Ich fühle mich so falsch auf dieser Welt und in mir

Hier könnt Ihr allgemein über psychische Störungen und Krankheiten sprechen bzw. wenn Ihr Euch nicht auf eine spezielle Thematik festlegen wollt.

Falls Ihr nicht genau wisst, um was für eine Störung es geht oder in welchem Unterforum es passen würde, könnt Ihr ebenfalls auch erst einmal hier schreiben.

Ich fühle mich so falsch auf dieser Welt und in mir

Beitragvon carry04 » Di. 21.02.2017, 18:36

Hallo zusammen,

ich schreibe hier mal mein Problem bzw. meine Sorge, da ich momentan noch nicht weiß, ob und welche bzw. inwiefern das was ich beschreibe eine Krankheit oder Störung ist.

Ich weiß nicht recht wo ich anfangen soll. Ich bin 20 Jahre alt, inzwischen seit gut einem Monat jetzt in Therapie, weil mich schon seit gut genommen 3 Jahren Depressionen plagen, die sich Jahr zu Jahr, sogar Monat zu Monat verschlechtert haben, sodas die Diagnose meiner Therapeutin lautete : Schwere depressive Episode.
Herausgefunden haben wir, dass einer der Hauptauslöser meine Ausbildung ist, in der ich mehr als unglücklich bin und mich nur mit großer Qual hingeschleppt habe, bis ich letztes Jahr kurz nach Weihnachten zusammengebrochen bin. Seitdem bin ich krankgeschrieben.
Ich habe in letzter Zeit viel nachgedacht, auch wenn natürlich meine Gedanken immer wild in meinem Kopf herumschwirren.

Aber ich habe mich auch näher mit einem Problem befasst, dass ich eigentlich schon seit mindestens 7 Jahren habe, soweit ich mich erinnern kann. Und ich bin inzwischen auch davon überzeugt, dass dieses Problem ebenfalls stark dazu beigetragen hat, dass sich bei mir die Depression so stark "entwickeln" konnte. Oder dass es sie überhaupt erst gibt.
Es ist ein Gefühl, um es kurz zu sagen, nicht von dieser Welt zu sein. Nicht hierher zu gehören. Ich weiß, dass dieses Gefühl oft mit einer Depression Hand in Hand geht. Falsch hier zu sein. Nicht dazuzugehören.
Aber es ist bei mir mehr als nur das....ich fühle mich tagtäglich als wäre ich komplett falsch auf dieser Welt. Als wäre diese Welt der falsche Lebensraum für mich.
Ihr kennt es vielleicht: Man sieht sich einen Fantasyfilm an und denkt sich dann oft im Nachhinein "Hm wie gern würde ich auch in dieser Welt leben." So ähnlich kann man es beschreiben. Nur dass es sich auf keine bestimte Welt bezieht. Keine Fantasywelt. Es ist mehr, dass ich mich auf dieser Erde richtig unwohl fühle, in mir selbst unwohl fühle und mir vorkomme, als wäre ich nicht für diese Erde geschaffen. Ich fühle mich gefangen, richtig gefangen in meinem Körper, in meinem Leben, in meinem Sein...ich denke mir jeden Tag, dass ist nicht das was ich bin. So will ich nicht sein. Das ist nicht meine Welt. Jede Nacht schaue ich in den Himmel hinauf zu den Sternen und habe so ein unglaubliches, unbeschreibliches Sehnsuchtgefühl. Eine Sehnsucht, die nichts auf dieser Welt erfüllt. Ich bin schon viel gereist, habe viele wunderschöne Orte dieser Welt gesehen, Menschen kennengelernt, aber ich fühle mich zu nichts verbunden, ich fühle mich ständig fremd. Deswegen kann ich auch so schlecht Kontakt mit anderen Menschen herstellen oder jemanden kennenlernen. Ich fühle mich immer anders als die Anderen. Und manchmal, wenn ich dann in einer Gruppe von Menschen oder auch nur mit einem Partner zu zweit irgendwo unterwegs bin, möchte ich oft wieder alleine sein, damit ich mich nicht verstellen muss. Ich habe immer das Gefühl, egal wo ich bin, dass ich mich als jemand geben muss, der ich nicht bin, um so zu sein wie die Anderen.
Ich entfremde mich auch selbst immer mehr von dieser Welt, von den Menschen, Bekannten, Familie...einfach weil ich mich so falsch hier fühle. Jeden Tag denke ich mir, würde jemand kommen und mir die Möglichkeit bieten, hier weg zu gehen, fort von dieser Welt, ich würde die Gelegenheit ergreifen ,auch wenn ich meine Familie trotzdem liebe.
Aber ich bin einfach so grausam unglücklich hier, sodass ich glaube, dass ich deswegen auch schon immer anfällig für Depressionen war.
Es gibt auch manchmal Momente, die sehr gering sind, in denen ich mir sogar wünsche ich könnte sterben, nur um so vielleicht an den Ort oder die Welt zurückzukehren oder zu kommen, wo ich wirklich zuhause bin. Wo ich hingehöre. Das soll aber nicht heißen, dass ich auch wirklich daran denke oder jemals planen würde, mir das Leben zu nehmen. Das möchte ich einerseits dann auch nicht. Es schmerzt nur manchmal einfach sehr.
Ich weiß nicht, ob das etwas mit der Persönlichkeit zu tun hat, eine Störung ist oder einfach zur Depression gehört. Aber ich weiß zumindest, dass dieses Gefühl sehr deutlich schon da war, bevor ich an den Depressionen erkrankte. Das ist es was mich halt auch belastet. Weil die Depression erst viel später als dieses Gefühl gekommen ist.
Ich werde das morgen aufjedenfall bei meiner Therapeutin ansprechen, aber mich würde interessieren, ob es vielleicht jemanden gibt, der dieses Gefühl kennt, dem es so ähnlich geht. Welche Hintergründe das haben könnte.

