Seelenlast

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Seelenlast

Beitragvon leni98 » Mi. 24.01.2018, 22:47

Hallo ihr Lieben.
Ich bin noch recht neu hier und habe mich dazu entschlossen, das was mich beschäftigt hier einmal aufzuschreiben.
Ich heiße Marlene und bin 19 Jahre alt.
Ich habe Probleme in Hinsicht auf meine Beziehung, aber auch mit mir selbst.

Ich bin im März (2018) nun 4 Jahre mit meinem Freund zusammen (21).
Im Moment bin ich recht glücklich in der Beziehung denke ich, dennoch denke ich oft darüber nach, ob es mir nicht gut täte, diese zu beenden.
Im Sommer 2016 hat sich mein Freund von mir ziemlich abgewendet. Entgegen meiner Bitte, es zu lassen, fuhr er mit 2 Freunden in einen Partyurlaub nach Bulgarien. In diesem Urlaub hatten wir kaum Kontakt.
Anschließend hatten wir noch einen gemeinsamen Urlaub gebucht, auf den ich mich vorher noch gefreut habe. Im Urlaub hatte ich keinen Spaß, er hat mich dauernd aufgezogen, weil ich zugenommen hatte, hat mich Moppelchen genannt usw.
Ich war sehr unglücklich, was dadurch, dass ich erfuhr, dass mein Opa verstorben ist, noch schlimmer wurde. Ich erhielt keinerlei Trost von ihm.
In eben diesem Urlaub erhielt ich die Nachricht, dass mein Freund in dem Partyurlaub mit einer Anderen geschlafen hat von einem seiner beiden Freunde, die ihn begleitet haben. Ich sprach ihn darauf an, woraufhin er dies gestand. Ich war so verzweifelt und traurig, wusste nicht was ich tat, aber verzieh ihm.
Es ging mir unheimlich schlecht, nach ein paar Tagen, in denen ich fast nur weinte, machte er mir sogar Vorwürfe wegen meiner Tränen.
Nach dem Urlaub sagte er, dass etwas Abstand uns beiden wohl gut täte.

Ein Freund von mir spendete mir viel Trost.
Ich erfuhr, dass mein Freund sich hier auch mit einem gewissen Mädchen traf. Einem Mädchen, das ich persönlich ein wenig kenne, das den Ruf genießt, sich mit JEDEM abzugeben und mit jedem, der nicht bei 3 auf dem Baum ist ins Bett zu gehen.
Ich war sehr verunsichert, mir ging es unfassbar schlecht in dieser Zeit und ich verlor auch wieder Gewicht, nicht zuletzt weil ich nichts aß.
Nach ein paar Wochen begann es mir wieder viel besser zu gehen.
Eines Tages fragte mich mein Freund dann, ob wir reden könnten.
Wir trafen uns nach kurzer Überlegung meinerseits und redeten.
Ich sprach ihn auf das Mädchen an, er sagte dazu nur, das sie miteinander abgehangen hätten.
Ich dachte eine Weile nach, er schien diese Phase sehr zu bereuen, denn er weinte.
Ich beschloss ihm eine letzte Chance zu geben.

Anfangs klappte es recht gut, mein Schmerz kam immer wieder hoch und er tröstete mich, zeigte viel Verständnis und war für mich da.
Mir ging aber dieses Mädchen nicht aus dem Kopf. Ich empfand zum ersten Mal soetwas wie Hass für einen Menschen.
Ich krampfte mich fest an dem Glauben, ihn zu lieben und in der Hoffnung, dass ich seelisch wieder herunterkomme.
Ich machte mir dennoch viele Gedanken, ob er mir die Wahrheit gesagt hätte, wegen des Mädchens, Monate nach unserer "Reunion" und las angetrunken heimlich die Chat-Verläufe, die bewiesen, dass er doch mit ihr geschlafen hatte.

Da ich in dieser Zeit merkte, dass er sich viel Mühe gab für mich, dass er immer für mich da war und mich stützte, sprach ich es an und sagte ihm, dass ich versuchen würde es zu vergessen.

Nun ist es 1 1/2 Jahre her. Selten spukt ein Gedanke über sie in meinem Kopf umher.
Letztens stritten wir uns jedoch, wegen einer Kleinigkeit. In der darauffolgenden Nacht hatte ich einen sehr extremen Traum:
Ich träumte, dass das besagte Mädchen und er bei mir zuhause sind, dass er sie Schatz nennt und vor ihren und meinen Augen mich für sie verlässt. Ich träumte auch, dass ich ihr einen Zahn ausschlug und ihr diesen nicht wiedergab.

Inzwischen ist mein Freund erwachsener geworden. Damals habe ich mich an ihm festgeklammert wie eine Zecke, heute bin auch ich erwachsener und reifer und auch stärker geworden. Wenn er mich doof behandelt sage ich ihm, dass er mich verletzt und gehe, sofern er es nicht einsieht und sich bei mir entschuldigt.

