Die Königin Angst

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Die Königin Angst

Beitragvon Zerrissen » Do. 28.12.2017, 11:35

Ich habe eine bösartige Herrin in meinem Leben und sie ist die Angst. Ich habe vor den irrationslsten Dingen Angst, die mich zuletzt sehr lähmt. Ich verlasse kaum noch mein Zimmer und mir fehlen zur Zeit die Reserven für diesen Kampf. Früher hat man mir das kaum angemerkt, denn ich rannte immer mit dem Kopf durch die Wand der Angst, solange ich noch Kraft hatte, dennoch war ich nicht gesund, nur stark genug um dennoch irgendwie zu funktionieren. Jetzt funktioniert gar nichts mehr. Ich schaffe es an guten Tagen vielleicht gerade mal die 10min zum Aldi zu gehen um Essen zu kaufen, doch immer ist die Angst am bohren. Selbst Arzttermine habe ich schon sausen lassen, weil ich die Strecke vor lauter Angst, fast Panik nicht schaffe. Ich schließe mich auch im Zimmer ein, weil ich vor meinen Mitbewohnern Angst habe, einfach weil es Männer sind, ich dachte eigentlich, dass ich diese Angst im Griff hätte, aber sie ist wieder ausgebrochen. Ebenso ist mein Rollo immer unten, da ich Angst habe beobachtet zu werden, ich habe vor so vielen Dingen Angst, selbst vor mir persönlich. Ich kratze immer wieder am Rande der Panik, gerate manchmal in die Attacke hinein. Ich hasse das, habe Angst davor, Angst, dass mir das draußen passiert. Diese Ängste bestimmen mein Leben immer mehr, manchmal traue ich mich nicht mal in die Küche um Essen zu machen. Mittlerweile esse ich eh nur noch in der scheinbaren Sicherheit meines Zimmers, doch weiß ich, dass ich auch hier nicht sicher bin, denn die Angst lauert überall auf mich. Ich bekomme schon Medikamente, aber sie schlagen kaum an. Die Königin Angst ist zu stark.
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Re: Die Königin Angst

Beitragvon Oskar » Do. 28.12.2017, 15:40

Hmm :(

Das hört sich nicht gut an.
Wie lange ist es denn schon so schlimm?

Auf jeden Fall solltest du dir nen Weg ausdenken um das Ganze intensiver anzugehen.
Das hört sich danach an als würdest du den Kampf gerade ein Stück weit verlieren also solltest du denke ich etwas unternehmen
Ich hatte auch mal so ne Phase und bin dann in die Klinik gegangen ( mehr oder weniger geplant) und mir hat es geholfen. 4 oder 5 Monate ging nichts mehr, mittlerweile bin ich mit Medis auf mittlerer Dosierung fast Angstfrei. Allein der Rückzug in einen sicheren Raum hat mir geholfen.
Aber dieser Sichere Raum kann natürlich auch etwas völlig anderes sein als eine Klinik.
Hast du so etwas wie Skills für diesen Fall?

Was für Medikamente nimmst du denn?
Vielleicht sind die nicht zu schwach sondern einfach nur die Falschen
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Re: Die Königin Angst

Beitragvon Zerrissen » Fr. 29.12.2017, 13:38

Ich bekomme Tavor hochdosiert gegen die Angst und Zopiclon, damit ich wenigstens etwas schlafe. Für den Notfall habe ich immer eine 2,5mg Tavor Expidet dabei. Dazu noch Tavor im Bedarf, wenn die 2,5-er nicht reicht, bis zu 150mgTruxal im Bedarf, Doxepin kriege ich 3x täglich, dazu Olanzapin und Mirtazapin regulär.
Ich habe Skills, aber zuletzt ziehen sie nicht mehr so. 1-2-3-4-5, Tresorübung, hartes Chili, Finalgon, Brausetabletten, etc... Ich war schon lange in der Klinik, möchte da eigentlich nicht hin zurück, da unter den dortigen Bedingungen nochmal ganz andere Ängste erblühen (kein Rückzugsort, mit jemand fremden im Zimmer, ständig kommt wer an und reißt die nicht abschließbare Tür auf). Beim letzten, langen Aufenthalt sind sie zu dem Schluss gekommen, dass ich dort nicht stabil werden kann, was ich auch glaube.Vielleicht finde ich mit meiner Therapeutin ja noch einen Ansatz, denn ich weiß einfach nicht mehr weiter :/
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Re: Die Königin Angst

Beitragvon Dave » Fr. 29.12.2017, 23:06

Hallo,
Ich habe große Probleme mit dem Umgang anderer Menschen und verbringe hauptsächlich meine Zeit in der Wohnung. Das was du erzählst kommt mir sehr bekannt vor aus meiner Zeit als ich anfangen hab mich von meiner Umwelt abzukapseln bis hin zu einer kompletten Isolation. Gerade dabei ist schnelles Handeln angesagt, da es je schlimmer es wird auch umso schwerer wird wieder aus dieser Situation raus zu kommen. Ich habe zwei stationäre Klinik Aufenthalte hinter mir, aber in denen wurde schnell klar das es eher kontraproduktiv war. Was mir aber geholfen hat und immer noch hilft und was ich auch nur zutiefst empfehlen kann ist das betreute wohnen. Ich habe ein bis zwei Termine in der Woche und bei Bedarf können es auch mal mehr sein. Anfangs mag es vielleicht etwas seltsam sein, aber sobald ein gewisses Vertrauensverhältnis entsteht lernt man diese Hilfe sehr zu schätzen da es ungemein die Last von den Schultern nimmt und man durch die Betreuung das Gefühl von Sicherheit bekommt welches einem oft Fehlt. Es wäre ein Schritt um wieder eine gewisse Stabilität rein zu kriegen und nach und nach zu schauen ob es auch wieder ohne geht.

Mit freundlichen Grüßen:
Dave
"Du schreitest ewig durch die Schattenreiche, kämpfst gegen das Böse, wo andere versagen. Möge dein Durst nach Rache nie versiegen, möge das Blut auf deinem Schwert niemals trocknen - und mögen wir dich nie wieder brauchen.
- Corrax-Eintrag 7:17"

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Re: Die Königin Angst

Beitragvon Zerrissen » Di. 02.01.2018, 21:09

In bin bereits im Betreutem Wohnen, einer Einrichtung untergebracht. Ohne die Hilfen hier, würde ich es nicht mal schaffen mich zu ernähren oder zu meiner Therapeutin zu kommen. Vermutlich würde ich halb verhungern. Ich werde schon entlastet und bin trotzdem am Limit. Ohne wäre es jedoch vermutlich über das Limit hinaus
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