Ich danke euch, wenn ihr es durchgeselen habt.
LG Carina
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Re: Ich fühle mich so falsch auf dieser Welt und in mir

Beitragvon Another » Di. 21.02.2017, 19:45

Herzlich Willkommen hier im Forum, Carina. ^^

Mir geht es in bestimmten Punkten ähnlich wie dir. Ich bin auch depressiv, bloß das bei mir die Gründe wahrscheinlich noch etwas vielschichtiger sind. (Krank geschrieben bin ich auch. Schon länger als mir lieb ist... ^^")
Das Gefühl von dieser Welt zu sein kenne ich auch! Menschen sind so seltsam. Okay, eigentlich bin wahrscheinlich ich seltsam, und nicht alle anderen Menschen, aber diese Welt ist so schrecklich. Zwischenmenschliche Kommunikation fällt mir auch sehr schwer. Dabei hätte ich gerne Kontakt zu Menschen, bleibe die meiste Zeit aber einsam. Oft bin ich aber auch gerne alleine und brauche meine Ruhe. Ich weiß nicht in wie weit es dir da ähnlich geht.
Wo/In welcher Welt würdest du gerne leben?
Wie sollte es dort aussehen? ^^

Es wird auch Menschen geben, bei denen du genau so sein kannst wie du willst. Ohne dich verstellen zu müssen. Hier im Forum wäre zum Beispiel ein guter Anfang dafür.

Mir geht es in vielen Punkten ähnlich. Woher das kommt kann ich dir nicht sagen. Bei mir war es schon immer so. Ich habe nirgendwo reingepasst. Also ich habe Asperger Syndrom, falls dir das etwas sagt. Ich weiß nicht in wie weit dir das weiterhelfen könnte, aber je mehr Informationen, umso besser. Allein Depressionen erklären dieses "sich fremd und nirgendwo richtig dazugehören" nicht. Da steckt noch etwas anderes dahinter.

