Ehemann/Geliebte

Hier geht's um jede Form von zwischenmenschlichen Beziehungen, also um Liebe(skummer) und Partnerschaft (auch Sexualität), um Freunde, Bekannte, Angehörige und andere soziale Kontakte in Eurem Umfeld.

Ehemann/Geliebte

Beitragvon Traulie » Di. 21.02.2017, 21:24

Ihr Lieben,
bin nur noch ein Wrack. Freunde, Familie, Kinder alle verstehen mich nicht.
Mein Mann hat seit ca. einem 3/4 Jahr ein Verhältnis mit einer 25 Jahre jüngeren Kollegin. Er ist 50. Ich wurde belogen und betrogen. Es ging bisher hin und her. Zweimal war zu ihr gezogen. Jedes mal habe ich ihn zurückgenommen. Mein Verstand sagt, schmeiß ihn raus und mein Herz weint und weint.
Nun wieder versprochen, die Beziehung zu beenden. Mein Mann ist völlig durcheinander. Ist unzufrieden mit seinem Leben und konnte sich bisher nicht entscheiden. Wir haben lange Stunden auf der Bettkante verbracht und auch zusammen geweint. Er wollte beide Beziehungen aufrecht erhalten, weil er sich nicht entscheiden konnte.....
Ich habe alles gegeben und kann nicht mehr. Ist es zuviel verlangt, wenn ich nun seinerseits Zeichen möchte, dass er wirklich bei mir bleiben will?
Ich fühle mich so Scheiße, auch weil ich es einfach nicht schaffe, die Ehe zu beenden. Aber mein Herz hängt noch an ihm.
Bin so traurig und verletzt. Außerdem so fürchterlich mißtrauisch. Diskussionen sind auch nicht mehr gewünscht.
Träume vom Tod und wache weinend auf.

:(
Traulie
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Re: Ehemann/Geliebte

Beitragvon loner » Di. 21.02.2017, 21:38

Hallo Traulie :(

Ihr seid bestimmt schon lange vereiratet, oder? Eine wirklich schwierige Situation und Entscheidung, die kann dir keiner abnehmen. Hör auf dein Herz. Was sagt es dir? glaubst du, dass ihr noch eine Zukunft haben könntet, in der du nicht ständig misstrauisch bist? Glaubst du, du kannst ihm verzeihen? Verzeihen will man manchmal von tiefsten Herzen und schafft es doch nicht. Das kann dazu führen, dass man aus Verletztheit heraus dem anderen häufig unterschellige Vorwürfe macht.
Aber dennoch muss sich dein Mann entscheiden. Er kann euch nicht beide haben. Er weiß bestimmt, was er an dir hat, deswegen kann er sich nicht entscheiden. Aber ich stelle mir auch die Frage, ob mit der Beziehung noch alles ok war, wenn man sich in jemand anderen verliebt. Was meinst du, wie würde ein Leben ohne deinen Mann wohl für dich aussehen? Wie würde das weitere Leben mit ihm aussehen?

Fühle dich gedrückt, liebe Traulie.

loner
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Re: Ehemann/Geliebte

Beitragvon Traulie » Di. 21.02.2017, 21:57

Danke, Ioner, das ist ganz lieb
wir sind dieses Jahr 28 Jahre zusammen und 25 Jahre verheiratet. 2 Kinder 22 und 24.
Nein, unsere Beziehung war nicht mehr in Ordnung, wir hatten uns auseinandergelebt und haben beide Fehler gemacht. Das ist uns schon klar.
Er sagt, er habe sich nun endgültig entschieden. Er will bei mir bleiben. Mal sagte er im Innersten habe er immer gewusst, dass er zu mir gehört. Ist aber mit allem unzufrieden. Haus, Ordnung des Sohnes, Freunde, Arbeit alles Mist bei ihm.
Ich möchte ihm verzeihen, ob ich es schaffe weiß ich nicht.
Ein Leben ohne ihn wäre grausam. Andersrum sehne ich mich so sehr nach einem Menschen, der mir zeigt, wie gern er mich hat. Wo ich merke, dass ich ihm wichtig bin.
Mein Mann ist ein sehr stiller Mann, der ungern bis gar nicht über seine Gefühle spricht.
Mein Herz möchte mit ihm glücklich sein, aber ich möchte nicht mehr verletzt werden, denn es tut so weh. Irgendwie hatte ich erwartet, dass er mich jetzt auf Händen trägt. Wenn ich das so schreibe, merke ich gerade, wie bescheuert das ist. Oh, mann........
Freunde etc. sind auch ratlos. :(
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Re: Ehemann/Geliebte

