Suizid als Muslime

In diesem Unterforum könnt Ihr Euch zum Thema Suizid (Selbstmord) und Tod austauschen, sowie der Trauer, die ein (Frei-)Tod hinterlässt.
Wichtig: Ihr könnt und dürft hier über Eure Suizidgedanken sprechen, allerdings sind konkrete Absichten bzw. Ankündigungen hier nicht erlaubt bzw. können evtl. an die Behörden weitergeleitet werden!

Suizid als Muslime

Beitragvon Shi-ki » Fr. 29.04.2016, 22:09

Im Internet habe ich mich mal informiert wie das im Islam gehandhabt ist,obwohl ich es eigentlich weiß...
Der Grund war um zu sehen ob es nicht doch ein Schlupfloch gibt,irgendeine "Ausnahme" was dieses Thema im Islam angeht.Aber auch da war mir natürlich klar,dass es so etwas nicht gibt.Entweder so oder so.Natürlich kann man auf die (unglaublich große) Barmherzigkeit von Gott hoffen.Aber ich weiß nicht,irgendwie kommt mir das geheuchelt vor,warum auch immer.
Eigentlich ist es ja so,dass man wenn man jemand anders oder sich selbst tötet in die Hölle kommt.Niemand außer Gott hat nämlich das Recht Leben zu nehmen,weil er es uns ja schon gegeben hat.
Jedoch stand auch im Internet,dass wenn eine Person (mit schwachem Glaube) Suizid begeht,er nur eine gewisse Zeitlang diese (Höllen)-Strafe erhält und anschließend ins Paradies darf.Aber man kann,wenn man Suizid begeht (als Moslem) nicht wissen,ob es auch zu 100% so passieren wird,außerdem muss man sich fragen,ob (auch wenn es nicht für immer ist) es sich lohnt diese Strafe anzunehemen.Weil man das Leben nicht mehr erträgt.
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Diese Sache,diese einzige Sache ist der Grund,weshalb ich noch am Leben bin.Nur diese eine Sache:Nicht mit absoluter wahrscheinlichkeit zu Wissen,was nach dem Tod mit einem passiert.Man könnte auf ewig gequält werden oder nur für eine bestimmte Zeit.Man weiß es nicht.Jedoch gibt es für einen muslimischen Selbstmörder nur diese zwei Möglichkeiten(soweit ich weiß)
Natürlich könnte ich zu einem Imam (muslimischen Geistligen) gehen und fragen,aber das halte ich für keine gute Idee.Jedoch schreibt im Internet jeder was anders und nicht alle haben wirklich Ahnung.So was macht einen wirklich fertig.
Ich bin jetzt nämlich mit 17(in wenigen Monaten 18)an den Punkt angekommen,an dem ich nicht mehr kann und will.An dem Punkt,an dem nichts mehr gut wird und der Suizid die einzige Möglichkeit ist.Wenn ich darüber nachdenke war sie das schon immer,ich war nur lange dumm genug mir einzureden das alles wieder gut wird.Tut es aber nicht,wird es womöglich auch nicht.
"Ich würde es tun,wenn es nicht verboten wäre.Nichts hält mich,es gibt keinen anderen Grund,nicht meine Mutter oder sonst jemand"Das denke ich am Tag midestens einmal.Und nach diesem Gedanken frage ich mich immer,ob ich immer noch so fest etschlossen wäre sterben zu wollen,wenn die Religion nicht dazwischen wäre.
Aber darauf werde ich wohl nie eine Antwort bekommen.Denn es wird sich niemals etwas an dieser "Regelung" im Islam ändern.Warum auch?Welchen Grund sollte es geben,etwas plötzlich Gut zu heißen obwohl es gestern noch schlecht war.So macht man das bei uns nicht,alles bleibt so wie es ist.Nichts ändert sich.Was im Bezug auf alles andere gut ist.
Aber nicht im Bezug auf Suizid (finde ich)
Dann kommt der Gedanke:"Vlt bin ich ja keine richtige Gläubige.Doch das bin ich,ich glaube an Gott,ich glaube daran,dass das alles einen Grund hat und das meine Probleme eine Art Prüfung sind.Jedoch bin ich nicht stark genug,um diese Prüfung zu meistern,ich bin erschöpft,vom Leben.Vom immer wieder auf die Schnauze fallen und immer wieder aufstehen zu müssen.Ich bin nicht stark genug,muss aber sein.Werde es sein müssen denn,ein Muslime bringt sich NICHT um!Aber ich will es...mehr als alles andere.Dass ich in dem Bezug egoistisch sein kann habe ich meiner Familie schon gezeigt (und mir selbst)"
Aber vlt mache ich irgendwann einen Versuch der schiefgeht...dann sehe ich ja ob sich das gelohnt hat.

(Falls das jemand beantworten sollte,bitte ich die Atheisten unter euch,die das alles natürlich für Humbug halten,ihre Meinung für sich zu behalten.Nicht böse gemeint,aber auf so was kann ich getrost verzichten.
Danke.)
Shi-ki
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Re: Suizid als Muslime

Beitragvon Christine » Sa. 30.04.2016, 12:18

Hallo Shi-ki,
ich bin keine Muslima, ich würde christlich erzogen. In Bezug auf diese Sache sind sich unsere Religionen aber ähnlich, glaube ich.
Gott ist der Einzige, der Leben gibt und nimmt. Ein Leben zu nehmen - so auch das eigene - ist demnach Sünde.
In den letzten Jahren habe ich mich oft gefragt, ob es Gott überhaupt gibt, wenn er so viel Leid geschehen lässt.
Ich weiß ehrlich gesagt nicht, ob das im Christentum überhaupt so ausführlich steht mit dem Leben als Prüfung... aber ich kann deine Gedanken dazu sehr gut nachvollziehen. Mit dieser Denkweise bin ich auch aufgewachsen: Immer alles schaffen.

Ich glaube, ich finde gerade nicht die richtigen Worte.... dein Post hat mich berührt. Weil ich vieles so gut nachvollziehen kann. Als ich 16 und hoch suizidal war, sagte meine Patentante, um mir Mut zu machen: "Gott gibt dir keine Aufgaben, die du nicht meistern kannst. Du hast die Kraft in dir."
Ich weiß noch, dass ich ihr damals gern glauben wollte, es aber einfach nicht konnte. Mein Leben war nur... existieren. Von einem Tag auf den nächsten einfach irgendwie weiteratmen.
Aber jetzt bin ich 23 und schreibe dir und es geht mir besser, also... es scheint, als hätte meine Patentante Recht gehabt.
Deshalb möchte ich dir ihren Satz an mich damals gerne hier lassen.
Ich glaube, dass er für den Gott von Muslimen ebenso wie für den christlichen Gott gilt.
Christine
 


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