1,5 Jahre Niedergeschlagenheit

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1,5 Jahre Niedergeschlagenheit

Beitragvon blacky » So. 20.08.2017, 22:13

Aktuell geht es mir von außen betrachtet "normal", aber ich selber sehe das anders.

Okay, der Satz ergibt keinen Sinn, daher mal von Anfang an.

Seit ca. eineinhalb Jahren merke ich (m/42 J.) das ich Probleme habe, mich nach der Arbeit bzw. im Urlaub/am Wochenende von dieser zu entspannen, einen Ausgleich zu vollziehen. Häufig bin ich tagsüber müde, ich kann mich nur sehr schwer zu etwas aufraffen, Außerhäusige Aktivitäten sind auf ein Minimum beschränkt. Kurios auch das ich etwas für den kommenden Tag plane, aber am besagten Tag die Lust darauf verliere und es nicht umsetze (Radfahren, Spaziergang, Sport, Haushalt, etc.). Oft passiert es, das ich später am Tag (oder tagsdrauf) deswegen enttäuscht von mir selber bin.

Meinen Job mache ich eigentlich gerne, allerdings gibt es hier auch einige Problemfelder. Ein großes wäre z.B. die Angst Fehler zu machen, aber auch die "Angst" vor dem Chef. Klingt komisch, aber jedes Mal wenn ich zu ihm ins Büro gehe, und sei es auch nur das ich ihm die Briefpost zum Öffnen übergebe, habe ich ein leichtes Unbehagen. Es gibt Tage, wo ich Probleme habe Dinge ihm zu erklären. Auch wenn ich mir vorher meine Worte zurechtgelegt habe, aber spätestens dann schwirren sie wieder durcheinander und ich stammle müh- und langsam die Sätze wider. Zeigt mein Chef dann versteckte Gesten wie "mach hin", oder "schneller", werde ich immer mehr nervöser.

Auch meine Vergesslichkeit ist seit dieser Zeit schlimmer geworden. Auf der Arbeit muss ich, wenn es nicht Arbeiten sind die ich regelmäßig mache, aufschreiben. Oder Telefonanrufer den Namen sowie Organisationszugehörigkeit. Aber auch dann passiert es das ich einen Terminarbeit verpasse. Passiert so etwas, zieht es mich weiter nach unten und bin öfters beim Grübeln.

In diesem Sommer hatte ich drei Wochen am Stück Urlaub. Allerdings habe ich in dieser Zeit kaum etwas auf die Beine stellen können. Im Urlaub verreisen? Das habe ich schon seit 20 Jahren nicht mehr gemacht. Tagesausflüge, die ich sonst gerne mal mache habe ich auch nicht geschafft. Kurz vor Ende der Urlaubszeit habe ich über den unnutze Urlaubszeit nachgedacht und mir wurde bewusst das ich zweieinhalb Wochen fast nur zu Hause war. Das hat mich sehr heruntergezogen und war froh das ich darüber mit jemanden aus meiner Familie sprechen konnte.

Denn Text will ich hier mal abkürzen, denn es gibt noch etliche weitere Problembereiche, die wohl allesamt zusammenhängen, irgendwie, zumindest habe ich das im Gefühl.

Eine VT habe ich vor knapp 2 Jahren hinter mir gebracht, die mir durchaus bei den einen oder anderen Gebieten weitergebracht hat. Mittlerweile aber möchte ich diese Therapie wieder beginnen. Habe schon mit meiner damaligen Therapeutin darüber gesprochen. Sie meinte auch das ich aktuell in einer depressiven Phase mich befinde. Mein Psychiater meinte so etwas ähnliches, sprach von Beginn eines Burnouts. Er hatte mir damals angeboten, das er mich für 1-2 Wochen krankschreibt. Bei einem anderen Termin hat er auch eine Art Kur angesprochen. Hört sich beides zwar gut an, ob es mir aber hilft? Andererseits, der Betrieb meines Arbeitsgebers ist klein und alle Mitarbeiter sind in gewisser Art "unentbehrlich". Was heißt das jeder von uns ein Aufgabengebiet hat, wo die Kollegen weniger Ahnung davon haben (wie es bei Kleinstbetrieben oft ist). Wenn ich jetzt kurz- oder längerfristig ausfalle würde ich wohl wieder Gedanken haben, was die Kollegen von mir denken, oder gar schlimmer.

Wie auch immer, ich wollte das einfach mal von der Seele schreiben, auch wenn es vielleicht ein wenig sich "wirr" liest. :roll:
blacky
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Re: 1,5 Jahre Niedergeschlagenheit

Beitragvon huebsch » Mo. 28.08.2017, 20:33

Ich bin nicht in der Gewerkschaft, aber es muss dir ganz klar sein, das falsches Verhalten (nicht in kur oder therapie gehen). Deinem Arbeitgeber viel mehr schadet denn du brennst wie eine Glühkerze aus. Und dann musst du ersetzt werden.
So kommst du einfach und erhohlt in ein paar Wochen wieder, ein Arbeitgeber der dafür kein Verständnis hat, denn kann man wohl getrost in der Preife rauchen.

Also Kur beantragen, und mit den zeitlichen Vorschlägen zu deinem Chef gehen. Natürlich wird er fragen stellen, gerade in kleinen Betrieben. Aber hier könntest du einfach klarstellen, das du der Meinung bist nicht 100% aus dir herausholen zu können, daher eine temporäre Auszeit.
huebsch
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