Beitragvon loner » Di. 21.02.2017, 22:17

Ich denke, wenn man es so lange miteinander "ausgehalten" hat, dann verbindet einen einfach mehr, als eine Affaire. Ich will die Frau jetzt nicht abwerten, aber sie wird dir kaum das Wasser reichen können, da sie bei weitem nicht die Reife hat, die du hast. Und das würde dein Mann früher oder später merken. So wie du sprichst, ist die Bindung auch noch da und die Gefühle auch. Vielleicht ist das ein blödes Klischee, aber er könnte sowas wie ein Midlife-Crisis haben, wenn er jetzt alles doof findet. Kannst du dir vorstellen, mit ihm zusammen nochmal einen neuen Weg zu gehen? Frag ihn doch mal, was er ändern möchte, wenn ihm alle Wege offen ständen. Eure Kinder sind ja alt genug. Wir Deutschen sind immer so ängstlich und festgefahren. Ich finde, da sollten wir uns eine Scheibe von den Amerikaner abschneiden, die trauen sich viel mehr. Am Ende des Lebens möchte man ja auch so gelebt haben, wie man es sich vorgestellt hat und nicht bereuen, dass man sich nicht getraut hat etwas zu machen. Soll nicht heißen, dass ihr überstürzt Entscheidungen treffen sollt. Manchmal hilft auch schon der Jakobsweg. Mein Mann ist auch ein ein stiller, der nicht so viel über Gefühle redet. Er macht alles mit sich selbst aus. Das kann sehr anstrengend sein, denn auch wir Frauen können keine Gedanken lesen. Er kann mir auch keine ordentlichen Komplimente machen, Blumen gibts auch nie. Seine Zuneigung drückt sich eher in andere, praktischen Dingen aus. Ist das bei deinem Mann vielleicht auch so?
Hat er sich denn entschuldigt bei dir? Das finde ich auch wichtig, das er das tut und ihm das sehr klar ist, was er dir angetan hat. Auch ein erneutes Hin und Her würde ich an deiner Stelle nicht dulden. Das macht euch auf lange Sicht einfach kaputt. Dann lieber ein klarer Schnitt und Kontaktabbruch. Das tut am Anfang höllisch weh, aber irgendwann sind die Gefühle weg. So war es zumindest bei mir, aber mit der Person war ich nur 5 und nicht 28 Jahre zusammen...
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Re: Ehemann/Geliebte

Beitragvon Traulie » Di. 21.02.2017, 22:46

Unsere Männer könnten Brüder sein. Genauso sieht es aus. Alles mit sich selber ausmachen. Geschenke ja, aber praktische Dinge. Blumen nie.
Entschuldigung, hm.. er sagt es tut ihm leid, aber mich in den Arm nehmen und es direkt sagen, nein.
Gibt sich so mit allen anderen Dinge Mühe. Ich finde, ich erwarte nicht zuviel. ?
Habe das Gefühl, er lässt mich am langen Arm verhungern und ich bettele um Zuneigung.
Sie kann mir von der Reife nicht das Wasser reichen, aber sie ist jung und aufregend.....
Ich bin viel am Heulen und jetzt ein emotionales Wrack, suche immer wieder das Gespräch, was mein Mann hasst.
Er könnte sich mit ihr auch ein Kind vorstellen, hat aber Angst vor der Zukunft mir ihr und kann sich auch nicht vorstellen, wie es mir ihr weitergehen sollte.
Es ist so schwierig.
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Re: Ehemann/Geliebte

