Schwer unglücklich/besondere Gefühle - wo ist da der Sinn?

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Schwer unglücklich/besondere Gefühle - wo ist da der Sinn?

Beitragvon carry04 » Mi. 22.02.2017, 00:50

Hallo

Ich denke jetzt mal, dass ich mit meinem Thema hier in diesem Bereich richtig sein kann.
Es hat ja auch mit Liebeskummer zu tun in einer Art.

Also ich will jetzt nicht zu viel schreiben, deswegen versuche ich das Wichtigste zusammenzufassen. Ich hoffe ich kann es so rüberbringen, wie ich es möchte.
Kurz zu mir vorab :Alter -20 Jahre)

Es geht darum, dass ich vor inzwischen schon fast 3 Jahren, im Juni 2014 genauer gesagt, einen Menschen sah und später auch kennenlernte, aber dazu gleich.
Das Besondere an diesem Menschen ist, und das hat sich bis heute in keinster Weise verändert...als ich ihn das erste Mal sah. Ich kam in einen Raum voller Menschen. In diesem Raum fiel mein Blick als allererstes auf ihn. Und genau in der Sekunde, und das ist nicht gelogen, genau in der Sekunde als mein Blick auf ihn fiel und ich ihn die ersten Sekunden ansah, kam in mir das Gefühl auf "Woher kennst du den? Der kommt dir doch bekannt vor?! Wo hab ich den schonmal gesehen?" So ein unglaublich vertrautes Gefühl. So, als würde ich ihn irgendwoher kennen. Ich zerreise mir bis heute den Kopf woher ,aber mir fällt es nicht ein.
Ich weiß es nicht. Er kommt mir so unheimlich vertraut vor. Alles an ihm. Seine Mimik, seine Gestik, seine Art und Weise, seine Stimme. Dieser Mensch hat mich ab dem ersten Augenblick in dem ich ihn sah, gefesselt. Mich in meinen Gedanken begleitet und nicht mehr losgelassen.
(Kurze Info zu ihm: Er arbeitet in einem Freizeitpark, dort habe ich ihn also auch zum ersten Mal gesehen.)
Nach diesem Sehen, (wir haben da kein Wort miteinander gewechselt), habe ich versucht ihn irgendwie im großen weiten Web zu finden, um ihn anzuschreiben. Ich wollte trotz allem Kontakt mit ihm aufnehmen, allein nur deswegen, weil ich herausfinden wollte, warum ich dieses vertraute Gefühl ihm gegenüber hatte. Ich bin ein zu schüchterner Mensch, dass ich ihn hätte so einfach ansprechen können. Und durch einen ganz großen Zufall habe ich dann auch seinen Namen herausgefunden und ihn so auf Facebook gefunden. Es war ein Video unter Tausend auf Youtube, in dem ich ihn zufällig aus dem Augenwickel auf einem Videoausschnitt erkannte und draufklickte. Daraufhin habe ich dann auch schon ein bisschen was über ihn erfahren. Dass er ja eigentlich schon "räusper" 41 Jahre alt ist. Nicht verheiratet, aber eine Freundin hatte seit einigen Jahren. Und glaubt mir, in dem Moment dämmerte es mir sehr genau, dass das nie etwas werden würde, dass es nie auch überhaupt nur eine Chance geben würde. Ich denke in der Hinsicht schon realistisch und mache mir da nichts vor. Aber wo die Liebe hinfällt ^^.(Ums noch kurz zu sagen: Ich habe keinerlei Vaterkomplexe, hatte eine gute Kindheit und nie Probleme mit meinem Vater, er war immer für mich da) Zufrieden war ich damit nicht, aber was konnte ich tun? Die Gefühle waren da und sie waren extrem hartnäckig.
Ich schrieb ihm und ein paar Monate danach lernten wir uns dann auch kennen.
Und an diesem Tag verstärkte sich das Gefühl noch mehr und ich merkte zum ersten Mal dieses wunderschöne Kribbeln im Bauch. Ich war wie beflügelt und merkte nach diesem Tag, dass ich mich wohl in ihn verliebt hatte. Sein Lächeln schwebte mir im Kopf und ich wusste, ich hatte noch nie ein schönere Lächeln in meinem Leben gesehen.
Mir war natürlich wie gesagt von Anfang an klar, dass das nie etwas werden würde. Das wir nie zusammen sein könnten. Aber dennoch verliebte ich mich. Ich konnte diesem Menschen nicht fernbleiben auch wenn ich es sollte. Aber er bedeutete mir so viel. Bevor ich ihn sah, war ich das erste Mal in einer tiefen Phase gewesen, in der mein Leben nur noch schwarz war. Aber er holte mich ab dem Moment als ich ihn sah aus dieser ersten tiefen Phase heraus.
