Diagnose "nur" Depression

Wenn ihr depressiv seid, könnt ihr euch hier über die Krankheit Depressionen austauschen, aber auch über andere depressive Zustände wie Burn-Out oder die manisch-depressive (bipolare) Störung.

Diagnose "nur" Depression

Beitragvon November » So. 29.01.2012, 19:48

Hallo zusammen,

ich werde euch an dieser Stelle einmal meine derzeitige Verfassung und mögliche Gründe dafür nennen. Ich bin der festen Überzeugung, dass mit mir irgendwas nicht stimmt, dennoch werde ich seit 3 Jahren "nur" auf schwere Depression behandelt. Ich kann mich mit dieser Diagnose aber nicht identifizieren. Ich liste einmal Verhaltensweisen oder Charakterzüge von mir auf, die mir oder meiner Lebensgefährtin in den letzten 4 Jahren aufgefallen sind:


Mögliche Schlüsselerlebnisse:

- Scheidungskind
- Mit 1. Lebensjahr bei Großmutter abgeliefert worden,
- Seelische Vernachlässigung
- Verlustängste, bis zum 17. Lebensjahr konnte ich nur einschlafen, wenn meine Oma neben mir im Bett lag
- plötzliche beidseitige schwere Hüftoperation -> 2 Monate Krankenhaus -> 3 Monate ReHa -> Sportinvalide (zuvor begeisterter Fußballer) -> Schuljahr nicht geschafft -> Schulwechsel -> Freunde verloren -> Gewichtszunahme -> Schikaniert in neuer Klasse -> keine neuen Kontakte geknüpft -> seither soziale Isolation -> depressiv -> Abi nicht geschafft
- Plötzlicher Krebstot der Oma
- Unterforderung bei Berufsausbildung & Schikanierung durch Chef


Symptome:

- Schwere Depressionen, teilweise mit Suizidgedanken und Selbstverletzung

- Angst vor Kontrollverlust ( bin sehr vergesslich und unkonzentriert geworden ) Beispiele: Brand in Küche, falsche Herdplatte angeschaltet auf der ein Schneidebrett lag; Ich sage dinge zu meiner Frau, die ich später nicht mehr weiß, ich nehme mir Dinge vor und tue sie nicht, weil ich es vergessen habe.
-> Ich drifte in Gesprächen oder allen anderen Tätigkeiten ins Nichts ab. Mein Blick geht plötzlich ins Leere und ich höre nicht mehr zu. Ich muss mich richtig Konzentrieren um meinen Blick und die Aufmerksamkeit wieder auf das richtige zu lenken.

- Faszination für Dokumentationen über Übernatürliches (Geister, Außerirdische), Verschwörungstheorien und Gewaltverbrecher. Während des Schauens -> Gewaltphantasien -> Wie wäre es wenn ich das getan hätte? (noch nicht stark ausgeprägt, ich erwische mich manchmal dabei)

- Wer bin ich? Was kann ich? Ich habe keine Identität, Gefühl von Wert- & Belanglosigkeit

- Perfektionismus, den ich aber nie einhalten kann. Es ist fast unmöglich auf etwas stolz zu sein oder Freude zu empfinden -> nie zufrieden

- Essanfälle

- Wirke auf andere oft aggressiv, bemerke das aber selbst nicht

- Bin von jetzt auf Gleich in einer komplett anderen Stimmungslage. Eben gut drauf, plötzlich gereizt, genervt, aggressiv. -> Zweites Ich?

- Schlafstörungen (häufig Alpträume & Aufwachen, starke Geräuschempfindlichkeit)

- Energie- & Antriebslosigkeit, Geistige Erschöpfung

- Gefühl von anderen Menschen angestarrt und bewertet zu werden. Gefühl, dass sie wissen, wie ich über mich selbst denke und wie ich fühle. -> soziale Isolation

- Einsamkeitsgefühle (Traurigkeit, schwere Depression, mehrmaliges tägliches Onanieren)

- Unfähig anderen Menschen zu vertrauen. z.B. bei Beziehungen oder im Straßenverkehr -> Panik vor Führerschein -> andere werden mich im Straßenverkehr gefährden oder gar töten



Ich war mit dieser Symptomatik vor kurzem bei einem Psychose Früherkennungszentrum. Bereits nach dem ersten Termin wurde mir mitgeteilt, dass meine Störung nicht häufig genug und nicht intensiv genug sind. Dh. die Diagnose Depression bleibt bestehen.