Beitragvon loner » Di. 21.02.2017, 23:50

Ja, er kann sich das vielleicht vorstellen, aber ich glaube kaum, dass er mit über 50 dann nochmal große Lust auf ein Kind hat. Er stellt sich das jetzt so einfach vor und würde später bemerken, dass er eben doch schon zu alt dafür ist und außerdem hat er das eigentlich alles schon mit dir erlebt. Ja sie ist jung, aber sie hat deswegen eben auch noch ganz andere Vorstellungen vom Leben. Alles, was sie ncoh erleben will, hat er ja irgendwie schon mit dir hinter sich. Sie ist ja noch in dem Alter, wo man gerne in Diskos geht. Dein Mann sehnt sich einfach nach der jugendlichen Zeit von damals. Die kann man aber nicht zurück holen, weil man einfach im Alter schlauer und erfahrener wird und einem dann auch andere Sachen gefallen. Das denke ich zumindest dazu. Keine Ahnung, ob es bei ihm auch so ist. Aber das er jetzt nochmal an Kinder denkt, zeigt mir eigentlich, das er kaum drüber nachgedacht hat. Ich hab zwar keine Kinder, aber das sie anstrengend sind und man sie 18 (!) Jahre großziehen muss, weiß ich schon. Wo will er denn in 18 Jahren sein? Will er denn nicht mal Kinderfrei haben? Was erleben? Urlaub? Dinge, die man endlich machen kann, wenn die Küken flügge werden? Es erscheint mir wenig durchdacht und eine Wunschvorstellung von ihm. Er weiß nicht recht, was er momentan eigentlich will.

Ist körperliche Nähe denn auch sonst ein Problem bei euch? Küsst ihr euch noch bzw. bevor du es erfahren hast mit der anderen Frau, gab es da noch Küsse? Vielleicht ist es alles etwas eingerostet. Ich bin immer der Meinung, das man versuchen soll, es selbst anzugehen. Wenn du dich zB auf der Couch an ihn kuschelst kommt er vielleicht mehr auf den Geschmack, dich auch mal zu umarmen. Vielleicht ist er einfach unbeholfen, und weiß nicht, wie es momentan bei dir ankommt. Oder war er schon immer so?
Wenn er so gar keine Lust auf jegliche körperliche Nähe hat... naja. Es wäre für mich ein Grund zu gehen, wenn man von einer Beziehung mehr erwartet, als innige Freundschaft.
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Re: Ehemann/Geliebte

Beitragvon Mäuschen » Mi. 22.02.2017, 13:29

Mal ein Aspekt herausgegriffen:

Was mir bei euch beiden gerade beim Lesen ein wenig aufgefallen ist, könnte sein, dass ihr mit euren Männern einfach unterschiedliche Liebessprachen sprecht. Das führ oft zu Frust und Verletzungen.Ihr möchtet Blumen, sie schenken euch aber keine usw. Da gibt es Bücher dazu, die sich die "Fünf Sprachen der Liebe" nennen. Gibt es allgemein, aber beispielsweise auch auf die Ehe oder so bezogen.

Falls ihr es nicht kennt. Das Prinzip ist, dass es fünf Wege gibt, wie wir unsere Liebe zu einer Person ausdrücken und was wir benötigen, um uns geliebt zu fühlen. Sprechen nicht beide die gleiche Liebessprache, was ja häufig der Fall ist, muss man darauf achten, die andere Liebessprache für seinen Partner zu lernen.
- Lob und Anerkennung
- Zweisamkeit
- Geschenke, die von Herzen kommen
- Hilfsbereitschaft
- Zärtlichkeit

Wenn ihr euch Blumen wünscht, er für euch aber praktische Dinge tut, hört sich das für mich so an, als wäre eure Sprache die Geschenke und seine die Hilfsbereitschaft.

Und das hat alles nichts mit egoistisch sein zu tun oder so. Jeder braucht einfach andere Dinge. Ich komme mir mit meinen Sprachen (v.a. Zweisamkeit und dann auch noch Zärtlichkeit) extrem egoistisch vor, weil ich kann doch von niemandem verlangen, dass er nur mit mir Zeit verbringt. Das ist es aber eigentlich nicht. Das ist einfach mein Bedrüfnis und ich merke, wenn das nicht hin und wieder befriedigt wird, geht es mir auf Dauer total schlecht.

Vielleicht ist das ja ein Modell, wo ihr euch mal reinlesen könntet und es euch neue Anregungen gibt. Ich glaube, damit kann echt viel in Beziehungen gemacht werden.

