... Hätte da große Angst, dass die Gefühle nicht wieder so schnell weggehen..
Was sagt ihr dazu?
Sensibelchen
 

Re: plötzliche Klaustrophobie

Beitragvon ViJo » Di. 15.09.2015, 15:31

Hi Sensibelchen,

das ist so eine Sache.. ich weiß ja nicht, wie weit deine Angst/Panik geht.
Bis zu einem gewissen Grad kann man die Symptome einer aufsteigenden Panik ja verbergen, also so, dass es das Umfeld nicht mitbekommt. Mir wäre es hoch peinlich, wenn das Zittern und die Luftnot (die sich einstellen kann), andere mitbekämen.
Es ist nicht ideal und auch jetzt kein Rat:
Ich vermeide Situationen, die in der Öffendlichkeit zu solchen Gefühlszuständen führt. *leise sag*
Eben wegen dieser Pein, die alles nur noch schlimmer machen würde.
ViJo
 

Re: plötzliche Klaustrophobie

Beitragvon Tina » Di. 15.09.2015, 15:40

Sensibelchen hat geschrieben:Mir wurde von einem Fremden, der..... aber vom Fach ist....


Naja...sowas ist in meinen Augen sehr zwiespältig...
Auf jeden Fall bist Du nicht gezwungen, diesen Rat auch in die Tat umzusetzen.

Im Prinzip ist hier ja schon viel geschrieben worden, wo ich mich auch anschliessen würde.
Solche plötzlichen Ängsten können eine Ursache in der momentanen Therapie haben... sowas kann aber auch mal wie aus heiterem Himmel auftreten.... also keine Ursache zu finden.

Wenn sowas das erste Mal im Leben auftritt, ist es natürlich erstmal ein Schock.
Ich bin mir aber auch sehr sicher, dass diese Gefühle in ihrer Stärke wieder zurück gehen werden.

Inzwischen musst Du halt... leider... Dir irgendwelche Auswege suchen.
Tina
 

Re: plötzliche Klaustrophobie

Beitragvon Sensibelchen » Di. 15.09.2015, 16:21

Danke, euch für eure Antworten.
Die Panik erzeugt bei mir Atemnot.

Ich habe, da meine Therapeutin im Urlaub ist, an meine Psychiaterin alles geschrieben. Und vorhin hat sie mich angerufen. Ich soll dem Problem ausweichen und oder die Medikamente höher dosiert nehmen. Und später in der Therapie alles ansprechen. Bin dankbar, dass sie mich angerufen hat!

Na, nun muss ich zum Täter. Ich hoffe ich kann es schnell wieder beenden..
Der stresspegel ist extrem hoch.. Aber Straßenbahn bus mus ich jetzt nicht fahren. Also das Panik Problem wird nicht genähr.
Sensibelchen
 

Re: plötzliche Klaustrophobie

Beitragvon ViJo » Di. 15.09.2015, 16:27

.... wie gut, dass du dir die Sicherheit von deiner Psychiaterin holen konntest.
Zu deinem Bevorstehenden.... (Luft anhalte)...., wünsche dir viel Kraft.
ViJo
 

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