Warum ich hier bin - alles zuviel

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Warum ich hier bin - alles zuviel

Beitragvon Eule » Mi. 05.07.2017, 22:15

Ich habe mich hier angemeldet, weil ich oft nicht mehr weiter weiß.

Ich bin seit 31.1.2017 krankgeschrieben. Im Dezember ist es mit meiner Arbeitskollegin eskaliert, mit der ich seit 21 Jahren zusammen arbeite, aber nie ein normales Arbeitsverhältnis hatte.
Sie hat mich von Anfang an ignoriert, mir keine Infos gegeben etc. 20 Jahre habe ich es ausgehalten, bis zum Januar diesen Jahres, als das Fass voll war. Mein Chef meinte, ich sollte mich beruhigen und erstmal nach Hause gehen. Bin dann zu ihm, habe ihm gesagt, dass ich zum Arzt gehe, ich muss mich vor mir selbst schützen, denn ich würde der Kollegin sonst an die Gurgel gehen. Ich war richtig aggressiv und habe mit dem Fuß gegen eine Tür getreten. Chef kennt mich so nicht und war sehr erschrocken, hatte Verständnis, sagte ich solle mir eine Auszeit nehmen.

So hier bin ich, ein halbes Jahr später und immer noch in der Auszeit. Ich möchte nicht mehr zurück, ich kann nicht mehr zurück, ich habe Angst, Angst, dass ich handgreiflich werde.

Meine kleine Vorgeschichte:
Im Juni 2007 starb mein Vater, 78 Jahre an Darmkrebs, er war mein ein und alles. 3 Jahre später meine einzigste Schwester im Alter von fast 53 Jahren ..... sie war krank und hat es niemandem erzählt, nicht ihrem Mann, ihrem Sohn, ihrer Mutter, ihrer Schwester .... wir erfuhren es erst, als sie auf der Arbeit zusammen brach. Damals war meine Mutter 82 Jahre alt, heute 7 Jahre später wohnt sie seit einem Jahr bei uns, meinem Mann und mir. Belastung? Nein, ich empfinde es nicht als Belastung, es hat eine Zeit gedauert bis wir unseren Ablauf hatten, doch es funktioniert. Wenn ich arbeite, habe ich eine Frau, von der Mutti betreut wird. Wir haben Mutters Haus verkauft, mein Elternhaus, einfach war es auf keinen Fall für mich. Der Zusammenstoß auf Arbeit kam einen Tag nach dem notariellen Akt. Zufall? Ich weiß es nicht.

Heute sagte mir die Betreuerin meiner Mutter, dass sie kommenden Dienstag ins Krankenhaus muss, Nierensteine operieren, Freitag wäre OP und Montag käme sie nachhause, so dass sie Dienstag wieder ihre Arbeit aufnehmen kann. Mir ist das zu heikel. Wer kann bestimmt sagen, dass er dann auch entlassen wird, dass nichts dazwischenkommt etc .... Niemand kann das, kein Arzt der Welt.

Warum, warum stehe ich alleine da? Warum kann nichts reibungslos verlaufen? Warum kann ich meiner Arbeitskollegin nicht die Meinung sagen, wie ich es sonst bei anderen auch tue? Warum kann ich das nicht? Warum ??????
Kerstin, die Eule
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Re: Warum ich hier bin - alles zuviel

Beitragvon Michael E. » Di. 25.07.2017, 03:39

Hallo Kerstin, die Eule.

Beim Lesen deines Beitrages ist bei mir der Eindruck entstanden, dass du über eine lange Zeit viel Frust
in dir aufgestaut hast und an dem besagten Tag alles auf einmal aus dir herausgebrochen ist.

Die Kollegin hat dich immer schon ignoriert aber nach über 20 Jahren sollte man sich daran gewöhnt oder
es längst mir ihr geklärt haben. Wenn du dann nach so langer Zeit ausrastest, dann ist das ein Indiz für
mich, dass du allen Frust in dir einfach auf sie abgeladen hast.

Irgendwie spürst du das auch (hast vielleicht sogar ein schlechtes Gewissen, weil du möglicherweise
überreagiert hast), weswegen du nicht mehr in die Arbeit willst, obwohl dich die Kollegin wahrscheinlich
sowieso weiterhin ignorieren würde.

Warum du deiner Kollegin nicht die Meinung auf eine adäquate Weise sagen kannst? Überlege dir mal,
was deine Kollegin in dir anklingen lässt, wofür sie für dich steht (also stellvertretend für eine andere
Person, die dich nicht so behandelt hat, wie es für dich stimmig gewesen wäre. Evtl. deine Mutter oder
eine andere Person in deiner Familie. Denn das Zusammentreffen deines Ausrasters mit dem Verkauf
deines Elternhauses ist kein Zufall - aber das hast du ja selber schon vermutet).

Und alleine stehst du nicht da. Du hast einen Mann und wenn du möchtest, dann sicher auch Freunde.

Insgesamt habe ich den Eindruck gewonnen, dass dir einfach alles zuviel geworden ist und sich in dir ein
starkes Gefühl des "ich-komme-selber-zu-kurz-und-habe-kein-echtes-Lebensgefühl-mehr" aufgebaut hat.

Deshalb wäre es vielleicht eine gute Idee mal in dich zu gehen und versuchen herauszufinden, was dir
ganz persönlich etwas in deinem Inneren gibt. Was dich mit einem guten Gefühl erfüllt (Freude) und
was dich motiviert (und nicht dazu zwingt) jeden Tag aufzustehen und dich den Dingen des Lebens zu
stellen.

Ich hoffe dir ein wenig weitergeholfen zu haben.

Viele Grüße
M.E.
Nichts wird sich ändern, wenn Sie sich nicht ändern!
Michael E.
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