Krank ohne Diagnose-ich kann nicht mehr

In diesem Unterforum könnt Ihr Euch zum Thema Suizid (Selbstmord) und Tod austauschen, sowie der Trauer, die ein (Frei-)Tod hinterlässt.
Wichtig: Ihr könnt und dürft hier über Eure Suizidgedanken sprechen, allerdings sind konkrete Absichten bzw. Ankündigungen hier nicht erlaubt bzw. können evtl. an die Behörden weitergeleitet werden!

Krank ohne Diagnose-ich kann nicht mehr

Beitragvon Jaska » Fr. 29.12.2017, 17:52

Hallo zusammen,
Vielleicht möchte jemand meine Geschichte lesen. Vor 20 Jahren bekam ich einen Schwindel der bis heute immer schlimmer geworden ist. Seit 2 Jahren ist es richtig akut und es kommen immer weitere Symptome dazu (Sehstörungen, Übelkeit, Tinnitus, Herzrasen). Meine Arbeit kann ich nicht mehr ausführen und meine Beziehung ist am Ende. Ich sitze nur zu Hause und habe Tag und Nacht das Gefühl ohnmächtig zu werden. Nach einer Ärzteodysee vermeide ich alle Weisskittel, da mir keiner glaubt. Man hat mich schon zu einer Psychotherapie überredet, die nichts gebracht hat. Ich weiss, dass irgendwas mit mir nicht stimmt. Jeden Tag Frage ich mich wozu ich aufstehe. Es macht alles keinen Sinn mehr. Lange werde ich das nicht mehr aushalten. Das beste wird sein von der Welt zu gehen. Einen anderen Weg sehe ich nicht. Danke fürs lesen
Jaska
 

Re: Krank ohne Diagnose-ich kann nicht mehr

Beitragvon Oskar » Sa. 30.12.2017, 03:26

Jaska hat geschrieben:Hallo zusammen,
Vielleicht möchte jemand meine Geschichte lesen. Vor 20 Jahren bekam ich einen Schwindel der bis heute immer schlimmer geworden ist. Seit 2 Jahren ist es richtig akut und es kommen immer weitere Symptome dazu (Sehstörungen, Übelkeit, Tinnitus, Herzrasen). Meine Arbeit kann ich nicht mehr ausführen und meine Beziehung ist am Ende. Ich sitze nur zu Hause und habe Tag und Nacht das Gefühl ohnmächtig zu werden. Nach einer Ärzteodysee vermeide ich alle Weisskittel, da mir keiner glaubt. Man hat mich schon zu einer Psychotherapie überredet, die nichts gebracht hat. Ich weiss, dass irgendwas mit mir nicht stimmt. Jeden Tag Frage ich mich wozu ich aufstehe. Es macht alles keinen Sinn mehr. Lange werde ich das nicht mehr aushalten. Das beste wird sein von der Welt zu gehen. Einen anderen Weg sehe ich nicht. Danke fürs lesen


Das ist traurig. Aber wenn etwas da ist dann kann man es auch finden und beheben. In jedem Fall sind das alles klassische „Psychosymptome“ von daher scheint mir die Spur gar nicht schlecht zu sein.
Weißt du denn wann die Symptome besonders auftreten?
Oskar
Vielschreiber
 
Beiträge: 310
Registriert: Sa. 07.11.2015, 14:29
Wohnort: Hamburg

Re: Krank ohne Diagnose-ich kann nicht mehr

Beitragvon Jaska » Di. 02.01.2018, 00:43

Hallo und danke für deine Antwort die ich erst jetzt gelesen habe. Dieser Schwindel ist den ganzen Tag und oft auch nachts da. Leidest du auch unter solchen Symptomen? Das schlimmste ist dass ich nichts mehr allein unternehmen kann. Weihnachten war so schlimm. Ich verliere immer mehr meine Kraft so weiter zu machen
Jaska
 