Ich hoffe du findest hier Antworten und auch ein Stück zu dir selbst, oder Gewissheit. (:
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Re: Ich fühle mich so falsch auf dieser Welt und in mir

Beitragvon loner » Di. 21.02.2017, 22:01

Hallo Cary,

Dieses Gefühl packt mich auch immer mal wieder, ist aber nicht beständig. Also ich fühle mich tatsächlich immer anders als alle anderen, als gehöre ich hier nicht hin, will aber nicht immer ausreißen. Der Wunsch meine Sachen zu packen und es anderswo und ganz allein nochmal zu versuchen, packt mich phasenweise. Ich habe auch große Probleme, Bindungen aufzubauen, weil ich mich unverstanden fühle von den Menschen. Ich habe mich oft gefragt, ob es mit Intelligenz zusammen hängen könnte. Aber ich will mir selbst nicht übermäßige Intelligenz zuschreiben. Ich bin so ein Mensch, der sich an alles anpassen kann, sich verbiegen kann, und flexibel ist, aber dann nicht tatsächlich so ist. Ich habe erst einmal einen Menschen getroffen, von dem ich annahm, dass er da so ähnlich ist wie ich. Und der hat genauso große Bindungsschwierigkeiten, weshalb wir auch keinen Kontakt mehr haben. Er ist ein sehr intelligenter Mensch, der eigentlich gut mit Fremden umgehen kann und dennoch den Kontakt nciht halten kann.
Es kann bei dir natürlich auch ein Zeichen tiefster Unzufriedenheit sein. Vielleihct lebst du gerade noch so, wie es dir deine Eltern oder die Gesellschaft vorgeben. Du hast deine Schule gemacht, jetzt halt die Ausbildung. Später folgt Mann, Haus und Kind, so wie es eben alle machen. Und eigentlich willst du vielleicht was ganz anderes machen, und diese Struktur, die dich festhält macht dich so unfrei.
Ich habe gerade eben auch deinen anderen Beitrag gelesen mit den Essgeräuschen. Ich hab das zwar jetzt nicht so wie du, aber ich merke, dass ich an manchen Tagen besonders unausgeglichen und genervt bin, bei wirklcih jeder Kleinigkeit. Das sind meistens Phasen, in denen ich total unzufrieden bin. Ich kann mir vorstellen, dass das mit den Geeräuschen bei dir mit der Depression und der Ausbildung zusammenhängt. Wenn du unzufrieden bist, ist die Reizschwelle einfach oft niedriger. Das hat auch was mit der chemischen Regulierung im Körper zu tun, dennke ich. Beispielsweise habe ich damals an den Wochenende nicht geraucht, unter der Woche aber schon, weil ich es halt am Wochenende vor meinen Eltern geheim gehalten hatte. Das hat schon dazu geführt, dass ich super gereizt war, weil meinem Kröper einfach was gefehlt hat. So ähnlich ist das bei Depression glaube ich auch. Da fehlt dem Körper glaube ich Serotonin (oder auch was anderes, ich weiß es nicht genau) und er kann sich nicht gut regulieren.
Wichtig ist eigentich die Frage, wie willst du damit umgehen? Hast du schonmal an einen Wechsel deiner Ausbildung gedacht? Vielleicht kannst du zusammen mit deiner Therapeutin herausfinden, was dich konkret unglücklich macht und das ändern. Dann wirst du wahrscheinlich im Allgemeinen weniger gereizt sein.

Das mit dem sich fremd fühlen weiß ich leider aber auch nicht, ob man das je los wird. Er ist kann wirklich schlimm sein. :( Vielleicht wird das mit einer Änderung deiner Lebens- und Arbeitsumstände aber erträglicher.

LG loner
Wie einfach wäre das Leben, wenn sich die unnötigen Sorgen von den echten unterscheiden ließen. (Karl Heinrich Waggerl)
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Re: Ich fühle mich so falsch auf dieser Welt und in mir

Beitragvon carry04 » Di. 21.02.2017, 23:31

Hallo Another,
danke für deine Worte!