Ein Beispiel von mir dazu (was natürlich lang nicht so dramatisch ist, wie eure Geschichten! Einfach nur ein Beispiel...): Ich habe zwei Bekannte. Nennen wir sie mal A und M :P Letztes Jahr habe ich mit ein paar (vielen) Menschen gemeinsam eine Woche verbracht. A war auch dabei. Ich habe A mal etwas sehr persönliches über mich erzählt. Irgendwann kam bei mir dann mal das Gefühl auf, dass A mich nicht mag und irgendwie ging es mir die ganze Woche total schlecht. An einem Abend habe ich A gefragt, ob wir kurz reden können. Ich frage ihn dann, ob er irgendwie sauer auf mich wäre oder so. Er verneinte das dann natürlich und nachdem das geklärt war, haben wir einfach noch ein wenig gemeinsam geredet. Mir tat das so extrem gut, weil er einen Moment einfach nur für mich Zeit hatte. Danach ging es mir plötzlich wieder voll gut und gar nicht mehr so schlecht. Nicht nur, weil die Sache geklärt war, sondern einfach, weil meine Liebessprache wieder gestillt wurde. Danach wurde mir auch erst so richtig bewusst, welche Sprache es bei mir ist. Bei M hatte ich dieses Gefühl, er mag mich nicht, noch nie. (Wobei es mir da glaub auch nicht so wichtig wäre, wie bei A...) Aber er kommt auch immer, wenn wir uns sehen und sagt mir voll nett "hallo" oder hat zwischendrin immer so kleine Gesten, die das irgendwie befriedigen. Nur jetzt gerade bin ich mega sauer mit ihm, was aber ne andere Ursache hat :P

Also ich möchte im Prinzip einfach nur sagen, dass es sich lohnt, die sich die Sprachen der Liebe mal anzusehen und zu schauen, wo es vielleicht gerade deswegen Probleme in der Beziehung geben könnte. Bei meiner besten Freundin und mir befinden sich die Probleme nämlich glaub genau an der Stelle, wo ich mich immer wieder frage, ob wir eignetlich überhaupt noch Freundinnen sind, weil meine Sprache der Liebe nicht erfüllt wird und dann kommt das Gefühl auf.

Also dahinter steckt, dass man sich bei seiner Sprache besonders geliebt fühlt. Und wenn man die Spache nicht gesagt bekommt, hat man das gefühl, der andere mag/liebt einen nicht...

Könnt es euch ja mal ansehen ;)
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Re: Ehemann/Geliebte

Beitragvon Traulie » Mi. 22.02.2017, 21:48

Hey, Mäuschen,
von dieser Seite habe ich das noch nie betrachtet.
Klar, ich habe andere Vorstellungen. Mein Mann hat mir früher oft praktische Dinge geschenkt. Auch im Bereich Technik ermöglicht er alles. Pfff.... das ist mir immer to much. Ist mir nicht so wichtig. Praktisch, aber nicht wichtig. Während ich, kleine Kärtchen, Liebesgrüße, Herzgurken u. a. toll finde. Mein Mann findet das nett, aber bisschen albern.
Heute habe ich ihm wieder ein Gespräch aufgezwungen. Dann sitzt er da, sagt kaum etwas und versteht mich einfach nicht. Was mir dann fehlt, ist, dass er mich einfach in den Arm nimmt oder sagt, Schatz, wir schaffen das oder etwas ähnliches in der Art.
Ungern macht er auch Dinge, die ich von ihm erwarte.
Problem ist nur, dass ich psychisch im Moment total unten bin und einfach nicht mehr kann. Es gibt keinen Tag ohne Tränen. Bin immer so unendlich traurig und habe keinen Spaß mehr.
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Re: Ehemann/Geliebte

Beitragvon Mäuschen » Mi. 22.02.2017, 23:42

Habt ihr denn schon mal in Ruhe darüber reden können, was er von dir erwartet und was du von ihm erwartest? Das Modell ist bestimmt nicht das ausschließliche und hat sicherlich auch seine Haken usw. Aber ich finde es eigentlich ganz gut. Einfach weil es total Probleme aufzeigen kann. Ich würde vermuten, die Liebessprache deines Mannes ist helfen. Und möglicherweise denkt er sich, warum verstehst du denn nicht, dass er dich liebt, er zeigt es dir doch immer. Aber du wünscht dir einfach andere Dinge von ihm, weil du eine andere Sprache sprichst. Also mir hat es schon so manche Beziehungsprobleme verdeutlicht...

