Was bringt mir die Therapie

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Was bringt mir die Therapie

Beitragvon Snuuhpy » Mo. 09.10.2017, 14:04

Hulluh...

Ich schlage mich immer wieder mit dem Gedanken an eine Therapie herum und möchte das eigentlich auch in Angriff nehmen, schon allein um meine zwei engsten Lieblingspersonen zu entlasten und natürlich auch um in meinem Kopf mal aufzuräumen.

Allerdings... frage ich mich, was mir das bringen bzw. wie mir das helfen soll.
Ich weiß zum Großteil woher meine Probleme kommen und wenn ich mir dessen doch bewusst bin, wie und was soll ein Therapeut da groß ausrichten können ?

Mein Partner sagt, es ginge hierbei dann eben nicht darum, zu ergründen, sondern viel mehr zu ertragen.

Ich muss dazu sagen, dass ich ein sehr... "radikaler" Mensch bin, mit teilweise sehr harten Ansichten, was mich und mein nahes Umfeld zeitweise sehr belastet.
Ich bin eigentlich immer schlecht gelaunt, wenn nicht sogar agressiv und oft suche ich fast nach einem Grund mich aufzuregen.

Das soll natürlich eigentlich nicht so sein und die Therapie soll mir dabei helfen, nicht bei jeder Kleinigkeit an die Decke zu gehen, zusammenzubrechen oder irgendwas zu zerstören, sagt er.
Klingt eigenlitch ganz gut, denke ich...

Aber dann führe ich mir wieder vor Augen worüber ich mich aufrege und das sind in der Regel ganz normale Dinge und "menschliche Beweggründe" die ich aber einfach nicht verstehen kann und zum Teil auch nicht will.
Das sind wirklich banale Sachen, für jeden anderen Mensch vollkommen normale Abläufe wie zur Wahl zu gehen oder sowas.
Da fehlt mir zum Beispiel jegliches Verstädnis für, mal davon abgesehen, dass ich Menschen in der Regel sowieso nur in "Dumm" oder "Böse" einteile, was einfach nochmal erschwerend zu jeder Situation hinzu kommt.
Und dann steigere ich mich da rein und es endet alles damit dass ich mich noch mehr hasse als vorher und meine Verachtung für die Menschheit noch weiter angestiegen ist.

Und wenn ein Therapeut dafür sorgt, dass ich mich über sowas nicht mehr aufrege...
Also ich will mich nicht aufregen aber... ich will auch keins von diesen Schafen werden die ich sooooooo sehr verachte...

So, sehr lange Rede kurzer Sinn... Ich habe Angst, dass ich nach einer Therapie nicht mehr ich bin...
Ich will Politik nicht verstehen und ich will auch keine Menschn treffen... Aber vor allem will ich nicht, dass ich dass will... Ist das halbwegs verständlich ?

Mein Kopf brummt schon wieder und ich weißn auch eigentlich gar nicht warum ich diese Wall of Text jetzt verfasst habe... Mich beschäftigt das einfach sehr und ich frage mich, ob mir eine Therapie dann überhaupt helfen kann, bzw. ob ich mich wirklich darauf einlassen kann... Kennt jemand diesen Gedankengang oder ist das komplett abwegig ?
Jeder ist ein Genie! Aber wenn Du einen Fisch danach beurteilst, ob er auf einen Baum klettern kann, wird er sein ganzes Leben glauben, dass er dumm ist.
Snuuhpy
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Re: Was bringt mir die Therapie

Beitragvon loner » Di. 10.10.2017, 10:27

Hey Snuuhpy,

Snuuhpy hat geschrieben:So, sehr lange Rede kurzer Sinn... Ich habe Angst, dass ich nach einer Therapie nicht mehr ich bin...

Mir stellte sich beim Lesen sofort die Frage: Fühlst du dich denn so, wie du jetzt bist, so wie du?
Die erste Frage, die du dir meiner Meinung nach stellen solltest, ist, willst du so bleiben, wie du jetzt bist. Und fühlst du dich damit wohl? Ich lese aus deinem Text heraus, dass es nicht so ist. Du scheinst sehr unausgeglichen zu sein, und ich denke, ein Therapeut könnte dir schon helfen, deine Mitte wieder zu finden. Dafür musst du nicht die Meinung oder sonstiges von anderen Menschen annehmen. Es geht dabei glaub ich viel mehr darum, wie du dich verhältst und um deine Sichtweise. Du kannst die anderen ja blöd finden, aber im Endeffekt schadest du nur dir selbst, wenn du dich zu sehr über Kleinigkeiten aufregst. Wenn du lernst, dich darüber nicht mehr so sehr aufzuregen und dich besser distanzieren kannst, dann heißt das noch lange nicht, dass du so wirst wie die anderen Menschen.
Zudem kann eine neue Sichtweise von den "dummen" und "bösen" erfrischend sein. Hast du schonmal daran gedacht, dass du vielleicht falsch liegst, und dass diese Menschen vielleicht auch nachvollziehbar so sind wie sie sind und du es nur nicht verstehen kannst, weil du eben begrenzte Informationen über diese Menschen hast?
Also, so ein Therapeut schwatzt dir ja nicht seine Meinung auf, sondern hilft dir im besten Fall, dass du selbst auf deine persönlich Meinung kommst. So eine Therapie heißt mit Unterstützung an sich selbst arbeiten und nicht den anderen an einem selbst arbeiten zu lassen.

Snuuhpy hat geschrieben:Allerdings... frage ich mich, was mir das bringen bzw. wie mir das helfen soll.
Ich weiß zum Großteil woher meine Probleme kommen und wenn ich mir dessen doch bewusst bin, wie und was soll ein Therapeut da groß ausrichten können ?

Die Antwort hast du dir ja quasi selbst gegeben. Es gibt verschiedene Therapieformen und du musst herausfinden, was für dich die richtige ist. Nicht jede Therapie sucht nach dem Ursprung. Einige zielen darauf, wie du nun mit dem, was vorliegt, umgehst. Letztlich ist das wieder die Frage vom Anfang, ob du so weiter machen willst wie bisher. Und wenn du zu dem Schluss kommst, dass die derzeitige Situation für dich nicht die zukünftige sein soll, dann probiere eine Therapie aus.
Du weißt zwar nicht, wie sehr dir diese Therapie letztlich hilft (ich denke jedenfalls schon, dass es dich weiterbringen kann), aber keine Therpaie zu machen bringt dich ganz klar nicht weiter und hilft dir nicht weiter.

LG loner
Wie einfach wäre das Leben, wenn sich die unnötigen Sorgen von den echten unterscheiden ließen. (Karl Heinrich Waggerl)
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