Himmel oder Hölle

Hier geht's um jede Form von zwischenmenschlichen Beziehungen, also um Liebe(skummer) und Partnerschaft (auch Sexualität), um Freunde, Bekannte, Angehörige und andere soziale Kontakte in Eurem Umfeld.

Himmel oder Hölle

Beitragvon aoide » Di. 06.02.2018, 15:28

Was ist nur los mit mir?

Geisterstunde und zwei Fremde, die sich erstmalig und zu einem Nachtspaziergang in der Stadt treffen. Zu seiner rechten wende ich den Kopf nach links und blicke nach oben in sein Gesicht. Miss Großklappe auf einmal ganz klein, schüchtern wie ein Mädchen. Zwei Fremde, die nachts stundenlang und frierend miteinander spazieren und reden und sich am Ende fragen, was sie sich eigentlich erzählt haben, während die Zeit einen Sprint hinlegte. Zum Abschied eine Umarmung. Eine lange Umarmung. Ist das merkwürdig? Ich habe Angst, dass er mich küsst. Nicht, weil ich es nicht will, sondern weil ich mir diesen Moment entgegen meiner sonstigen Gewohnheiten aufsparen möchte.

Einige Abende und viele Kurznachrichten später ein 4,5 Stunden langes Telefonat zwischen den beiden. Habe ich schonmal so lange mit jemandem am Hörer gesprochen? Ich denke nicht. Und am Ende wieder die Frage. Was haben wir uns denn eigentlich erzählt, während die Zeit über den gesamten Äquator rannte?

Offenbar hat man sich viel zu sagen. Wir gehen zusammen aus. Wir bestellen eine Flasche Wein (und noch eine...). Die Kellnerin schenkt ein. Die Kellnerin kommt wieder, möchte kassieren und bald das Restaurant schließen. Sind tatsächlich erneut und klammheimlich 5 Stunden ins Land gezogen? Die Beschwippsten küssen sich zum ersten Mal. Zwischen ihnen der Tisch. Ich habe vergessen, dass ich mit dem Taxi nach hause fahren wollte. Ich bin zu angetrunken, um den Zeigefinger zu heben. Will ich es? Ich denke nicht. Ich denke gar nichts mehr. Wir spazieren zu ihm. Nach weiterer Unterhaltung, einem Glas Wasser und gemeinsamen Zähneputzen schlafen wir in den nächsten 10 Stunden etwas nebeneinander und 5 mal miteinander, wovon ich mindestens 48 Stunden zehren darf dank des zärtlichen Muskelkaters. Aber vorher macht er mir Frühstück (oder besser ein verspätetes Mittagessen) während ich dusche. Eine Schüssel mit Haferflocken und Kakao und eine Schüssel mit Müsli. Ich soll beides probieren und das nehmen, was ich mag, während er sich der Körperhygiene widmet. Ich esse beides. Er fährt mich nach hause, weil ich zur Arbeit muss.

Der Oxytocinspiegel sinkt. Die Realität hat uns wieder. Und nun? Sex ist trügerisch. Eine gefährliche Droge. Eine schöne Droge. Sie bildet sich ein, dass er sich nun sporadischer meldet, er findet, dass von ihr kaum etwas kommt. Unsicherheit. Auf beiden Seiten. Einige Tage später eine erste kleine Aussprache mit dem Ergebnis einer schlaflosen Nacht. Nicht allein aufgrund der Droge, die erneut ihre Wirkung erzielen durfte, sondern aufgrund von ihren Gesprächen. Ich höre maximal 50 Prozent von dem, was er mir erzählt. Nicht nur, weil er überhaupt sehr viel spricht, sondern weil ich in seinen Augen abtauche und nur noch die Stille dieser Tiefe vernehme. Wie kann das sein? Ich bin interessiert und stelle viele Fragen, doch höre ich die Antworten? Ich werde mal nach ADS googlen müssen oder meinen Apotheker um Rat fragen.