Ich sagte mir auch wenn ich ihn bloß immer mal wieder sehen könnte, würde ich es tun. In der darauffolgenden Zeit lernte ich ihn immer besser kennen und merkte, wie viel wir eigentlich gemeinsam hatten. Gleiche Hobbies, gleiche Interessen. Aber wir waren irgendwie nie wirklich Freunde glaube ich. Ich meine, wir redeten schon über unsere Hobbies usw und was wir gemacht hatten aber so Freunde, wie das ich eben mit ihm über gewisse andere Sachen reden konnte oder was unternahmen waren wir nicht. Klar, er war ja auch schon viel älter wie ich in der Hinsicht dann. Wäre er jünger gewesen, hätten wir sicher mal etwas unternommen. Aber so denke ich, wäre es auch für mich ungewöhnlich gewesen, etwas mit ihm zu unternehmen. Nicht, dass ich es nicht liebend gern getan hätte, ich denke mir nur, die Blicke von Anderen wären mir viel zu klar gewesen, als das ich das überhaupt erst hätte ansprechen wollen. Und wie gesagt war ich mir ja klar, dass das hoffnungslos war und er mit Sicherheit auch überhaupt nichts mit mir unternehmen wollen würde, eben aufgrund des Altersunterschiedes.
Ich nenne ihn jetzt einfach mal M.
Da ich aber natürlich wusste, dass wir nie eine Beziehung haben würden, versuchte ich, dieses verliebte Gefühl loszuwerden. Und so, so dumm wie ich war, ging ich ein Jahr darauf eine Beziehung mit einem Mitarbeiter des Parks ein. Diese Beziehung scheiterte aber schnell wieder, weil ich einfach merkte, dass ich von M nicht los kam. Dass meine Gefühle immer noch da waren und das stärker als zuvor.
Wie sich herausstellte, war aber genau M dann ein guter Freund meines Ex-Freundes, obwohl mein Ex-Freund 25 war und dieser heulte sich dann bei M aus. In dem Moment brach für mich alles zusammen. Ich dachte mir: Warum denn genau er? Das wars. M wird mich jetzt hassen für das was ich seinem Kumpel angetan habe.
Aber dem war nicht so. Es gab eine kurze Zeit, wo ich nichts mehr von M hörte und sich meine Angst nur mehr verstärkte, wo er nicht auf meine Nachricht antwortete. Danach habe ich versucht mit der Sache abzuschließen. Ich habe versucht, ihn zu vergessen, mein Leben weiterzuleben und zu akzeptieren, dass er jetzt aus meinem Leben verschwunden war. Es gelang mir zwar nicht gut, aber ich versuchte zu begreifen, dass es nun eben so sein musste. Aber Anfang diesen Jahres schrieb er mir plötzlich wieder und ich merkte, er war nicht sauer auf mich. Zumindest nicht mehr, wie auch immer er vorher zu mir gestanden hatte.
Aber dann kam aufeinmal diese Nachricht von ihm und ich konnte nicht anders, als mich glücklich darüber zu fühlen und wieder mehr an ihn zu denken. In der Zeit hatte sich M auch von seiner Freundin getrennt, danach dann aber wieder jemand Neuen kennengelernt.
In all dieser Zeit war es so, dass ich in eine Depression verfiel. Der Grund war meine Ausbildung. Und ich befinde mich heute noch immer in dieser tiefen Depression. Auch das Gefühl, das ich in dem anderen Thread geschrieben habe, dass ich mich so falsch auf dieser Welt fühle und das Gefühl habe nicht hierher zu gehören, ist nach wie vor da. Es gibt nur eine Ausnahme von dem Ganzen. Und das ist ER. Er war es schon immer. Und ich frage mich täglich "Warum"? Warum er? Warum musste ich mich damals in ihn verlieben, wo es doch komplett hoffnungslos ist? Warum sollte genau er es sein, der mir so viel bedeutet und der mein Lichtblick in diesen Tagen ist? Warum er, wo er mir doch nicht helfen kann? Wo ich doch niemals mit ihm zusammen sein könnte? Ich frage mich, warum das so sein muss. Warum man sich in einen Menschen so verliebt, warum ein Mensch einem so viel bedeutet, wo man doch sowieso nie sein Leben mit ihm verbringen könnte? Warum gibt es bei ihm dieses ständige vertraute Gefühl, ihn schon ewig zu kennen, dass er mir so bekannt ist? Ich frage mich so oft, was das für einen Sinn hat? Soll es eine Prüfung sein? Wenn ja, welche? Und warum ich? Ich habe es in all der Zeit, in der ich ihn schon kenne, nie geschafft mich für jemand anderen zu interessieren, geschweige denn Gefühle aufzubauen. Und ich frage mich, warum das so ist. Warum kann ich nicht in jemandem diesen Menschen wie er es für mich ist finden, mit dem es mehr Hoffnung gibt. Warum kann ich nicht einfach wie Andere mich in jemanden so derartig verlieben, der auch in meinem Alter ist. Warum so komplett hoffnungslos?