Wie bewertet ihr die Sache? Habt ihr ähnliches Erlebt oder könnt ihr Verhaltensmuster von mir auch an euch selbst beobachten? Ob und wie werdet ihr darauf behandelt?
November
 

Re: Diagnose "nur" Depression

Beitragvon Stern* » So. 29.01.2012, 21:02

Huhu

Puhh da kommt ja ganz viel zusammen bei dir und einige von deinen aufzählungen könnten von mir sein.
Was genau da die Ursache ist, kann man so nicht sagen und ich denke auch das Spekulationen da nich so wirklich sinnvoll sind.
Ich frage mich gerade ob du Medikamente bekommst für die Depression und ob du ne Therapie machst?!

Herzliche Grüße Stern
Stern*
 

Re: Diagnose "nur" Depression

Beitragvon November » So. 29.01.2012, 21:53

Grüß dich,

also ich habe bereits eine Tiefenpsychologische Therapie gemacht, ca 1/2 Jahr. Aber ohne jeglichen Erfolg. Die Therapeutin war viel zu passiv und ich bin niemand der von sich aus drauflosbrabbeln kann.

Ich bin seit 3 Jahren in Psychiatrischer ambulanter Behandlung habe schon eine riesige Platte an AD durch, die aber alle nicht wirklich halfen:

Citalopram, Setralin, Amitriptylin, Venlafaxin, Paroxetin, Seroquel, und seit 3 Monaten Trimipramin
November
 

Re: Diagnose "nur" Depression

Beitragvon senta » So. 29.01.2012, 21:58

Depressionen können viele verschiedene Gesichter haben

vieles was du schreibst paßt zum Bild der Depression

therapeutische Gespräche sind auch nicht zum losbrabbeln gedacht, es get ja darum, dass es dir besser geht und du erstmal deine Beschwerden schilderst, danach ist jede Sitzung ja auch zugleich Übung, um Verhaltens- und Bewertungssituationen bei dir zu verändern

sei doch beruhigt und froh, dass bei dir schwerere Krankheitsbilder ausgeschlossen wurden!
senta
 

Re: Diagnose "nur" Depression

Beitragvon Minni34 » So. 29.01.2012, 22:17

Hallo November,

da kommen wirklich viele Dinge zusammen und ein Großteil passt schon zu einer Depression.
Aber das solltest du alles mit einem Fachmann genau besprechen.
Sag ihm deine Gedanken, oder hole dir wenn es dir nicht reicht, eine zweite Meinung ein.
Das kann nie falsch sein.

Lg, Maxi
Minni34
 

Re: Diagnose "nur" Depression

Beitragvon Atisha » Mo. 30.01.2012, 03:59

Hallo November,

In sehr vielem erinnerst du mich an meine Vergangenheit, ich war auch mal sehr komisch. Seit ca. meinem 13. Lebensjahr kann ich mich an Depression erinnern. Vorher die Kindheit war auch kein Traum. Es wurde bei mir mit der Zeit immer schlimmer. Da war richtig Druck im Kopf, als wenn ich alle Gefühle bekämpfen würde und teilweise konnte ich nur noch rational denken, Gefühle waren wie weg. Im Kopf traten richtige das Bewustsein schwärzende Wellen auf. Bei der Arbeit trat bei mir auch das Abtriften der Konzentration ins Nichts auf. Auch besonders dein Punkt des Onanierens war bei mir sehr suchtartig entwickelt. Ich kompensierte damit alle meine Probleme.
Eines war mir immer klar mit mir war etwas nicht in Ordnung und da kommt mal was ganz Großes. Über Jahrzehnte ging das so. Dann mit 33 Jahren war es aus, für drei Wochen lief ich irre umher und kämpfte mit mir, dachte ich wäre erleuchtet oder müsse sterben ... Klinik und dann Diagnose Schizophrenie.
Mittlerweilen bin ich 40 Jahre und die Probleme von Früher haben sich sehr aufgelöst und sind verschwunden. Die Krankheit war sehr elendlich, aber heute gehts mir besser als jemals zuvor in meinem Leben. Ich habe natürlich jetzt schizophrene Symptome und kann nur bissel Arbeiten gehen, trotzdem ist alles besser.
Irgendwann sagten mir mal ein Arzt und ein Psychologe, das auch schwere Depression zu Schizophrenie führen kann. Aber das ist nichts Offizielles.
Ich will dir damit sagen, ich denke mal du bist jünger als 33 Jahre, es kann durchaus noch was kommen. Schizophrenie kann sehr spät ausbrechen. Ich muss noch dazu sagen das ich meine ganz eigene Schizophrenie habe, auf die nicht so ganz die Klassifizierungspunkte passen, aber ne bessere Diagnose gibt es nicht.
Atisha
 