Morgen habe ich Geburtstag. An meinem Geburtstag gratuliere ich meiner Mama, weil sie mich vor Jahrzehnten unter starkem körperlichen Schmerz zur Welt gebracht und es überlebt hat. Ich bin müde von der letzten Drogennacht und sollte schlafen. Alleine. Ich entscheide mich am nächsten morgen früh aufzustehen und ihm Kartoffelsalat zu machen, welchen er am Mittag abholen darf bevor ich zur Arbeit muss. Er tut das. Mit Blumen und Tee. Nachdem es auf seine Nachfrage keine schwarzen Rosen gab bot ihm die sichtlich verstörte Floristin Orchideen an, welche er vehement ablehnte, da ich sie nicht mag. Mein Held kommt mit einem Strauß voller großer weisser Rosen und irgendwelchen anderen Blumen dazwischen und geht mit Torte und Kartoffelsalat nach ein paar Küssen.

Einige Tage später lade ich ihn zu mir ein. Ich koche. Absichtlich kaufe ich nur diese eine Flasche Weisswein, die ich fast halb für das Kochen aufbrauche. Vielleicht sollten wir einen Film ansehen nach dem Essen? Aber ich habe immer noch ADS und könnte einem Film noch weniger folgen als ihm. Wir verbringen also wieder 7 Stunden mit mehr oder weniger sinnvollen Gesprächen und Musik und Wein auf meiner Couch. Er strahlt mich so an. Er ist so zärtlich und männlich zugleich. Wie er mein Gesicht in seine Hände nimmt, wenn er mich küsst. Wie er meinen Nacken festhält während er mich ansieht. Ich bin keine Knutsch-und Fummeltante. Er darf. Ich mag es. Er darf meinen Kopf, mein Gesicht, meine Hand berühren und streicheln. Er darf mir auch meine Droge verabreichen bevor wir noch 2 Stunden Schlaf generieren. Er sagte er kann nicht so leicht bei oder neben fremden Leuten schlafen. Das würde bei ihm lange Zeit dauern. Es dauert, wie bei den letzten Malen, genau zwei Minuten und er schlummert erneut mit seinen Lippen an meinem Nacken und meinen Körper fest umklammert. Lange hingegen dauert seine Verabschiedung bevor er zur Arbeit geht. Immer wieder kommt er zu mir ans Bett, sieht mich an, nimmt mein Gesicht in seine Hände und küsst mich. Irgendwann schmeisse ich ihn raus, damit er pünktlich zu seinem Termin kommt.

Und wieder 24 Stunden voll auf Oxytocin. Und Schlafentzug. Und nach 25 Stunden die Verabredung mit der Realität.

Ich kriege es einfach nicht hin. Ich kann es nicht genießen.
Da ist dieser unglaublich, unfassbar tolle Mann, der gar nicht weiss, welch seltener Spezies er angehört und wie verrückt er mich macht und wie schön sein Penis ist, während ich nicht dachte irgendwann nochmal so zu empfinden. Und ich verspüre neben diesem wunderschönen Gefühl mit ihm auch eine unheimliche Erleichterung, dass ich etwas fühle. Aber ich fühle mehr. Und ich kann es so schwer in Worte fassen. Es fühlt sich an wie eine Depression. Es macht mich so panisch, dass ich die nächste Verabredung absagen möchte. Ich fühle, als würde ich schön träumen und plötzlich im Krieg aufwachen. Wenn wir zusammen sind fühlt es sich so unglaublich gut und auch so nah und vertraut an, dass ich das alles niemals in Frage stellen würde. Es fühlt sich so an als sei diese Geschichte bereits vor sehr langer Zeit geschrieben worden. 24 Stunden nach seinem Abschied fühle ich kaum mehr etwas. Ich verliere den Bezug und denke wir sind zwei Fremde. Ich frage mich dann, ob ich mir das tolle Gefühl zwischen uns Beiden nur einbilde. Ich fühle eine Distanz, die mir wehtut. Ich kontrolliere meine Gedanken und mich, damit ich mich nicht in irgendetwas hineinsteigere und mir irgendwelche falschen Dinge zusammenreime, um ihn damit zu verscheuchen. Ich frage mich, ob ich ihn verscheuchen soll, bevor er von selbst abhaut. Ich frage mich, warum ich diese Gefühle alle haben muss, für die es ohnehin viel zu früh ist. Ich will die gar nicht. Ich google, wie ich sie eindämmen kann und wie man es langsam angehen lassen kann. Ist er distanzierter als zuletzt? Ich weiss es nicht, aber zur Sicherheit beantworte ich seine Nachrichten zurückhaltend und kühl.