In mir kreisen bis heute die Gedanken, warum das alles so ist. Warum es er ist, warum ich dieses Gefühl bei ihm habe, ob das was zu bedeuten hat und wenn ja was. Ob es nicht besser wäre, wenn ICH den Kontakt abbrechen würde....oder ob es besser wäre ihm meine Gefühle zu gestehen...aber davor habe ich zu viel Angst und denke mir, dass das sowieso schwachsinnig ist, denn ich kenne ja die Antwort darauf. Es wird ja wohl kaum anders sein. Und ich weiß, wenn ich ihm jemals meine Gefühle gestehen sollte, dass ich danach ja dann auch den Kontakt abbrechen müsste, denn ich könnte ihm ja dann nie wieder unter die Augen treten. Ich wünsche mir so oft, ich könnte ihn nur einmal umarmen. Ich weiß, er könnte mich aus all dem rausholen. Aber dennoch kann er es nicht. Und ich kann ihn da nicht um Hilfe bitten. Und das tut weh. Alles einfach. Sehr, sehr weh. Ich weine jede Nacht deswegen und noch mehr, wenn ich daran denke, dass ich den Kontakt zu ihm abbrechen sollte, mit allem abschließen sollte. Es zerreißt mir mein Herz. Es ist ein unbeschreiblicher Schmerz. Einerseits würde ich ihm so wahnsinnig gerne alles sagen, nur um die Wahrheit zu erfahren, um vielleicht so zu erfahren, ob dieses besondere Gefühl für ihn, irgendeine Bedeutung hat oder nicht. Ob es nicht doch besser wäre, ihn einfach versuchen zu vergessen auch wenn es das Schwerste ist, was es auf dieser Welt momentan für mich zu tun gäbe. Ich weiß, ich würde während dieser Zeit noch tiefer in meine Depression versinken. Und ich denke irgendwo könnte ich ihn auch nie vergessen. Er hat mir so viel gegeben, das er selbst nicht weiß und er bedeutet mir so viel....ich weiß nicht ob das hier jemand verstehen kann. Ich will es bloß auch nicht meiner Therapeutin erzählen. Weil ich weiß, dass es hoffnungslos ist, in jeder Hinsicht.
Aber vielleicht kann mich ja doch einer von euch verstehen? Mir helfen, bei meiner Entscheidung. Es zerreißt mir mein Herz. Und es macht mich verrückt. Ich weiß nicht weiter. Dieser Mensch ist so ein großer Teil meines Lebens, vielleicht ein viel zu großer, und ich weiß nicht wie ich damit umgehen soll. Meine Gedanken spielen verrückt. Einerseits denke ich "Es muss doch einen Sinn haben, irgendeinen Grund geben für diese Gefühle" und andereseits denke ich mir "Bestimmt ist es nur dafür da, dass ich noch mehr leide und meine Leidensprüfung noch größer wird". Dass mich Gott in dem Moment, wo alles zerbricht, prüfen will ob ich es wieder schaffe aufzustehen. Aber ich weiß nicht ob ich das könnte. Nicht als der Mensch, der ich jetzt bin.
Ich habe einmal zu mir selbst gesagt : In dem Moment, wo ich ihn komplett aus meinem Leben verliere oder verlieren muss, werde ich nicht mehr der Mensch sein können, der ich bin. Ich müsste zu jemand Anderem werden. Man müsste mir diese Erinnerungen aus dem Gedächtnis verbrennen, damit ich jemals glücklich werden könnte. Weil die Erinnerungen zu sehr weh täten. Und diese Erinnerungen könnte ich selbst nie löschen. Es ist ein Teufelsrad.

Geht es vielleicht jemandem so ähnlich? Was kann ich tun? Was hat das alles für einen Sinn? Keinen? Ich weiß nicht mehr weiter...Es tut mir Leid, dass es doch so viel geworden ist. Aber es gibt so viele Gedanken, die mir deswegen täglich, stündlich im Kopf schwirren...

LG
carry04
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