Re: Diagnose "nur" Depression

Beitragvon Nina » Mo. 30.01.2012, 12:30

hey,
(schwere) depressionen gehören doch zu den psychosen. hast du schon mal jemanden mit einer schweren depression kennengelernt? das ist soooooo heftig, aber meistens sind diese erkrankten dann auch in einer klinik, da sie nicht mehr selber für sich sorgen können.

ich habe bei einer freundin eine schwer verlaufende depression kennengelernt. das ist genau so wie eine psychose. ihre persönlichkeit war völlig weg, sie hatte wahnvorstellungen, konnte situationen gar nicht mehr einschätzen, war nicht mehr in der lage zu erkennen was ihr körper braucht, merkte nicht mehr ob sie auf toilette mußte oder nicht, wusch sich nicht mehr.....

-was sie innerlich alles erlebte, kann ich nur ahnen
dann kam ihre erste manische phase, sie hat mit jedem typen geschlafen, der ihr über den weg lief, hat alles verschenkt, was sie besaß, schulden gemacht ohne ende, konnte nichts für sich behalten, ----------als sie wieder klar war, hat sie sich unendlich geschämt----

ich könnte noch viel, viel mehr erzählen, was eine "nur-depression" alles mit dem betroffenen machen kann.
Nina
 

Re: Diagnose "nur" Depression

Beitragvon Frigi » Mo. 30.01.2012, 19:02

Nur Tabletten futtern und dann meinen es wird besser,hilft nichts.
Man muß auch selber was dafür tun,keine Therapie hilft,
wenn man nicht selber eine Verbesserung wünscht.
Es ist nicht einfach,eher sehr schwer,aber ohne Eigeniniziative geht garnichts.
Wenn ich nur darauf aus bin,bedauert zu werden,ändert sich garnichts,
im gegenteil es wird nur schlimmer.
Ängsten gegenüber muß man sich auch stellen und nicht nur davor weglaufen oder
sich auf eine Therapie verlassen.
Frigi
 

Re: Diagnose "nur" Depression

Beitragvon frank » Mo. 30.01.2012, 19:34

@Frigi, nette Ansicht,
wie wäre es mit einer Vorstellung deinerseits unter
http://www.seelenkummer.de/viewforum.php?f=21
dann wird Deine Ansicht sicher nachvollziehbarer :wink:
frank
 

Re: Diagnose "nur" Depression

Beitragvon Atisha » Mo. 30.01.2012, 19:50

Frigi hat geschrieben:Nur Tabletten futtern und dann meinen es wird besser,hilft nichts.
Man muß auch selber was dafür tun,keine Therapie hilft,
wenn man nicht selber eine Verbesserung wünscht.
Es ist nicht einfach,eher sehr schwer,aber ohne Eigeniniziative geht garnichts.
Wenn ich nur darauf aus bin,bedauert zu werden,ändert sich garnichts,
im gegenteil es wird nur schlimmer.
Ängsten gegenüber muß man sich auch stellen und nicht nur davor weglaufen oder
sich auf eine Therapie verlassen.


