Sorgen um die Oma und ihren Wein

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Sorgen um die Oma und ihren Wein

Beitragvon Klippodil » Mi. 25.10.2017, 10:30

Hallo,

meine Oma hat vielleicht ein Alkoholproblem. Sie war zu Besuch bei mir in der Stadt und ich hab über den Zeitraum gemerkt, wie viel Alkohol sie trinkt und wann. Und dass sie nervös wird, wenn sie keinen Alkohol kriegt. Das hat mich ein bisschen besorgt, aber als ich sie drauf angesprochen habe, meinte sie: Sie trinke zwar jeden Tag, aber das helfe ihr und sie komme noch mit ihrem Leben gut klar.
Und solange das klappe, wäre alles in bester Ordnung.

Darf ich mich erst einmischen, wenn ihr der Alltag entgleitet? Ich bin unschlüssig. Zwar nimmt sie nicht mehr eine ganze Schlaftablette jeden Tag, sondern nur noch eine halbe, aber gut.... na ja. Gut ist es nicht.

Versteht ihr was ich meine? Ich mache mir wirklich Sorgen.
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Re: Sorgen um die Oma und ihren Wein

Beitragvon loner » Do. 26.10.2017, 08:28

Wie viel trinkt sie denn und ab wann? Mein Opa hat auch oft getrunken, aber dann eben abends und ein oder zwei Bier glaube ich.
Ich hab nicht viel Ahnung von dem Thema, das geb ich zu. Aber wenn jemand zB morgens schon trinkt, dann kann das sicher auf ein Problem hindeuten. Es gibt dagegen überraschend viele Leute, die jeden oder fast jeden Tag abends ein oder zwei Glässchen trinken. Das bekannte Feierabendbier. Das wäre für mein persönliches Empfinden auch schon zu viel, aber scheint noch nicht sehr problematisch zu sein.
Ich finde ihre Antwort ein bisschen fragwürdig. Man sollte Alkohol nicht trinken, weil es einem "hilft". Selbst wenn es ums einschlafen geht, ist das ja nicht der beste Weg. So ein Satz würde bei mir auch Misstrauen wecken.
Kannst du mit deinen Eltern oder irgendjemanden, der deine Oma auch gut kennt, darüber reden? Ein zweiter (persönlicher) Eindruck könnte dir helfen.
Und letztlich kannst du dich zwar einmischen, aber ob sie sich dann helfen lassen will ist eine andere Sache.
Ah und noch ein letzter Rat. Wenn du dir weiterhin Sorgen machst könntest du auch mit einer Fachberatungsstelle darüber reden. Die müssten sich auskennen und sollten auch Angehörige beraten können.

Lg loner
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Re: Sorgen um die Oma und ihren Wein

Beitragvon Klippodil » Fr. 27.10.2017, 12:00

Danke für deine Rückmeldung, loner.
Sie hat mich übers Wochenende besucht und da hat sie jeden Abend Alkohol getrunken - einmal alleine eine Flasche Wein, ein anderes Mal in der Kneipe. Wie viel genau das war, kann ich nicht sagen, da habe ich noch nicht drauf aufgepasst. Aber auf jeden Fall mehr als 2 Biere.

Ich frage auch hier, weil sie von sich selbst erzählte, dass sie jeden Abend Wein trinke zuhause. Und dass sie brauche zum Schlafen. Sonst hätte ich es für mich verbucht unter "Ferienmodus".
Ich bin schon 27, deshalb ist es schwer, das bei meinen Eltern anzusprechen. Meine Mutter hat nichts mit ihr zu tun und mein Vater ist nicht verwandt (die Oma ist angeheiratet und nun ist ja mein Opa tot). Allgemein macht sich Papa da nicht so viele Gedanken, weil er eher an sich selbst denkt.

Ich will mich auch nicht unangenehm aufdrängen, weisst du, was ich meine? Vielleicht kann ich ja mit ihr zusammen in eine Klinik fahren... oder es ihr wenigstens vorschlagen, eine Beratung zu machen? Zum Beispiel habe ich jetzt in der Zwischenzeit gegoogelt und wollt mal fragen, ob ich vielleicht einfach mal in diesen Oberbergkliniken anrufen sollte: https://www.oberbergkliniken.de/ Meinst du, die machen einen seriösen Eindruck?
Aber ich hab auch Angst, dass ich sie verschrecke mit einer solchen Einmischung.

Nur, wo hört die Sorge auf und die Übergriffigkeit beginnt?

Ich weiß es nicht...
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Re: Sorgen um die Oma und ihren Wein

Beitragvon loner » Sa. 28.10.2017, 09:32

Hallo,

Also eine ganze Flasche Wein finde ich auch sehr viel. Da wäre ich wahrscheinlich schon ganz schön betrunken und alte Leute vertragen ja eigentlich auch nicht so viel. Meiner Meinung nach ist deine Sorge berechtigt. Ich würde mir auch Gedanken machen und ich kann verstehen, dass es dir schwer fällt, weil man sich nicht aufdrängen will. Die Alternative hieße aber, dass sie auf sich gestellt ist und wahrscheinlich so weiter machen würde. Wenn sie sonst niemanden hat, ist es wahrscheinlich auch sonst noch keinem aufgefallen oder es waren Bekannte, die sich noch weniger trauen was zu sagen als du.
Ich kann dir ehrlich gesagt nicht sagen, ob die Klinik was ist. Ich würde es einfach mal probieren oder eben bei einer Suchtberatungsstelle nachfragen. Ich finde es gut, dass du was unternehmen willst. Dafür ist Familie auch da. Und wenn sie sich rigoros weigert, dann hast du es wenigstens versucht und sie zudem auch darauf aufmerksam gemacht.
Ich glaube, Leute die Suchtprobleme haben oder kurz davor stehen, reden sich immer ein, dass sie es noch im Griff haben. Aber wenn sie merken, dass sie es nicht mehr kontrollieren können, dann ist es zu spät und die Scham wahrscheinlich sehr groß.
Ich drücke dir die Daumen, dass sie deine Hilfe annimmt.
Lg loner
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