Klar denkt ihr euch, dass die TE nicht alle Latten am Zaun hat. Das denke ich mir selber.
Aber es hilft nichts. Ich kann dieses Karussell nicht anhalten und mir ist schon ganz übel. Für die meisten Menschen ist diese Kennenlern- und Verliebungsphase wahrscheinlich die schönste Phase einer Beziehung. Für mich ist es die Hölle. Ich empfinde dabei keine Spannung, ich fühl mich höchstens angespannt. Ich kriege einfach kein gesundes Nähe-Distanzverhältnis hin. Für mich ist das keine nette Achterbahnfahrt, sondern Himmel und Hölle. Das hatte ich noch nie zuvor...

Etwa 5 Tage später, heute, sitze ich an meinem Schreibtisch und kann mich nicht konzentrieren. Mir ist schlecht und meine Gedanken kreisen um die letzten Tage und um ihn. Seit vorgestern habe ich wieder Neurodermitis an den Brustwarzen. Sie jucken ganz schlimm und fangen an sich zu verhärten und zu schälen. Das hatte ich seit 10 Jahren nicht mehr. Damals hatte ich das während der Beziehung mit meinem narzisstischen und gewalttäigen Exfreund bekommen und es ist sofort nach der Trennung wieder abgeheilt. Warum bekomme ich das jetzt wieder? Er ist weder Narzisst noch gewalttätig. Zumindest kann ich mir das nicht vorstellen. Er ist sehr lieb und geduldig und hatte zuvor immer lange Beziehungen. Zweimal 4 Jahre und einmal über 7 Jahre.
Ich denke 4 Tage zurück.
Es ist Freitag Abend. Ich komme von der Arbeit nach hause und gönne mir ein Glas Wein auf der Couch bevor ich zuhause weiterarbeite. Wir sind für Samstag verabredet. Ich freue mich. Er schickt eine Nachricht, dass er nun Feierabend hat und ob ich auch schon zuhause bin. Ich antworte, dass ich zuhause bin. Er wünscht mir einen schönen Feierabend. Warum? Wie soll ich das verstehen? Heißt das, dass ich ihm nun für diesen Abend nicht mehr schreiben soll? Er seine Ruhe will oder nicht, dass sein Handy bimmelt? Warum verrät er nicht, was er vorhat? Ich bin mir plötzlich absolut sicher, dass er mich an der Nase herumführt und frage mich, wie ich so blind sein kann. Natürlich datet er noch andere Frauen, auch wenn wir vereinbart hatten das nicht zu tun, weil es für ihn ein NoGo ist. Aber das sagen viele und machen es anders. Vielleicht steigere ich mich aber auch in etwas vollkommen Banales rein? Er ist so lieb und gut zu mir. Traue ich ihm das wirklich zu? Eigentlich nicht. Aber was weiss ich schon von ihm? Was wusste ich alles über meinen Ex bevor wusste, was ich alles nicht wusste? Aber er ist anders. Es spielt auch eigentlich keine Rolle. Mein Gefühl täuscht mich mal wieder. Er ist nicht interessiert auf die selbe Weise, auf die ich mich für ihn interessiere. Ich könnte einfach schlafen gehen, müde bin ich ohnehin und meist sieht die Welt am nächsten Tag ganz anders aus. Das klingt vernünftig. Ich entscheide mich vorher noch in die Badewanne zu gehen, um zu entspannen. Und dann tue ich es. In der Badewanne. Ich sage unser Date für den Folgetag ab. Er bedankt sich für die Verarsche und wünscht mir ebenfalls einen schönen Abend. Ich blockiere ihn. Zwei Stunden später entsperre ich ihn wieder. Er flippt aus, weil er mit meinem Verhalten nicht mehr klar kommt. Es verletzt ihn wie ich mich verhalte. Es tut mir leid. Ich will mich entschuldigen und fahre zu ihm. Er macht nicht auf. Er ist also nicht zuhause. Aha! Wusste ich es doch. Ich schreibe ihm, dass ich da war und fahre nach hause. Als er meine Nachricht liest schreibt er mir, dass er gerade bei mir geklingelt hat und ich nicht öffnete. Ich sage ihm, dass es nicht geklingelt hat. Er dreht um und kommt zurück. Zu mir. Wir sprechen uns aus und vertragen uns. Ich versuche ihm zu erklären, was in mir vorgeht. Aber ich bin zu müde und erschöpft, wir frönen unserer Droge und schlafen ein, bevor wir am nächsten Tag erneut streiten, weil ich erneut das Gefühl habe, dass er es nicht ernst meint. Trotz meines Wutanfalls bleibt er