Eine Freundin, ein Deal, eine soziale Phobie

Hier geht's um jede Form von zwischenmenschlichen Beziehungen, also um Liebe(skummer) und Partnerschaft (auch Sexualität), um Freunde, Bekannte, Angehörige und andere soziale Kontakte in Eurem Umfeld.

Eine Freundin, ein Deal, eine soziale Phobie

Beitragvon Zombie1312 » Do. 15.09.2016, 20:19

Hallo zusammen :)

Ich möchte mal meine Situation und meine Beziehung beschreiben, vielleicht hat jemand einen passenden Tipp oder ich kann, wie auch immer, damit weiterhelfen... Ich hoffe der Text ist nicht zu lang(weilig) und es interessiert sich überhaupt jemand dafür...
Hier die Kurzform, damit ihr wisst, ob ihr den Text überhaupt lesen wollt:

Meine Beziehung war gut, dann kamen die ersten Schwierigkeiten, weil ich meiner Freundin wohl zu viel vertraut habe. Wir hatten ein Abkommen, dass es ok ist etwas offener zu sein. Das war wohl der größte Fehler meines Lebens.

Zu meiner sozialen Phobie:
ich habe starke Angst davor, mich vor anderen Menschen übergeben zu müssen. Bei fremden Menschen(Sammlungen) habe ich das Problem nicht. Komischer weise auch nicht bei der Arbeit im Kindergarten. Bei meinen Freunden ist es dafür um so schlimmer.

Meine Beziehung vor meinem Problem (Vorgeschichte):

Meine Freundin und ich haben uns mit 14 kennengelernt, ein halbes Jahr später war ich verliebt, ein weiteres halbes Jahr später (mit 15) waren wir zusammen.
Wir haben uns immer alles anvertraut und waren immer für den anderen da. Sie weiß alles von mir und ich alles von ihr. Wir haben so unendlich viel gemeinsam und darum auch so viel zusammen gelacht, aber auch geweint. Nun sind wir über dreieinhalb Jahren zusammen, und es gab eigentlich kaum Probleme. Wenn doch waren sie nicht von großer Bedeutung. Irgendwann habe wir angefangen, mit anderen Party zu machen. ich war immer strikter Antialkoholiker, bis ich mit sechzehn auf den Geschmack kam.
Wenn sie getrunken hat, war sie immer gegen mich. Sie hat mich beleidigt, geschlagen (nicht so fest, aber es war trotzdem jedes mal furchtbar), angeschrien und sich vor anderen über mich lustig gemacht.
Ich habe mit 16 angefangen zu kiffen. Sie war total dagegen und hat mich oft angeschrien deswegen. Wir haben dann irgendwann abgemacht, dass ich es nur mache, wenn sie nicht dabei ist. Sie hat dann aber irgendwann doch auch angefangen, nachdem sie sich informiert hatte. Ich habe das zeug immer für sie mitgezahlt, weil das besser war, als wenn sie trinkt (also an Partys). Alles lief gut.

Sie war an einem Rosenmontag mit Schulkollegen was trinken, ich musste arbeiten an diesem Tag. Abends schrieb sie mir, dass sie mir etwas sagen muss, bevor ich es von wo anders höre (einer meiner besten Freunde hat es selbst gesehen, wer weiß ob sie es sonst gesagt hätte). Sie war betrunken und hat mit einem ihrer Schulfreunde, mit dem ich auch befreundet war rumgeknutscht. Später war sie bei einer lesbischen Klassenkameradin von mir und hat auch mit ihr und einer Freundin von ihr rumgemacht.
Ich war am Boden zerstört. Ich kann aber nicht wütend auf andere Menschen sein, bei sowas bin ich dann immer einfach nur verletzt/enttäuscht.
Ich habe ihr einen Deal angeboten: Beide von uns dürfen küssen (nicht mehr) wen sie wollen. Aber auch Drogen nehmen, was und wie viel sie wollen. Ich hatte weder vor andere zu küssen, ich kann nichtmal andere Frauen anschauen ohne ein schlechtes Gewissen zu bekommen. Ich wollte auch nie andere Drogen nehmen oder viel trinke oder kiffen. Aber ich habe mir eingeredet, dass es so erträglich wäre, wenn es so abgemacht ist. Also dass ich es aushalte, wenn es wieder passiert...