Ja, das beschreibst du ganz gut. Ich würde eigentlich auch gerne Kontakt zu anderen Menschen haben, was zusammen unternehmen. Aber zeitgleich tritt dann oft auch das Gefühl auf, wieder gern allein sein zu wollen, gerade dann wenn ich merke, dass ich mich wieder so entfremdet von der anderern Person fühle, und das kommt manchmal auch plötzlich ohne jeglichen bestimmten Grund. Da dreht sich dann in mir bloß die Stimmung und die Gedanken "Ich will jetzt wieder allein sein, das gefällt mir nicht mehr" tauchen auf.

Wo/In welcher Welt würdest du gerne leben?
Wie sollte es dort aussehen? ^^
Das ist eine gute Frage. Eigentlich kann ich darauf bloß antworten: Anders^^. Um es so zu sagen, mag ich die Lebensweise von uns Menschen nicht sonderlich. Diesen typischen Lebensweg, die typische Lebensart...in die Arbeit gehen, Familie haben/gründen, Kinder bekommen oder nicht...immer weiter brav zur Arbeit gehen, ein Haus haben usw...einfach dieses typische Menschenleben bekommt mir irgendwie nicht. Ich wünsche mir oft eine Welt, in der das nicht so ist. Wo man frei ist. Wo man nicht diesen typischen Standard haben muss, um überleben zu können. Manchmal denke ich mir auch, dass ich es lieben würde, einfach im Wald zu leben oder in der freien Natur, so wie die Menschen früher.
Oder manchmal wünsche ich mir auch mehr Abenteuer. Klar, das hat jetzt wieder mehr mit Fantasygeschichten zu tun aber genau nach so etwas sehne ich mich auch. Dieses langweilige Menschensein passt mir nicht. Das bin ich nicht. Ich fühle mich vollkommen falsch, wenn ich mich so "normal" verhalten muss.
Und ich wünsche mir vor allem oft auch eine Welt, die ganz anders ist als unsere. Weniger Menschen. Wo es nicht all diese Gewalt gibt und diese grauenvollen Taten, die täglich passieren. Klar, des gehört irgendwo wahrscheinlich zu jeder Welt dazu, dass es Gutes und Böses gibt. Aber ich wünsche mir oft, ich könnte in einer Welt leben, wo es nicht so reichhaltig ist.
Einerseits finde ich die Natur auf dieser Welt schon sehr schön und beeindruckend. Aber auch wenn ich schon an wunderschönen Orten wie in Island zb. war und mich die Wasserfälle dort wirklich fasziniert haben, so fühle ich mich auch dort nicht zugehörig, auch wenn das schon mehr meinen Vorstellungen entspricht.
Ich wünsche mir oft und bete irgendwie auch oft darum, gerade wenn ich nachts in den Himmel schaue, dass endlich jemand kommt und mich holt und an einen anderen Ort mitnimmt. Einer der sagt " Komm, wir gehen nach Hause, weg von hier". So sehr ich meine Familie liebe, sie kann mir leider dieses Gefühl, nach dem ich mich so sehne auch nicht geben.

Danke :) Ja, ich werde sehen. Vielleicht hast du ja Recht.
Vom Asperger-Syndrom habe ich schon gehört, müsste jetzt aber nochmal nachschauen, was genau das umfasst.
Es wird wohl interessant werden, herauszufinden, woher dieses GEfühl kommt und was es vielleicht gibt, um es loszuwerden.

LG und danke!
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Re: Ich fühle mich so falsch auf dieser Welt und in mir

Beitragvon carry04 » Di. 21.02.2017, 23:42

Hallo Loner!