Ich wünsche dir jedenfalls, dass es alles wieder in Ordnung kommt und du wieder ein wenig Licht siehst :troest: Warst du denn schonmal beim Arzt desswegen?! Manchmal kann es nämlich auch ganz gut sein, wenn man Medikamente nimmt, auch wenn ich eignetlich kein Fan davon bin...
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Re: Ehemann/Geliebte

Beitragvon loner » Do. 23.02.2017, 13:45

Hallo ihr zwei,

Das Frauen und Männer grundsätzlich verschiedene Sprachen sprechen, ist mir durch meinen Mann auch erst so richtig aufgefallen. Männer und Frauen denken grundverschieden und das kann von Mensch zu Mensch dann auch nochmal stark variieren. Ich finde es deshalb total wichtig, über Bedürfnisse zu reden, so ähnlich wie es Mäuschen angesprochen hat.

Traulie hat geschrieben:Heute habe ich ihm wieder ein Gespräch aufgezwungen. Dann sitzt er da, sagt kaum etwas und versteht mich einfach nicht. Was mir dann fehlt, ist, dass er mich einfach in den Arm nimmt oder sagt, Schatz, wir schaffen das oder etwas ähnliches in der Art.

So ähnlich ist es bei uns auch. Mein Mann ist sehr lösungsorientiert. Ihm persönlich hilft es nichts, wenn er nur getröstet wird, sich dadurch aber keine Lösung ergibt. Deswegen sagt er auch bei meinen Problemen nichts, oder er macht einen Lösungsvorschlag, der in meinen Augen sehr blödsinnig ist und mir null weiterhilft. Ich habe mit ihm darüber gesprochen und ihm gesagt, was ich in den Momenten brauche - nämlich keine Lösung, sondern, dass er mir zeigt, dass ich ihm wichtig bin, indem er mich umarmt und zärtlich ist. Es hat geholfen, das anzusprechen. Ist trotzdem etwas holprig.
Ich denke allerdings, wenn der Mann dazu gar nicht bereit ist und quasi keine Lust hat, obwohl man es ihm sehr direkt sagt, dann liegt das Problem nicht nur in der Sprache, sondern auch in der Beziehung selbst.
Mein Mann freut sich übrigends auch weniger über "Kitsch", weshalb ich aufgehört habe, ihm solche Art von Freuden zu machen. Ich versuche ihn dann eher mal zu betüdeln, wenn er sich krank fühlt, weil ich weiß, dass er das gut findet :roll:

Wenn du es ihm noch nie direkt gesagt hast, dann denke ich, dass du in den jeweiligen Situationen direkt sagen musst, was du dir von ihm wünschst. Drücke es eben als Wunsch aus; und keinesfalls als Vorwurf, dass er dich nie versteht.

LG loner
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Re: Ehemann/Geliebte

Beitragvon Traulie » Do. 23.02.2017, 21:55

Nee, nee, was ich möchte oder mir vorstelle zur Verbesserung, da habe ich mich schon ganz deutlich ausgedrückt. Das weiß er ganz genau.
Eigentlich hatte ich erwartet, dass er mir wenigsten kleine Zeichen gibt, damit ich auch weiß, dass es wirklich das ist, was er möchte. Das ist mir so wichtig, weil ich möchte, dass er wirklich mit dem Herzen bei mir ist und nicht nur aus Bequemlichkeit Vlt im Moment zuviel verlangt. Er sagt auch selber, es braucht Zeit, wo er ja auch nicht Unrecht hat.
Wollte hier keinen Trauerkloß. Das nervt mich ziemmlich. Er ist nicht das Opfer !
Natürlich habe ich vorher auch Fehler gemacht, das ist mir schon klar. Bin auch bereit mich zu ändern, Dinge zu ändern....
Ich erwarte einfach, dass er sich wirklich bemüht um mich, bin traurig, dass er es nicht honoriert, dass ich ihn überhaupt nach zwei Auszügen zurück genommen habe.
Es ist unvorstellbar, wie weh mir das getan hat. Zumal sie so alt ist, wie unsere Kinder. Das verstehe ich nur sehr schwer.
Natürlich war ich beim Arzt und nehme ja auch ein SSRI, welchen ich erhöht habe, um überhaupt klar zu kommen. Außerdem benötige ich teilweise Schlaftbl.
Bemühe mich um einen Psychotherapeutenplatz. Ich finde, da bemühe ich mich schon sehr.
Eheberatung geht ja für ihn gar nicht.
Ufff, heute bin ich stinkig, sorry...........
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Re: Ehemann/Geliebte