Wir haben uns wieder versöhnt, oder ich habe mich weichklopfen lassen. Später war sie irgendwann an einem kleinen Festival mit einem meiner besten Freunde. Dort war sie und er sehr betrunken. Sie verschwand mit einem Typen im Zelt, kann sich aber an nichts erinnern. Mein guter Freund hat den Typ aus ihrem Zelt gezerrt, kann sich aber an nicht mehr all zu viel erinnern, als weiß er nicht mehr genau, warum er das tat und ob es erforderlich war. Es war ja "ok", wenn sie mit diesem Typen geknutscht hatte. Sie hatte aber ein total schlechtes Gewissen und ist mir seit dem regelrecht in den A... gekrochen. Ich habe vor ihr behauptet, dass ich ihr vertraue, kann ich aber bis heute nicht genau in diesem Punkt, vor allem wenn ich bedenke, was dann noch kam...

Meine Phobie trat auf

ich bekam dann vor einem Jahr meine Phobie und ich konnte immer weniger auf Partys gehen. Sie hat zeitgleich angefangen zu studieren und ging auf immer mehr Partys ohne mich. Es war eine Studentenparty vor kurzer Zeit auf einer Hütte, nur fünf km von meinem Wohnort entfernt. ich habe mich zuhause heftig betrunken, wie immer wenn sie auf Partys geht, was sie auch weiß. Am nächsten Tag war sie bei mir und erzählte mir, dass sie dort mit einem Polizisten, der auch auf der Party gefeiert hatte, geknutscht hatte. Was für ein Schlag ins Gesicht. Ich konnte nicht dort sein, um es zu verhindern und es war auch noch ein Polizist. ich will hier niemanden beleidigen, aber ich habe meine Probleme mit der Polizei gehabt und wurde oft gedemütigt... Ich dachte irgendwie, dass unser Abkommen automatisch außer Kraft gesetzt sei, weil es mir wirklich schlecht ging und ich sie so sehr wie noch nie gebraucht hatte...
Mein Zustand verschlimmerte sich um einiges. Mein Vertrauen war dann ganz weg, was ich ihr auch sagte.
Sie war empört darüber, dass ich ihr nicht vertraue und schüchterte mich ziemlich ein deswegen... Ich knickte wieder ein und entschuldigte mich bei ihr.

Heute

In der letzten Zeit verbringen wir wenig Zeit. Jetzt ist sie in Köln für ein paar Tage bei einem Freund von ihr, den ich nicht kenne. Seine Beziehung ist seit langem schlecht und steht jetzt kurz vor der Hochzeit auf der Kippe...

Es macht mich so fertig nicht zu wissen was los ist, beziehungsweise ihr nicht mehr trauen zu können. Ich weiß, ich sollte mal mit ihr drüber reden. Ich habe aber Angst, dass sie wieder so wie das letzte mal reagiert und sich dadurch nur noch mehr von mir entfernt. Ich stelle mich selbst auch unter Druck wieder gesund zu werden und zu "funktionieren". Schließlich kann ich mit ihr nirgens hin um auf sie "aufzupassen" und außerdem langweile ich sie bestimmt, weil wir nicht mehr feiern können...
ich hoffe jemand hat mir einen Rat zur Hand... Sagt bitte nicht, ich soll mich "einfach von ihr trennen". Sie hat mir schon so viel gutes getan und jeder Mensch macht doch Fehler. Oder bin ich zu nachgiebig und naiv?

In diesem Sinne,
Zombie
Trink niemals Waschmittel!

(von mir selbst. Als ich 13 war und mir Gedanken um philosophische Fragestellungen machte, wollte ich mir einen Leitfaden für mein Leben entwerfen, also mein Lebensmotto. Da aber einige mir zu wandelbar waren oder es auf die Situation ankam, dachte ich mir etwas aus, dass in JEDER Lebenssituation zutrifft.)
Zombie1312
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