Lustloses Dahinvegetieren

Wenn ihr depressiv seid, könnt ihr euch hier über die Krankheit Depressionen austauschen, aber auch über andere depressive Zustände wie Burn-Out oder die manisch-depressive (bipolare) Störung.

Lustloses Dahinvegetieren

Beitragvon Wörbelflözer » Do. 09.03.2017, 02:19

Hallo,

ich habe unter anderem eine recht ausgeprägte Depression, welche
mir jegliche Lust an Aktivitätsausübungen nimmt.
Meist lieg ich den ganzen Tag nur im Bett, außer ich muss mal zum Einkaufen,
das erledige ich aber dann ganz schnell, um wieder rumliegen zu können.
Es ist ziemlich langweilig so vor sich hin zu dümpeln,
allerdings kann ich mich nicht dazu bewegen etwas sinnvolles zu machen,
das Spaß machen soll. Wenn mir Aktivitäten vorgeschlagen werden, dann lehne ich diese
meist ab oder gebe schnell wieder auf, weil ich sie eher als belastend als spaßig empfinde.
Ein richtiges soziales Umfeld habe ich nicht.
Dazu kommt noch die Tag/Nacht Umkehr, welche mir einige Sorgen bereitet.
Ich schlafe tagsüber und bin Nachts wach.

Ich möchte gerne Wissen, wem es noch so geht und was man dagegen machen kann.
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Re: Lustloses Dahinvegetieren

Beitragvon Pinkychen » Do. 09.03.2017, 02:48

Hallo mein Lieber,

Ich kenne das was du beschreibst sehr gut.
Das hatte ich vor ca 2 Jahren genau so.
Bist du in therapeutischer Behandlung?
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Re: Lustloses Dahinvegetieren

Beitragvon Wörbelflözer » Do. 09.03.2017, 03:55

Hallo Pinkychen,

Wie hast du es geschafft, das zu überwinden ?

Ich habe derzeit nur meinen Ergotherapeuten, der mir allerdings bei dieser Problematik nur bedingt
weiterhelfen kann. Einen Psychotherapeuten habe ich noch nicht kontaktiert.
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Re: Lustloses Dahinvegetieren

Beitragvon Pinkychen » Do. 09.03.2017, 04:07

Darauf wollte ich hinaus.

Ich hätte es nie alleine geschafft da raus zu kommen, sondern habe mich in Behandlung gegeben.

Ich war zunächst bei uns in der Institutsambulanz und er hat mir geraten stationär zu gehen.

Ich war 12 Wochen im Krankenhaus. Das war zwar anfangs sehr schwer, aber es hat sich gelohnt und es hat mir wirklich sehr geholfen.

Du solltest dir also auf jeden Fall Hilfe suchen!
Ich hätte es viel früher machen sollen und habe mir mehr wie 1 Jahr lang alles schön geredet... das bringt nichts...
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Re: Lustloses Dahinvegetieren

Beitragvon Wörbelflözer » Do. 09.03.2017, 04:21

Ich war die letzten 2 Jahre eigentlich nur stationär in der Psychiatrischen Klinik, dort wurde aber fast nur mit Medikamenten umherprobiert. Ich war dort vorrangig wegen den Schizophrenie-Symptomen.

Durch ein Medikament, das ich ein Jahr lang nahm bin ich auch ziemlich dick geworden, was sich aber jetzt wieder etwas bessert. Das hat sehr stark an meinem Selbstbewusstsein genagt.

Zuletzt war ich 3 Monate von November bis Januar. Es gab zwar auch therapeutische Gruppengespräche, aber ich wollte das nicht, vor ca. 10 Leuten darüber sprechen.

Was aber gut getan hat, war der soziale Kontakt mit den Mitpatienten auf der Station.

Ich habe in 3 Tagen einen Termin bei meinem Psychiater hier vor Ort, ich werde ihn mal bezüglich einer Psychotherapie ansprechen.
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Re: Lustloses Dahinvegetieren

Beitragvon Wörbelflözer » Do. 09.03.2017, 04:29

pardon, es sind 5 Tage
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Re: Lustloses Dahinvegetieren

Beitragvon Pinkychen » Do. 09.03.2017, 11:18

Ich denke, dass es eine Glückssache ist ob man mit dem Krankenhaus klar kommt oder nicht. Ich muss sagen, dass ich wirklich sehr viel Glück hatte mit dem Psychologen und den Gesprächen und auch mit den anderen Patienten im Krankenhaus. darüber hinaus habe ich allerdings lange gebraucht bis ich reden konnte, deswegen war ich auch zwölf Wochen im Krankenhaus und nicht die geplanten sechs Wochen, weil nach vier Wochen die Therapien bei mir erst gegriffen haben und mir das Ganze sehr schwer gemacht haben.