Also die Meisten sind hier so krank, das sie die Tabletten aus reiner Not nehmen und dazu so manche schlimme Nebenwirkung.
Und im Allgemeinen sind alle mit ihrem Selbsthilfevermögen am Ende und haben für sich alles getan. Sie brauchen Therapien und externe Inputs um sich aus einer Gefangenschaft zu befreien.
Gerade ein bis zum Letzten gehen und sich nichts anmerken lassen und niemanden belästigen, kennzeichnet die psychisch Kranken - nichts da mit Bedauernssuche.
Sich Ängsten stellen hat auch seine Grenzen, dieser verhaltenstherapeutische Ansatz ist von den Angstgeplagten die ich kenne zur Genüge ausgeschöft wurden.
Atisha
 

Re: Diagnose "nur" Depression

Beitragvon Stern* » Di. 31.01.2012, 18:59

Kann mich da nur atisha anschliesen.
Ich finde diese aussage auch wenn ich ehrlich sein soll sehr gewagt, die wenigsten menschen nehmen einfach so medikamente.
Im gegenteil bis sie dahin kommen um sich davon hilfe zu holen vergeht ein langer weg, auch schreibt ein arzt nicht einfach leichtfertig irgendwas auf..
Das hat schon seine gründe..
Es geht nicht darum sich mitleid zu holen sondern sich unterstützung zu holen und das, ist was ganz anderes und meiner meinung nach sehr sehr wichtig.
Den oft, schafft man es nicht ohne unterstüzung und das, ist auch ok so.
Dafür gibt es die unterstützung und diese sollte man sich auch holen und annehmen ohne ein schlechtes gefühl haben zu müssen.

So sehe ich das.
Liebe Grüße Bea
Stern*
 

Re: Diagnose "nur" Depression

Beitragvon irish_angel » Mi. 01.02.2012, 12:13

huhu!

ich bin auch atishas und sterns meinung!
es ist richtig, dass ohne wille und ein wenig eigeninitiative nichts geht! ich habe vor 7 jahren meine magersucht überwunden, zwar auch mit ambulanter therapie, aber am meisten hat mich mein starker wille da raus gebracht.
nun war ich die magersucht los, es haben sich aber alle anderen krankheiten eingestellt, depressionen, angst- und panikstörung, ptbs... bis heute habe ich mich gegen medikamente gewehrt, mich immer auf meine eigene stärke und willen verlassen. mir gesagt, wenn du damals aus der magersucht gekommen bist, schaffst du das doch jetzt auch! tja, pustekuchen...
schlagartig, von einem tag auf den anderen, lag ich flach... kraft weg, erschöpfungszustände, depressiv ohne ende bis zur arbeitsunfähigkeit.... und wer das nicht schonmal selbst erlebt hat, kann es auch nicht nachvollziehen, wie es ist, wenn sogar das duschen zum täglichen marathonlauf wird und dir die letzten kräfte raubt! also kam der tag, an dem es bei mir auch nicht mehr ohne medikamente ging. ob ich wollte oder nicht, ich musste sie nehmen und sie haben schon so einigen das leben gerettet.
und ich glaube, dass jeder, dem es schlecht geht, wieder so schnell wie möglich gesund werden will! wer mag schon leiden? und allein die tatsache, dass man dann den schweren schritt wagt und sich einen therapeut sucht, zeigt schon den willen, den man hat.
leider ist es so, dass man manchmal seiner krankheit völlig ausgeliefert ist, aber es ist gut zu wissen, dass man hilfe bekommt, nicht alleine ist und da auch wieder raus kommt!

