On – Off mit einem Arbeitskollegen.

Hier geht's um jede Form von zwischenmenschlichen Beziehungen, also um Liebe(skummer) und Partnerschaft (auch Sexualität), um Freunde, Bekannte, Angehörige und andere soziale Kontakte in Eurem Umfeld.

On – Off mit einem Arbeitskollegen.

Beitragvon spielkind123 » Mo. 03.10.2016, 21:41

Such Leute mit ähnlichen Erfahrungen. Wie seid ihr aus „Spielchen“ wieder rausgekommen?
Ich möchte die Situation in den Griff bekommen, ohne meinen Job zu verlieren:

Es fing vor 6 Jahren an. Damals arbeiteten wir in unterschiedlichen Abteilung. Ich sah den Kerl und wusste dass es Ärger geben würde. Der Kerl war mir mehr als unsympathisch.
Es fing damit an, dass wenn ich an seiner Abteilung vorbeigekommen bin, er das Fenster geöffnet hat und mir über den ganzen Hof hinterhergeschrien hat ,ich könne doch mal „ Hallo“ sagen. Das gleiche passierte, wenn ich meterweit vor ihm ging und ihn nicht beachtete. Eben weil er mich einfach nur nervte.

Später ( 4 Jahre später)wurden unsere Abteilungen zusammengelegt und ich konnte ihm nicht mehr aus dem Weg gehen. Ich wurde oft von ihm provoziert, bis aufs Blut. Viel Streiterei. Wortgefechte und Meinungsverschiedenheiten. Ich bin sehr impulsiv.

Irgendwann als man sich ein bisschen aufeinander eingespielt hatte, wendete sich das Ganze bei mir. Anscheinend auch bei Ihm. Er sagte er sei von mir positiv überrascht.
Ich genoss die ungeteilte Aufmerksamkeit mittlerweile. Die lustigen ( sie waren nicht alle lustig und harmlos) Neckereien und das ich nicht an ihm vorbeikam, ohne das er mich irgendwie ansprach.

Wir stellten schnell fest, dass wir uns beide verdammt ähnlich sind. (sagt er, nicht ich) und wir viele Interessen gemeinsam haben. Das wir ähnliche Erfahrungen im Leben gemacht haben. Des Weiteren leiden wir unter der gleichen Krankheit. Er durchleidet etwas, mit dem ich schon abgeschlossen habe.
Das alles hieß aber nicht, dass wir uns immer gut verstehen.

Die netten Sachen: Er hört sehr gut zu, merkt sich jede Kleinigkeit. Ist an meinen privaten Sachen interessiert. Verteidigt mich bei anderen Arbeitskollegen, wenn etwas nicht meine Schuld ist. Macht mir sehr viele kreative Komplimente.
Zitate: „ wir sind uns zu Gleich.
Habe ich dir schon mal nicht geholfen, wenn du Hilfe brauchtest?
So pass ich immer auf dich auf!
Hoffentlich bekommst du bald einen Herzinfarkt
Wie sollen wir hier die Zeit bloß noch rumkriegen.
Wenn ich dich hier nicht haben will, bist du in 5 Minuten weg“ u.s.w

Es läuft immer Phasen weise alles total gut. Mir wird alles erklärt ,was ich für meine Arbeit brauche. Ich werde miteinbezogen. Es wird nett geredet und Späße gemacht und geneckt.
Dann schlagartig ist es anders.
Ich werde ignoriert. Auf das übelste Gemobbt und bewusst arg verletzt.
Dabei sind echt üble Dinger dabei. Er weiß genau, dass ich mir das zu Herzen nehme.

Ich werde ignoriert und es wird getan als würde ich nicht atmen. Und nein, ich bilde mir das nicht ein. Ich merke den Unterschied schon. Wie gesagt, normalerweise komme ich nicht an ihm vorbei ohne das es nicht kommentiert wird oder ich angestarrt werde oder oder oder.

Ich habe teilweise schon versucht, wenn ich schlechte Laune habe ihm einfach aus dem Weg zu gehen. Um halt keinen Konflikt zu provozieren. Habe das Gefühl das es von ihm so genommen wird wie „ich habe seine Hilfe nicht mehr nötig, ich brauche ihn nicht mehr.“ Und ist dann eben sauer?
Ich weiß es nicht.

Mir wird vorgeworfen, dass ich alles zu sehr auf die Goldwaage lege und alles zu ernst nehme. Dass es ja alles immer nur Spaß ist und wir alle nur Arbeitskollegen sind.

Ich bleibe immer sehr gerne auf der „Arbeitskollegen“-Schiene. Das ist mir aber schlicht unmöglich wenn ich ständig private Dinge gefragt werde. Provoziert. Gelöchert.
Mittlerweile weiß er mehr über mich , als irgendjemand sonst in der Firma. Fehler meinerseits. Ich dachte man würde mein Verhalten dann nicht immer so fehlinterpretieren.

Er hat über ein halbes Jahr nicht mit mir gesprochen und meinte nach mehrmaligem Ansprechen darauf, dass ich seine Meinung nur benutzen würde wenn ich sie bräuchte und ich draus einen Vorteil hätte. Und das ich seine Ideen, als die meine Verkaufen würde um gut da zu stehen.
Also würde ich ihn halt ausnutzen.

Wortwörtliches Zitat: „Es ist besser , wenn wir nicht mehr miteinander reden.“
Nach 5 Monaten war wieder alles Normal und er kam wieder auf mich zu. Wir haben beide darüber gesprochen, dass es wieder so enden wird, wie es immer ist. ( Also die Funkstille.)

Ich bin mit gesamten Situation überfordert. Ich arbeite gerne dort. Ich liebe meinen Job. Und ich möchte nicht kampflos aufgeben.

Ich hoffe ich konnte die Situation einigermaßen gut darstellen. Nach so vielen Jahren ist es alles sehr unübersichtlich.
Es bringt mir nichts, ihm aus dem Weg zu gehen. Ich bin beruflich auf ihn angewiesen und habe keine Person als alternative. Ich versucht krampfhaft mit der Situation fertig zu werden. Aber , da jeder mal einen schlechten Tag hat, eskaliert es immer wieder.
Mein Chef ist ratlos.
Ich freue mich über Anregungen ähnliche Erfahrungen oder Tipps wirklich sehr. Es wäre nett, wenn darauf verzichtet wird mir jetzt von oben noch ein drauf zu hauen.

Ich versteh nicht, wie man sich gegenseitig so das Arbeitsleben schwer machen kann. -- Quelle: https://www.psychotherapiepraxis.at/pt- ... =7&t=37767
spielkind123
 

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