und nachdem ich mich abrege reden wir lange über das Problem. Er fragt mich und sich selbst, wie wir einen Weg finden können, dass ich mich besser fühle mit der "Kennenlern-Situation" und wie wir uns gegenseitig mehr Sicherheit geben können. Durch meine ständigen Absagen, das Blockieren bei Whatsapp und Ähnliches fühlt er sich auch in der Schwebe und kann sich nicht auf mich einlassen. Wir reden stundenlang und halten uns im Arm. Weinen beide. Wir wollen beide lernen uns zu verstehen. Ich will mir Mühe geben nicht immer so panisch auszurasten um im Affekt Überreaktionshandlungen vorzunehmen. Wir kuscheln und reden stundenlang im Bett weiter. Irgendwann schlafen wir wieder ein und erwachen erst am Abend. Wir trennen uns für heute Abend, weil wir beide noch einkaufen müssen vor dem Sonntag. Er schickt mir ein Foto von seinen Einkäufen und sagt mir, was er zu Abend isst. Ich tue dasselbe. Irgendwann schlafen wir jeder auf seiner Couch ein, weil der Tag nervlich echt anstregend war - dank mir.
Am nächsten nachmittag fragt er mich, was ich treibe und schlägt vor, dass er auf 1-2 Runden Supermario Kart zu mir kommt. Er hat ein Super Nintendo gekauft. Weil ich ihm sagte, dass ich mit den modernen Konsolen nichts anfangen kann und nur Super Nintendo spiele. Er hat es bei Ebay ersteigert. Ich bin total überrascht, dass er trotz des verpfuschten Samstags und auch trotz der Tatsache, dass wir uns ja erst gesehen haben, zu mir kommen möchte. Positiv überrascht. Ich freue mich auf ihn.
Wir spielen Nintendo. Der Gewinner erhält eine Ganzkörpermassage. Er gewinnt. Knapp. Möchte mir den Ausgleich ermöglichen. Am Ende ist Gleichstand. Also jeder hat eine Massage gewonnen. Wir bestellen Pizza und essen, bevor wir unsere Gewinne einlösen. Immer wenn ich ihn ansehe durchfährt mich unglaubliches Glück. Ich fühle, wie alles in mir lächelt. Wenn wir uns küssen kribbelt mein Bauch. Ich könnte ihn die ganze Zeit nur ansehen und im Arm halten. Manchmal kriegt er solche Momente... Da fühlt es sich an als sei er ganz alleine in seiner Blase und hält einen Monolog über irgendein belangloses Thema. Er verfängt sich dann richtig darin. Ich sehe zu und manchmal höre ich auch ein wenig, was er sagt. Ich muss grinsen. Weil er so ernst und eifrig über irgendwelchen Quatsch philosophieren kann. Ich denke das mache ich auch oft, aber es ist sehr lustig das bei einem Anderen zu beobachten. Ich habe eine Massagekerze. Sie riecht nach Patschuli und Lavendel. Wir finden das beide nicht so toll, aber das warme Öl ist wohltuend auf unseren nackten Körpern. Ich fange an. Wir spielen Physiopraxis, ich sieze ihn und ermahne ihn mehrmals die Fachkraft nicht unsittlich zu berühren. Danach massiert er mich. Ich liebe seine Hände auf meinem Körper. Ein- zweimal schlafe ich währenddessen leicht ein, weil es so entspannend und schön ist. Wir hören Meditationsmusik währenddessen und mein Schlafzimmer ist nur durch Kerzen beleuchtet. Natürlich ergeben wir uns im Anschluss an unser Rollenspiel der Droge. Es fühlt sich unglaublich an. Wir küssen uns sehr viel und sehen uns dabei tief in die Augen und er hält immer wieder mein Gesicht in seinen Händen. Danach kuscheln wir und schlafen ein. Am nächsten Morgen steht er wieder vor mir auf, um zur Arbeit zu fahren. Er muss sich beeilen, weil er spät dran ist und draußen Schnee liegt. Wenn er sich für die Arbeit fertig gemacht hat holt er immer seine Schuhe und zieht sie bei mir auf dem Bett sitzend an. Er sagt, dann kann er noch etwas bei mir sein... Wir küssen uns verabschieden uns. Ich bin so glücklich. Wir schreiben uns mehrere Arzt-Patienten-Nachrichten über den Tag, nicht anzüglich, sondern eher so, wie die Behandlung/ Massage war und er fragt mich wann ich Zeit für die nächste Therapieeinheit habe, da er als Doktor sehr ausgebucht ist usw. Das Ganze dauert bis heute morgen an.