Re: Krank ohne Diagnose-ich kann nicht mehr

Beitragvon Oskar » Di. 02.01.2018, 22:08

Jaska hat geschrieben:Hallo und danke für deine Antwort die ich erst jetzt gelesen habe. Dieser Schwindel ist den ganzen Tag und oft auch nachts da. Leidest du auch unter solchen Symptomen? Das schlimmste ist dass ich nichts mehr allein unternehmen kann. Weihnachten war so schlimm. Ich verliere immer mehr meine Kraft so weiter zu machen


Ich hatte das ne ganze Weile lang mit Taubheitsgefühlen die scheinbar keinen Auslöser hatten, dazu Sehstörungen und Übelkeit und natürlich Herzrasen. Bei genauerem und therapeutischem Hinsehen war dann aber doch ein Auslöser zu finden und konnte weitgehend behoben werden.
Die Antwort, das der Schwindel einfach immer da wäre halte ich auch für unüberlegt wenn ich ehrlich bin.
Kein Symptom von egal was ist einfach nur ohne Auslöser und dauerhaft gleichmäßig da.
Hast du schon mal eine psychosomatische Behandlung gemacht oder ein Schwindeltagebuch geführt?
Es mag schwer zu glauben sein aber mit einem konstruktiven Ansatz scheint es mir gut möglich zu sein das Problem zu beheben oder zumindest einzuschränken . Ein Grund für völlige Verzweiflung ist es in jedem Fall nicht.

Wie gesagt, das sind allesamt klassische Stressymptome, alternativ könnte man noch über hysterische/histrionische Problemverarbeitung nachdenken. Wenn es einen anderen Auslöser als einen psychischen gäbe würde ich mich fast schon wundern
Oskar
Vielschreiber
 
Beiträge: 310
Registriert: Sa. 07.11.2015, 14:29
Wohnort: Hamburg

Re: Krank ohne Diagnose-ich kann nicht mehr

Beitragvon Jaska » Mi. 03.01.2018, 00:19

Entschuldige aber ich finde es schon etwas anmassend von dir zu schreiben, "dass wäre kein Grund für völlige Verzweiflung". Seit über zwei Jahren ist der Schwindel TATSÄCHLICH ständig präsent auch wenn das nicht für jeden nach zu vollziehen ist. Ich habe zwölf Wochen stationäre Psychotherapie hinter mir ohne Erfolg. Ein normales Leben ist nicht mehr möglich und ich denke, das kann keiner verstehen, der andere Sorgen hat
Jaska
 

Re: Krank ohne Diagnose-ich kann nicht mehr

Beitragvon Dave » Mi. 03.01.2018, 10:18

Hier will ich auch das Wort ergreifen und sie gerade an Oskar richten.
Ähnliche Symptome sind mir selbst bekannt da ich immer wieder Schlafprobleme habe und ich Zeiten hatte in denen diese extreme Ausmaße nahmen. Viele Nächte konnte ich gar nicht schlafen und in denen ich es konnte auch nicht lange. Das hätte für starke Erschöpfungssymptome Gefühl gesorgt woher mir Schwindel, Sehstörungen, Magenkrämpfe und auch anderes bekannt sind. Nicht mehr im Stande zu sein Kleinigkeiten zu bewältigen, das Gefühl zu haben das einfach alles einem aus den Händen gleitet und nur noch taumelnd und fertig sich fortbewegen zu können kann schneller als man denkt zur Verzweiflung führen. Es ist als würde der Körper nicht mehr in der Lage sein und sich zu Erholen und als würde man das letzte bisschen Kraft verlieren, welche man besitzt. Auf eine so lange Zeit stelle ich mir das ziemlich grausam vor, da es mich schon nach einem Jahr halb wahnsinnig gemacht hatte.
Auch war es bei mir nicht anders das man alle möglichen körperlichen Ursachen anfangs abklapperte und mich Ärzte auch nicht ernst nahmen bis es eskaliert ist.