Beitragvon loner » Do. 23.02.2017, 22:38

Hey,

ich finde es sehr gut, dass du so viel für dich tust mit Arzt und Therapie. Bleib da auf jeden Fall dran, liebe Traulie.
Ich kann deinen Frust verstehen. Ich wäre wahrscheinlich viel hartherziger als du und würde meinen Mann nicht zurücknehmen. Auch, weil es so weh tun muss. Wenn du es ihm ja auch so direkt gesagt hast, finde ich es eigentlich auch ziemlich blöd, dass er nichts macht. :( Du hast jedes Recht knatschig zu sein.
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Re: Ehemann/Geliebte

Beitragvon PaulasMensch » Fr. 24.02.2017, 13:22

Hallo ihr Lieben, Hallo Trauli

oh man, ich finde, dass das ne ziemlich bescheidene Situation ist, es tut mir leid für Dich, dass Du da gerade durchmusst.
Aber hast Du Dich mal gefragt wo Du hin möchtest? Welches Bild entsteht in Deinem Kopf, wenn Du ein "alles ist wieder gut Bild" malen würdest? Ist die Hauptperson, neben Dir, überhaupt der Mann an dem Du gerade so festhälst? Oder ist es der Mann, den Du schon immer "nur in ihm sehen wolltest"? Hälst Du bewusst an einem Traumbild fest um einer Entscheidung aus dem Weg zu gehen? Diese Postiv/Negativ-Listen haben wir alle schon mal gemacht. Aber vielleicht wäre mal eine Realität/Wunschvorstellungs-Liste hier angebracht. Möchtest Du, dass er wieder so ist, wie vor dem Betrug? Oder war es da auch schon nicht mehr der Mann den Du haben wolltest? In welchen Punkten decken sich die echte und die gewünschte Welt? Welchen Stellenwert haben die Dinge für Dich, die sich nicht decken? Auch eine Realität/Befürchtungs-Liste halte ich für sinnvoll (vielleicht magst Du sogar die Befürchtungen mit uns teilen, dass wir sie gemeinsam an der Realität messen können`?)
Was glaubst Du würde geschehen, wenn du Dein Leben selbst in die Hand nimmst? Wieviel der Sicherheit, die Du durch die Beziehung bekommst, kommt in Wirklichkeit doch ganz aus Dir selbst und wenn man genau hinsieht, wieviel hast du in all der Zeit ohnehin schon allein/selbst gemacht? Was könnte denn schlimmsten Falls passieren? Ist es wirklich so schlimm? Ich bin da manchmal sehr nüchtern, ich glaube erst ab dem Moment in dem man sich seine Zukunft allein vorstellen kann, wenn man versteht, dass man alles auch allein hinbekommt, kann man sich wirklich entscheiden. Auch eine Entscheidung für die Beziehung ist dann stabiler... gerade hängst Du völlig zwischen den Seilen. Was ich raushöre (aber da ist natürlich auch jede Menge "ich" was ich mit reinlese...) ist, eigentlich will ich das alles SO nicht. Aber ich weiß auch nicht, was und wie ich sonst will, also lass ich es so, bis irgendwas im Aussen die Entscheidung für mich trifft. Und das ist so natürlich, Veränderungen machen Angst, Veränderungen wirken bedrohlich, aber um so konkreter die Vorstellung von den Möglichkeiten wird um so mehr verlieren sie ihre Bedrohung.
Du musst radikal ehrlich mit Dir sein, beide Entscheidungen haben ihre Nachteile, das Märchenschloß ist leider nicht wählbar. Bei welchem Model sind die Nachteile den Vorteilen unterlegen? Welche Nachteile kannst Du auf Dauer besser ertragen?
Kannst Du ihm je wieder vertrauen? Mich würde gar nicht der Betrug an sich (der schlimm genug ist und für mich bis vor kurzem immer als Trennungsgrund galt) so verunsichern, sondern diese scheinbare Leichtigkeit mit der er es Ein- und Ausschalten kann. Er ist zwei mal ausgezogen, der große Junge, der mal wieder lebendig sein wollte und hat Dir dabei jedes mal aus purem Egoismus den Boden unter den Füssen weg gezogen.- Versteht mich nicht falsch, wenn eine Beziehung durch ist, muss und darf man gehen. Aber einfach mal zur Probe und dann nochmal? Sorry, das ist absolutes Kinderverhalten. Das man dann erstmal baff ist, wenn er zurück kommt, versteh ich sogar, irgendwie passiert es einfach und er wohnt wieder da. Und er merkt nicht mal, dass er etwas falsch gemacht hat, weil ausser etwas Gezeter (aus seinem Blickwinkel) passiert ja nichts, also probieren wir es halt nochmal... Wieviel Sicherheit in die Zuverlässigkeit des Anderen bleibt denn da noch übrig? Ich würde ihm jetzt nicht mehr die Möglichkeit geben einfach auszuweichen. Ich würde ihm ganz klipp und klar sagen. "Mein Freund, Du hast Scheiße gebaut, Du hast Dich aufgeführt wie der Rotz am Ärmel und jetzt sprechen wir darüber. Ich muss es jetzt geklärt haben, ich muss einschätzen können, was Dich dazu bewegt hat, ich muss einschätzen können, ob Dein Zurückkommen ehrlich ist, ich muss einschätzen können, ob Du, wenn Dir wieder irgendwas quer sitzt wieder gehst.- Soviel Konsequenzen musst Du jetzt tragen. DU hast die Scheiße gebaut und entweder Du stehst jetzt dafür gerade oder Du packst Deinen Scheiß und gehst. Ich bin doch nicht Dein Kasper!`"
Was stellst Du Dir vor, wenn Du sagst, dass er Dir beweisen soll, dass er wirklich zurück will? Ganz konnte ich das gerade nicht einordnen. Ich glaube, dass wichtigste ist jetzt Zeit, Zeit in der er Dir zeigt, dass er "wieder in der Spur" ist, Zeit in der er keine jungen Dinger mehr als Partnerin in Erwägung zieht...
Lass Dich nicht abspeisen, Du hast noch sehr viel Lebenszeit vor Dir, überlege Dir, ob Du sie so verbringen möchtest.
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Re: Ehemann/Geliebte