LG
irish_angel
 

Re: Diagnose "nur" Depression

Beitragvon Frigi » Mi. 01.02.2012, 18:33

Wenn körperliche Gebrechen vorhanden sind,Organe oder ähnliches in Gefahr,sollte man auch die Medizin nehmen,die der Arzt verschreibt.
Die Pllen,die ich wegen der Infarkte und des Schlaganfalls nehmen soll,nehme ich auch,
dafür fällt ab und zu das Frühstück aus.
Morgens sind das immerhin 9St.,Abends genau so und da sind 2 Granaten dabei,die ich nur mit einem
Stückchen Banane runter kriege,ich habe vorher noch nie soviele Bananen gegessen.
Ich bin nach dem unerwartetemTode meiner Mutter in ein tiefes Loch gefallen und hatte Depressionen
und Burnout,aber noch zwei Meter und ich bin wieder aus dem Loch raus,ohne Therapie.
Vlt.ist es mein Alter oder ich bin etwas anders gestrickt,als viele junge Leute hier.
jammern liegt mir nicht,klar fließen noch hin und wieder Tränen,wenn ich was trauriges sehe oder höre,
dann lasse ichs eben laufen,was raus muß,muß raus,eshilft zwar nicht,aber was soll's.
Oft führe ich Selbstgespräche,hat den Vorteil,der "Andere" widerspricht mir wenigstens nicht,
das ist für mich normal und hilft beim Denken.
Zum Frustabbau gehe ich in den Keller und verwandele einen Ziegelstein mit dem Hammer in Pulver,
solltet Ihr mal probieren,aber Schutzbrille aufsetzen.
Das hilft enorm und das Pulver läßt sich in der Schlagschnur gut verwenden.
Die Depri habe ich überwunden,der Burnout dauert etwas länger,aber,ich bin mir sicher,
das schaffe ich auch noch.Naja und der Rest...ich bin 55J.der Lack ist ab,
wenn ich nix finde bleibe ich eben alleine,das halte ich schon aus,glaube ich.
Frigi
 

Achtung Trigger!!!

Beitragvon irish_angel » Mi. 01.02.2012, 20:05

das ist schön für dich frigi, dass du es aus eigener kraft geschafft hast! die depression war also noch nicht so stark, dass sie dich hätte komplett zerstören können und du mit deinem willen und antrieb es von selbst geschafft hast!
dennoch hat das nichts mit dem alter zu tun oder mit jammern! hier sind viele leute, die in ihrer ganzen kindheit gequält, misshandelt, missbraucht und sonst was wurden! und wenn man das 18 oder mehr jahre mitmacht und seiner eigenen familie, bzw. eltern so ausgeliefert ist und nie liebe oder geborgenheit erfahren hat, dann zerstört das einen menschen einfach!! besonders so kleine, junge lebewesen wie kinder! hier sind auch viele, deren gehirn durch die traumata mehrere persönlichkeiten abgespaltet hat! kannst du dir vorstellen, was für schreckliche sachen sie erlebt haben müssen??
wie gesagt, dass hat nichts mit dem alter oder jammern zu tun, wir sind jetzt nunmal anfang/mitte 20, werden nun aufs leben losgelassen und wissen gar nicht wie uns geschieht! wir sind geplagt mit flashbacks von früher, mit angst- und panikattacken usw... da reicht es leider nicht im keller mal eben nen ziegelstein zu zertrümmern... wir haben hier ganz andere sorgen frigi...
irish_angel
 

Re: Diagnose "nur" Depression

Beitragvon livianne » Fr. 03.02.2012, 19:20

Hallöchen,

ich denke schon das du eine starke Depression hast, weil alle Symptome daraus schlussfolgern lassen, werde sie mal kurz erklären:
- Schwere Depressionen, teilweise mit Suizidgedanken und Selbstverletzung

Das ist ganz typisch und auch eine "schwere" Depression wegen deiner Gedanken

-
Angst vor Kontrollverlust ( bin sehr vergesslich und unkonzentriert geworden )

Depression und Angst gehen oft einher und es ist nicht ungewöhnlich Panik zu haben. Denk dir mal wie sehr dein Körper im Moment gestresst ist. Auch das Vergessen ist daraus zu schließen und sehr üblich bei Depressionen.

-> Ich drifte in Gesprächen oder allen anderen Tätigkeiten ins Nichts ab. Mein Blick geht plötzlich ins Leere und ich höre nicht mehr zu. Ich muss mich richtig Konzentrieren um meinen Blick und die Aufmerksamkeit wieder auf das richtige zu lenken.

Auch das ist typisch. Du starrst einfach irgendwo hin und fixierst deinen Blick auf etwas. Dabei denkst du an nichts. Du denkst es seien Minuten die du so verharrst aber es sind nur Sekunden.

