Schizoaffektive Störung

In diesem Forum geht es um psychotische Störungen und Symptome (wie z.B. Wahn, Paranoia und Halluzinationen) und das Krankheitsbild der Schizophrenie.

Schizoaffektive Störung

Beitragvon Guest82 » Fr. 07.10.2016, 10:42

Hallo liebe Forumsteilnehmer.
Ich schreibe hier weil ich seelische Unterstützung und Gleichgesinnte suche mit denen ich über meine Störung reden kann, da ich in meinem Umfeld auf viel Unverständnis und wenig Rücksicht stoße.
Mein größtes Problem im Alltag ist meine Unbelastbarkeit. Ich kann nur 4 Tage die Woche arbeiten und in nur gleichen Schichten und aucg ansonsten nicht viel Stress ertragen ohne dann relativ schnell völlig überfordert und wie getrieben durch die Gegend hetze, mich selbst kaum noch spüre und die Wirklichkeit total zu verschwimmen scheint. Das nennt man dann wohl die Anfänge einer Manie, in der das ganze dann langfristig auch endet wenn ich es dann nicht schaffe mir Ruhe anzutun und runterzukommen. Hierzu brauche ich dann wirklich viel stille, wenig autolarm, wenig Fernsehen, kaum menschenkontakt. Und nur allein das durchzusetzen ist ein großer Kampf immer wieder. Mal abgesehen davon dass man sich mit den ständig ändernden gefuhlsstimmungen herumschlägt und immer schauen muss:" wo stehe ich gerade? Brauche ich jetzt Ruhe oder zieht es mich zu sehr Richtung Depression schon wieder, bzw brauche ich jetzt mal wieder Action oder bin ich schon wieder im Sog der Hypomanie?" muss man sich dann auch noch immer wieder rechtfertigen. Das ist so frustrierend. Kennt das jemand?
Guest82
 

Re: Schizoaffektive Störung

Beitragvon Richi » Sa. 08.10.2016, 07:02

Hallo Guest82
Ich habe Deinen Beitrag gelesen und möchte Dir sagen, dass ich einige von Dir beschriebene Dinge selber von mir kenne, obwohl ich eine etwas andere Diagnose habe.
Ich empfinde emeine Krankheit als große Belasting. Schlimm ist es, wenn man von dem eigenen Umfeld nicht verstanden wird. Ich kenne auch Phasen, aus denen ich nicht so leicht herauskommen kann, ich fühle mich dann wie ein getriebener Mensch. Diese Phasen kosten so viel Energie, dass ich förmlich innerlich "ausbrenne". Rückzug, Isolation und der Wunsch nach viel Ruhe (ohne Menschen) sind dann die Folge.
Manchmal weiß ich gar nicht richtig, wodurch es ausgelöst wird, doch irgendwelche Dinge oder Menschen aus meiner Umgebung sind oft der Grund, wodurch das "Gedankenkarussel" wieder in Gang kommt.
Oft fühle ich mich innerlich nur hin-und hergerissen. Dieser ständige Wechsel kann sehr belastend sein.
Eine wirkliche Lösung für meine Erkrankung habe ich leider in den ganzen Jahren noch nicht gefunden. Ich habe irgendwie gelernt damit zu leben, doch es macht mich nicht wirklich glücklich. Ohne die medikamentöse Behandlung wäre alles wohl noch viel schlimmer.
Ich wünsche Dir, dass Du genügend Kraft und Energie hast. Vielleicht schaffst Du es ja dennoch, bald eine vernüftge Lösung für Deine Erkrankung zu finden.
Vielleicht gibt es auch andere, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben und die Dir evtl. weiterhelfen können.
Viele Grüße von Richi
Richi
 


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