Wir sind alle hier weil wir in gewissen Punkten unseres Lebens Probleme haben. Es kann sein das für den einen etwas ein Problem ist, was für einen anderen nur bedingt Schwierigkeiten bereitet und umgekehrt, aber das sollte klar sein. Auch das man selbst Probleme hat die andere teils kaum bis gar nicht verstehen können und so wie man selbst will das andere darauf Rücksicht nehmen, sollte man auch auf andere Rücksicht nehmen. Jeder empfindet anders und das will ich nur nochmal klar stellen.

Ich habe selbst Probleme mich korrekt auszudrücken und daher finde ich es wichtig so etwas immer klar zu stellen um Fehler in der Zukunft zu vermeiden.

Mit freundlichen Grüßen:
Dave
"Du schreitest ewig durch die Schattenreiche, kämpfst gegen das Böse, wo andere versagen. Möge dein Durst nach Rache nie versiegen, möge das Blut auf deinem Schwert niemals trocknen - und mögen wir dich nie wieder brauchen.
- Corrax-Eintrag 7:17"

- Doom
Dave
Mitglied
 
Beiträge: 54
Registriert: Di. 24.10.2017, 20:46
Wohnort: Ruhrpott

Re: Krank ohne Diagnose-ich kann nicht mehr

Beitragvon Jaska » Mi. 03.01.2018, 12:40

Es tut so gut von einem Menschen verstanden zu werden, Dave. Vielen Dank, dass du die Sache nochmals richtig und klar gestellt hast. Du hast mir aus dem Herzen gesprochen und ich hoffe, dass es dir heute wieder besser geht. Herzliche Grüße jaska
Jaska
 

Re: Krank ohne Diagnose-ich kann nicht mehr

Beitragvon Oskar » So. 07.01.2018, 23:49

Jaska hat geschrieben:Entschuldige aber ich finde es schon etwas anmassend von dir zu schreiben, "dass wäre kein Grund für völlige Verzweiflung". Seit über zwei Jahren ist der Schwindel TATSÄCHLICH ständig präsent auch wenn das nicht für jeden nach zu vollziehen ist. Ich habe zwölf Wochen stationäre Psychotherapie hinter mir ohne Erfolg. Ein normales Leben ist nicht mehr möglich und ich denke, das kann keiner verstehen, der andere Sorgen hat


Objektiv ist dem aber auch nicht so. Unabhängig davon das es schlimm ist ist es lösbar
Es gibt ein Problem das an sich nicht so schwer zu beheben ist und einfach weil es relativ einfach zu beheben ist ist es auch kein Grund zu verzweifeln denn es ist fast sicher, dass es wieder weg gehen wird
Die eigentliche Frage ist eher warum es bisher nicht funktioniert hat

12 Wochen Stationär irgendwo hin zu gehen ist auch nicht viel, insbesondere wenn es im Zweifel nicht das richtige war.

Ich muss das jetzt mal so frech sagen aber du scheinst mir auch sehr darauf fixiert das man die Situation nicht ändern kann
Auf konstruktive Vorschläge wie den eines Tagebuchs, verschiedene Erklärungsversuche und Nachfragen zu dem Problem hast du aber kaum reagiert
Das ist klassisch dann auch eher ein Anzeichen für histrionische Problemverarbeitung
Oskar
Vielschreiber
 
Beiträge: 310
Registriert: Sa. 07.11.2015, 14:29
Wohnort: Hamburg

Re: Krank ohne Diagnose-ich kann nicht mehr

Beitragvon Ingo » Mo. 08.01.2018, 01:46

hallo Jaska,
ich habe es hier mal überflogen und muss sagen, das ein forum manchmal ein schlechter ratgeber ist.
wir können nicht in deinen kopf, herzen oder atmung schaun, oder woran es noch liegen könnte, möglich ist ja fast alles.
ich kann dir nur raten mehrere ärzte aufzusuchen, angefangen beim hausarzt. sage ihn auch gleich welche pillen du alles nimmst, auch rezeptfreie, oder ob du zu viel alkohol trinkst, ob du rauchst, oder sonst was.
hast du mal dein blutdruck getestet? macht aber auch der hausarzt.
mehr kann man aus dem forum heraus eigentlich auch nicht sagen.