Beitragvon Traulie » Fr. 24.02.2017, 23:57

Hallo, PaulasMensch,
dass hast du lieb geschrieben, vielen Dank.
In den meinsten Überlegungn hast du recht. Er war immer der Mann auf meinem Bild, ganz dicht bei mir. Im Moment ist es ein Mann der mich liebt und respektiert und ich bin glücklich. Ich kann gar nicht sagen, wer er ist.
Als ich erfahren hatte, dass er ein Verhältnis hat, war es ein Weltuntergang für mich und fast unvorstellbar, alleine zu sein. Mittlerweile kann ich schon in die Richtung denken.
Er ist zweimal ausgezogen, hat aber mindestens noch weitere vier mal zwischendurch überlegt, was er macht. An zwei Tagen ist er mit seiner gepackten Tasche zur Arbeit gefahren und wollte dann entscheiden ob er nach Hause kommt oder nicht. Jedes mal kam er dann zurück.
Es ist schon komisch, aber gerade heute habe ich noch einmal das Gespräch gesucht. Es war mir scheißegal, ob ich wieder diskutiere und er stinking ist. Bin stolz auf mich, habe nicht geheult dabei. Ich habe ihm gesagt, dass ich die Beziehung so nicht mehr will. Ich stelle mir unsere Ehe für die Zunkunft anders vor. Möchte Sorgen, Probleme und Freude mit ihm teilen. Wünsche mir Zuneigung und mehr Gemeinsamkeiten. Wenn er das nicht kann, muss ich das akzeptieren, dann ist das so, aber ich WILL es anders. Ich sehe nicht, dass er sich bemüht und das ist mir zu wenig. Das ich jetzt auch so weit bin, unsere Ehe von meiner Seite aus zu beenden, wenn von ihm NICHTS kommtl
Tja, ich habe mit allen Dingen Recht. Auch er möchte es anders. Er will an sich arbeiten und versteht mich sehr gut.
Ich habe ihm gesagt, dass ich mich sehr freue, dass er mit mir um uns kämpfen will.
Das heißt natürlich nicht, dass es klappt, aber nach so vielen Jahren möchte ich es versuchen. Ob ich wirklich verzeihen kann weiß ich nicht.
Nun ist die Traulie wieder glücklicher :)
Oh, mann, ist das eine Scheiße. Es ist aber schön, dass es euch hier gibt. Das reden tut einfach gut. Dankeschön.
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Re: Ehemann/Geliebte

Beitragvon PaulasMensch » So. 26.02.2017, 01:59

Hey, das klingt nach nem guten Weg. Ich wünsche Dir, dass es weiter in die Richtung geht! ( nur kurz, weil ich bei ner Freundin bin.)
:cuddle:
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