Danke auch für deine Worte.
Ja, das beschreibst du sehr gut. Und das stimmt tatsächlich. Ich fühle mich gerade mehr als unzufrieden mit meinem Leben. Ich lebe noch zu Hause bei meinen Eltern und fühle mich dadurch auch irgendwie eingeengt in Bezug darauf, meine eigenen Entscheidungen zu treffen oder mein Leben zu verändern wie ich es möchte. Klar, ich bin 20, aber solang man bei den Eltern lebt, ist es immer noch schwerer, seinen eigenen Weg zu gehen.
Ich denke in letzter oft darüber nach, auszuziehen, um schon mal einen Anfang zu machen. Ich möchte mein Leben auch aufjedenfall ändern. Das ist denke ich sehr wichtig, denn ich merke dass es so nicht weitergehen kann. Ich habe mit meiner Therapeutin diesbezüglich schon drüber gesprochen, auch wegen der Ausbildung. Sie meinte "DIe Depression muss nicht immer negativ sein. Sie kann auch der Hinweis sein, dass man etwas an seinem Leben ändern muss, und das kann positiv sein."
Ich fühle mich momentan mit allem sehr unzufrieden. In manchen Sachen, die ich verändern möchte, stimmen mir meine Eltern dagegen. Ich liebe sie zwar und ich weiß, dass es ihnen schwer fallen würde, wenn ich ausziehe, so auch mir, aber ich habe oft das Gefühl, dass es für mich, mein Leben, vielleicht besser so wäre.
Allerdings schwirren mir natürlich im Moment auch allerlei Gedanken im Kopf und ich kann im Moment auch nicht sagen, ob das was ich meine, auch wirklich das Beste für mich wäre oder ob nicht doch anders denken würde, wäre ich bei klarem Verstand.
Aber im MOment, in meinen schlimmsten Momenten in den letzten Wochen, wusste ich eines ganz genau: Dass ich aus diesen Depressionen und aus meiner unglücklichen Lebenssituation nur herauskommen kann, wenn ich mein Leben gehörig verändere. Nicht so weitermachen wie vor dem Zusammenbruch.
Nur genau da liegt mein Problem dann eben wieder, dass dieses umfasst: Wohin mit mir dann? Ich finden noch keinen richtigen Weg für mich, weil ich mich eben bei allem so fremd fühle und mir nichts auf dieser Welt richtig für mich erscheint. Es ist ein Teufelskreis in dem ich mich momentan befinde. Einerseits will ich etwas ändern, aber wenn ich das tue, wohin dann, was kann ich ändern, in welche Richtung will ich es ändern und so lande ich wieder wo ich bin und bin unmotiviert, weil ich nicht weiß, was ich tun kann.

Ich hege momentan noch große Zweifel, ob dieses Gefühl jemals verschwinden wird, aber werde versuchen, es irgendwie herauszufinden, mit meiner Therapeutin oder auf anderem Weg.
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Re: Ich fühle mich so falsch auf dieser Welt und in mir

Beitragvon loner » Mi. 22.02.2017, 00:02

Hast du mal an ein Freiwilliges Soziales Jahr oder Work and Travel gedacht? Es würde dir Zeit verschaffen, dir klar zu werden, was du eigentlich willst. Du könntest wertvolle Erfahrungen sammeln und wirst dadurch auch eigenständiger. Während dieser Zeit könntest du dann auch überlegen, welche Berufe dich wirklich interessieren und Berufe kennen lernen. Nach der Schule wusste ich auch so überhaupt nicht, was mich interessiert. Und ehrlich gesagt hatte ich auch keinen Plan, was es alles für Möglichkeiten in der Arbeitswelt gibt. Ich hab dann einfach angefangen, etwas zu studieren, wo ich dachte, das könnte was sein. Und hatte Glück, zum Glück!
Ich weiß noch, wie die erste Woche war, nachdem ich ausgezogen bin. Freiheit pur. Wirklich. Du hast endlich deinen eigenen Haushalt und kannst Entscheidungen treffen ganz unabhängig davon, was deine Eltern jetzt davon halten oder wie die es machen würden. Du musst ja nicht ewig weit weg ziehen. Besuchen kannst du sie immer. Aber du hast die Möglichkeit der Selbstbestimmung und des Rückzugs. Ich war irgendwann wirklich so genervt vom Haushalt meiner Eltern, weil ich vieles einfach anders mache. Ich könnte mir nie vorstellen, wieder zu Hause einzuziehen. Aber die Möglichkeit ist da. Und ich denke, dass auch deine Eltern, wenn euer Verhältnis so gut ist, dich auch wieder einziehen lassen würden, wenn du den Auszug im Nachhinein doch als zu verfrüht ansiehst. Das ist keine Einbahnstraße.
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