Ich habe seit wir zusammen gekommen sind 25 kg zugenommen. Ich fühle mich weniger wohl in meiner Haut und das merkt er auch. Er lässt mich das auch nicht selten wissen, was mich jedoch eher herunterzieht, denn man bekommt nicht gerne gesagt, dass man doch Sport machen solle, dass man faul sein und fett geworden sei. Das habe ich ihm auch sehr deutlich gemacht.

Auch so fehlt mir einiges in der Beziehung: Er kuschelt nur sehr selten, über eine Massage darf ich mich (nicht untertrieben) ca. einmal im Jahr freuen.
Dennoch bin ich auch oft sehr glücklich in dieser Beziehung. Denke auch viel an eine gemeinsame Zukunft.
Ich frage mich aber, ob mich der Schmerz, den er mir zugefügt hat jemals wieder vollends "verlassen" wird.
Ich frage mich, ob ich auf Dauer so glücklich bin und ich weiß einfach keine Antwort.
Ich vertraue ihm wieder. Mehr als ich mir das vor einem Jahr annähernd vorstellen konnte.
Ich habe auch viel nachgelesen, darüber, dass Jungs mit 19 was ausprobieren wollen, gerade in so langen Beziehungen.

Ich vermute, dass ihr jetzt denkt, dass ich eine emotional schwache und instabile Person bin, weil ich ihn nicht sofort abserviert habe damals.
Wenn so etwas heute noch einmal passieren würde, würde ich ihn auf der Stelle verlassen.

Ich hoffe, dass ihr mir vielleicht ein paar Worte sagen könnt.
Ich weiß nicht genau was, aber irgendwie hoffe ich einfach, dass ihr ehrlich seid und mir sagt was ihr denkt.
Ich weiß nicht was ich hören will, und ich bin sicher, viele von Euch haben schlimmere Probleme. Es hat auf meiner Seele gelastet und ich bin euch dankbar, wenn ihr es versteht.

Herzlich
Marlene
leni98
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Re: Seelenlast

Beitragvon Zerrissen » Do. 25.01.2018, 09:14

Hi Marlene
Es geht nicht darum, wie schlimm ein Problem ist, es lastet auf dir und muss raus. Da meine letzte Beziehung eher gestört war, will ich dir da keine Tipps geben. Meine Partnerin ist offen fremd gegangen, was sehr weh getan hat, sie hat nicht mal deswegen gelogen. Ich bin dennoch geblieben, am Ende verließ sie mich. Ich schreibe das, weil ich ausdrücken möchte, dass Liebe einen meiner Erfahrung dazu bringen kann Dinge nicht zu ändern die man ändern sollte. Das Beispiel mit der Massage, wartest du, dass er es von sich aus macht oder fragst du? Das wenige Kuscheln ist ebenfalls traurig, eigentlich ist vieles traurig daran. Für mich ist nur die Frage, ob es sich nicht ändern lässt. Du sagst du liebst ihn, dass es viele glückliche Momente gibt, du an eine gemeinsame Zukunft denkst. Das ist doch ein Grund zu kämpfen. Ob der Schmerz vergeht, vielleicht, vielleicht bleibt er auch da. Du scheinst stark zu sein, denn du sagst, dass du ihn verlassen würdest, wenn er es nochmal tut. Ich hoffe dazu kommt es nie und du wirst einfach glücklich. Viel Glück und Kraft wünsche ich dir
LG Zerrissen
--Selbst wenn du nicht mehr dran glaubst, kämpfe weiter bis der Krieg ums Leben gewonnen ist, sonst verpasst du vielleicht den schönsten Teil--
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Zerrissen
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Re: Seelenlast

Beitragvon leni98 » Do. 25.01.2018, 11:55

Danke für deine einfühlsame Antwort!
Es tut mir Leid, dass du auch so etwas durchmachen musstest. Es ist wirklich ein furchtbares Gefühl!
Wegen dem kuscheln, das findet schon statt, sehr sehr selten allerdings von ihm ausgehend, ich bin ein sehr gefühlsmäßiger Mensch, wenn man das so sagen kann, das ist er weniger.
Ich frage ihn auch, ob er mich nicht mal massieren könnte, aber er scheint darauf keine Lust zu haben und es auch nicht um meinet willen machen zu wollen.
Ich war letztens krank, da hat er sich rührend um mich gekümmert, mir ein Bad eingelassen und Tee gekocht und mir Suppe gemacht und Medikamente gekauft.
Er ärgert mich oft auf eine liebevolle Art, will mich viel zum Lachen bringen,
aber diese innige liebevolle Ebene ist ziemlich vernachlässigt.
Wir schlafen miteinander, nicht selten, ich würde mal behaupten in der Hinsicht stimmt alles,
er möchte mich auch viel um sich haben, aber eine Massage ist wohl zu viel verlangt :/
Naja, ich grüble eben viel, es gibt ja auch andere Mütter mit schönen Söhnen!
Herzliche Grüße
Marlene
leni98
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