- Faszination für Dokumentationen über Übernatürliches (Geister, Außerirdische), Verschwörungstheorien und Gewaltverbrecher. Während des Schauens -> Gewaltphantasien -> Wie wäre es wenn ich das getan hätte? (noch nicht stark ausgeprägt, ich erwische mich manchmal dabei)

Das ist zwar recht selten, aber nicht direkt ungewöhnlich. Du identifizierst dich nicht mehr mit deinem Ich und könntest theoretisch ebenso ein Mörder sein (klingt jetzt komisch, ich weiß). Du machst dir auch Gedanken wie es wäre wenn es noch schlimmer käme und denkst du könntest ein Psychopat werden. Daher grübelst du darüber nach.

- Wer bin ich? Was kann ich? Ich habe keine Identität, Gefühl von Wert- & Belanglosigkeit

Sowas ist depressiv. Du siehst keinen Sinn mehr, denkst alles sei Belanglos und du begeisterst dich für nichts mehr. Alles ganz klassische Sachen einer Depression. Du findest dich grad nicht selbst und denkst nur ein Punkt im Nichts zu sein.
- Perfektionismus, den ich aber nie einhalten kann. Es ist fast unmöglich auf etwas stolz zu sein oder Freude zu empfinden -> nie zufrieden

Das ist klar: du kannst dich für nichts begeistern und steckst dir dadurch gewaltige Ziele um Hoffnung auf Freunde zu empfinden falls du die Ziele erreichst.

- Essanfälle

Weiß nicht ob das so typisch ist, weil man ja meist keinen Appetit hat. Vielleicht isst du auch generell zu wenig wegen mangelnden Appetit und dein Körper holt sich dadurch wieder was er braucht.

- Wirke auf andere oft aggressiv, bemerke das aber selbst nicht

Typisch: wenn du eh alles als Belanglos und alles beachtest schenkst du auch nicht Freude für andere und deren Glück. Klar bist du jetzt gereizt, kleine Sachen regen dich einfach auf weil ja eh alles sinnlos ist.

- Bin von jetzt auf Gleich in einer komplett anderen Stimmungslage. Eben gut drauf, plötzlich gereizt, genervt, aggressiv. -> Zweites Ich?

Du hast kein zweites Ich. Nur weil du depressiv bist kann ja nicht immer alles Mist sein. Ab und an kommt halt ein Hoch.

- Schlafstörungen (häufig Alpträume & Aufwachen, starke Geräuschempfindlichkeit)

Ganz normal bei einer Depression. Dein Körper findet keine Ruhe und dreht innerlich im Kreis. Du bist empfindlich, daher die Geräusche die dich noch mehr reizen und auch die Aggression.

- Energie- & Antriebslosigkeit,Geistige Erschöpfung

Ist ja klar wenn man nicht schlafen kann und einen alles reizt, man an die Wand starrt und innerlich leer ist.

- Gefühl von anderen Menschen angestarrt und bewertet zu werden. Gefühl, dass sie wissen, wie ich über mich selbst denke und wie ich fühle. -> soziale Isolation

Wie oben geschrieben scheinst du eine leichte soziale Phobie zu haben (spezieller Fall von Angstzuständen).

- Einsamkeitsgefühle (Traurigkeit, schwere Depression, mehrmaliges tägliches Onanieren)

Du stehst voll unter Spannung, Sex bringt deinen Körper dazu etwas Wut und Spannung abzubauen.

- Unfähig anderen Menschen zu vertrauen. z.B. bei Beziehungen oder im Straßenverkehr -> Panik vor Führerschein -> andere werden mich im Straßenverkehr gefährden oder gar töten

Klar vertraust du keinen, du bist ja Momentan auch nicht du, vertraust dir selber nicht. Wie dann anderen Menschen vertrauen?


Alles in allen klingt es nach einer normalen Depression. Du wärst am liebsten wo anders oder tot, aber hast dennoch Angst von anderen geschädigt zu werden.
Googel mal Depression, da findest du genau das.

Erst einmal würde ich es mit Tabletten versuchen und wenn diese anschlagen eine Therapie machen.

Sei gedrückt, das kennen wir alle.
Es geht alles vorbei und es ist eine normale Depression aus der du raus kommst!
livianne
 

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