gute besserung.
gruß ingo
Benutzeravatar
Ingo
Mitglied
 
Beiträge: 65
Registriert: Do. 04.01.2018, 02:07

Re: Krank ohne Diagnose-ich kann nicht mehr

Beitragvon Jaska » Di. 09.01.2018, 14:37

Hallo Ingo, oh ja. Ich habe von dem Forum auch etwas anderes erwartet. Klar kann hier nur jeder das mitteilen, was er denkt. Man versucht davon etwas mitzunehmen oder nicht. Wenn Probleme einfach lösbar wären und man nicht verzweifeln würde, dann wäre man nicht hier, oder? Mein Hausarzt hat schon eine Langzeit Blutdruckmessung bei mir gemacht. Alles war okay. Naja ich werde weiter der Ursachenforschung auf der Spur sein. LG Jaska
Jaska
 

Re: Krank ohne Diagnose-ich kann nicht mehr

Beitragvon loner » Fr. 26.01.2018, 14:58

Hallo Jaska, und alle anderen lieben Menschen, die versuchen hier zu helfen.

Da der Thread Unstimmigkeit und Unwohlsein verursacht zu haben scheint, habe ich ihn mir selbst nocheinmal zu Herzen genommen.
Liebe Jaska, ich denke, was Oskar im Grunde sagen wollte, ist: Gib nicht auf, es gibt bestimmt eine Lösung. Du bist mit dem Schwindel nicht geboren worden. Soweit ich weiß, ist so etwas auch nicht erblich bedingt und daher wollen wir dir hier Hoffnung machen, dass du ihn irgendwann loswirst. Manchmal ist man einfach auch so verzweifelt und fixiert auf eine Sache, dass man gar nicht mehr daran glauben kann, dass sich noch etwas ändert und auf viele Worte sehr sensibel reagiert. Das kennt wahrscheinlich hier jeder von sich selbst. Umso wichtiger ist es dann, dass jemand anderes ehrlich sagt, was er denkt. Denn auch wenn es sich im ersten Moment unglücklich anhört, kann es dich durch eine neu gegebene Sichtweise deiner Lösung näher bringen.
Ein Forum ist nun leider kein Ort, um konkret Krankheitsbilder zu analysieren oder gar zu beheben. Wir sind ja keine Ärzte, nur Betroffene, und versuchen mit eigenen Erfahrungen so weit wie möglich zu helfen. Das Problem ist auch, dass sich jeder anders ausdrückt und manchmal findet man vielleicht auch nicht die besten Worte, die ein anderer dann völlig in den falschen Hals bekommt. Fühle dich nicht angegriffen, ich denke hier will jeder nur helfen.
Aus meiner Sicht solltest du definitiv dran bleiben, und trotzdem noch ein paar Weißkittel abklappern, auch wenn diese nicht gerade ein Hochgefühl bei dir auslösen. Das die Therapie nichts war, kann ja zB auch daran liegen, dass es die falsche Therapie/ der unpassende Therapeut war. Ärzte sind keine Wundermenschen. Bei manchen "seltenen" Problemen dauert es einfach länger, bis mal jemand auf die rettende Lösung kommt.

LG loner
Wie einfach wäre das Leben, wenn sich die unnötigen Sorgen von den echten unterscheiden ließen. (Karl Heinrich Waggerl)
loner
Moderator
 
Beiträge: 952
Registriert: Mi. 25.05.2016, 11:37

Re: Krank ohne Diagnose-ich kann nicht mehr

Beitragvon Ingo » Fr. 26.01.2018, 19:35

gut geschrieben loner, kompliment.
Benutzeravatar
Ingo
Mitglied
 
Beiträge: 65
Registriert: Do. 04.01.2018, 02:07


Zurück zu Suizid, Tod und Trauer

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 2 Gäste

cron