Die Therapien, insbesondere mit zwei verschiedenen Psychologen, haben meine Gefühlslage und auch die Depressionen sowie die Angst Zustände und die Panikattacken erstmal weiter verschlimmert, aber das war abzusehen und sollte so sein und dann konnte mir auch richtig geholfen werden. Ob jetzt von den Gesprächen her oder auch von der medikamentösen Einstellung, ohne die ich glaube ich heute nicht so durch den Tag kommen würde, wie ich es zur Zeit tue. Daher rate ich dir wirklich mit deinem Psychiater in 5 Tagen darüber zu reden und zwar wirklich alles und wenn ich dir einen Tipp geben darf, dann schreib dit vorher auf was du sagen möchtest damit du nicht die Hälfte vergisst ;)

Auch wenn du schlechte Erfahrungen mit Krankenhäusern und dem Aufenthalt hattest, hoffe ich dass ich dir helfen konnte und ich hoffe auch dass du ein Krankenhaus findest, dass dich unterstützt das Ganze zu überstehen aber auch vor allen Dingen das ganze zu verstehen was sehr viel wichtiger ist als manche Leute denken
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Re: Lustloses Dahinvegetieren

Beitragvon Wörbelflözer » Do. 09.03.2017, 23:50

Eine Frage habe ich aber da:
Wie verläuft so eine Therapie ?
Wird das rein über Gespräche geregelt, oder übt man dort auch ein wenig den Alltag ?

Wenn das nur über Gespräche geht, dann werde ich ziemlich aufgeschmissen sein, da ich meine Zustände meist schlecht beschreiben kann und ich auch nicht so der Denker bin, ich sehe alles aus einer sehr einfachen Sichtweise. Ich weiß oftmals auch nicht, was ich sagen soll, wenn mich Leute fragen, wie sich etwas anfühlt oder wie es mir momentan genau geht. Das ist alles sehr eigenartig und abstrakt.

Ja, das mit den Krankenhäusern ist so eine Sache, hier in der Nähe gibt es halt nur eines. Und weitere Strecken kann ich leider nicht zurücklegen.

Meinen längsten Aufenthalt hatte ich 2015, das ging über 5 Monate.Ich hatte da eine recht starke Psychose, wo ich sehr verwirrt unterwegs war und es dauerte lang, das halbwegs in den Griff zu bekommen.
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Re: Lustloses Dahinvegetieren

Beitragvon Pinkychen » Fr. 10.03.2017, 15:41

Also da wo ich im Krankenhaus war lief es nicht nur über Gespräche. Wir haben da auch über den Alltag gesprochen und was man machen kann wenn man merkt dass es einem besonders schlecht geht oder alleine schon die Anzeichen besprochen und das haben wir in einer Gruppe gemacht. Es hilft sehr wenn andere noch mit dabei sind und wir haben auch einige gehabt die sich schwer damit getan haben sich auszudrücken, aber die Psychologin die da war hat uns dann auch geholfen. wir haben eine notfallliste gemacht welche Schritte wir durchgehen können etc also da wird sehr viel mehr gemacht als nur Gespräche.

Es wird in jeglicher Hinsicht an einem gearbeitet und das ist auch individuell auf die Person angepasst. Bei uns gab es unter anderem auch Massage, Sport oder andere Sachen. Wenn du in deiner Nähe keine andere Klinik hast, dann kannst du ja auch auf Absprache mit deinem Psychologen in eine andere gehen. Wenn die weiter weg ist dann musst du halt da bleiben, aber das ist dann ja auch halb so schlimm. Bei mir war es jetzt von Vorteil, dass ich die Klinik sehr in meiner Nähe hatte und deswegen auch am Wochenende nach Hause durfte, um das zu Hause zu üben. Es gab dann grundsätzlich montags ein Gespräch um zu sagen, wie es zu Hause lief und ob alles geklappt hat und was nicht geklappt hat. Ich würde deine Bedenken mit deinem Psychologen besprechen. Auch was die Klinik angeht und was die Entfernung angeht und dass dir nur Gespräche nicht reichen. Da bist du garantiert nicht der einzige und dein Psychologe wird dir mit Sicherheit helfen da eine Lösung zu finden.
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