Und jetzt sitze ich wieder hier und eskaliere innerlich. Da ist so eine Anspannung in mir. Es fühlt sich so an, wie wenn zwei Holzteile von rechts und links aneinander gedrückt werden, so dass so viel Druck auf den beiden ist, dass sie gleich zerbersten. Mir ist schlecht. Ich denke mir, dass er ja eigentlich wirklich eher zu der Sorte "Treudoof" und Beziehungsmensch gehört und wir vereinbart hatten, dass wir niemand anderen daten. Ja auch angeregt von ihm. Wenn wir zusammen sind fühlt es sich an als kennen wir uns schon länger und wären bereits ein Paar. Das sind wir aber nicht. Er braucht da länger zu. Ich frage mich, ob wir wohl ein Paar werden. Ich glaube nicht. Warum nicht? Ich weiss es nicht, ich kann es mir einfach nicht vorstellen. Ich glaube nicht, dass er sich in mich verlieben wird. Er wird mir irgendwann sagen, dass es nicht reicht für mehr als Freundschaft. Das sagt mir mein Gefühl. Warum sollte ich mich dann noch mit ihm treffen? Und Sex? Nein, das geht gar nicht. Ich gebe mich doch nicht her für einen, der mich nicht ganz will. Andererseits ist es ja sehr schön mit ihm. Eventuell entstehen aber bei ihm keine Gefühle, wenn ich zu entspannt mit ihm umgehe. Wenn ich ihn kumpelmäßig zu viele "Freiheiten" gebe und cool reagiere, wenn er erst in vier Tagen wieder Zeit für uns hat. Andererseits habe ich ihm auch nur drei mögliche Tage angeboten. Männer sehen keine Notwendigkeit sich für eine Frau zu entscheiden, wenn sie nicht müssen. Oder entsteht Liebe dadurch, dass ich ihn sein lasse wie er ist und ihm keinen Stress mache. Nein, so habe ich das in Vergangenheit gemacht und wurde letztlich auch enttäuscht. Aber ich will ja keinen Mann, der an meinen Zügeln hängt. Das könnte ich nicht begehren.

Warum habe ich solche Gedanken? Mein Kopf ist müde und erschöpft. Mir ist schlecht. Meine Brustwarzen jucken und schmerzen aufgrund der Neurodermitis. Warum kann ich mich nicht zurücklehnen und alles auf mich zukommen lassen? Warum war das bei meinen Exfreunden nicht so, dass ich so verwirrt und verrückt, verzweifelt und gefangen war? Da war ich cool. Ich war nie eifersüchtig oder habe an deren Zuneigung gezweifelt. Ich habe meinen Exfreund sogar mal losgeschickt, um eine hübsche Bedienung anzuflirten und ihre Handynummer für einen Singlefreund von uns zu erhaschen. Ich hatte auch keine Angst ihn zu verlieren, weil ich wusste, dass das Leben weitergeht und sich ein Fenster öffnet sobald sich eine Türe schließt. Zudem bin ich generell Einzelgängerin und brauche niemanden. Also warum ihn? Warum kann ich bei ihm nicht so locker sein? Ich kenne ihn doch kaum. Was weiss ich schon von ihm? Trotzdem fühlt es sich so vertraut und innig an, wenn wir zusammen sind und die Realität mir noch ein paar Stunden Ruhe gönnt.

Ich weiss, dass dieser Text super verwirrend ist. Aber so sieht es in mir aus. Und ich finde nicht raus.
aoide
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