Eine schwere Krise.

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Eine schwere Krise.

Beitragvon Samy123 » Sa. 01.07.2017, 23:05

Hey, Ihr Lieben! Ich weise direkt darauf hin, dass dieser Text sehr lang ist; und ich danke jedem, der sich die Zeit nimmt und ihn durchliest.

Nun, wo fange ich an? Alles begann eigentlich vor vielen Jahren, als meine Eltern sich getrennt haben. Zum ersten Mal in meinem Leben, ich war 8 Jahre alt, habe ich eine gewaltige Niedergeschlagenheit gespürt. In der Grundschule ging es bergab, ich habe es trotzdem auf die Realschule geschafft. Hier habe ich es ein Jahr nur geschafft, da ich nur 5en und 6en auf dem Zeugnis hatte, weil es mir dermaßen schlecht ging. Meine Lehrerin bestellte oft meine Eltern zur Schule, um ihnen mitzuteilen „ich hätte sie nicht mehr alle“, weil meine Noten sehr schlecht waren. Sie hat mich immer dann drangenommen, wenn sie wusste, dass ich nichts weiß und umgekehrt. Sie gab mir ständig 5en in Deutscharbeiten, während meine Freundin trotz derselben Punktzahl eine Eins bekommen hat, mit der Begründung, es käme nicht auf die Punkte an, sondern darauf, welche Aufgaben man richtig hat. Ich, mit meinen 11 Jahren, habe ihr natürlich geglaubt. Irgendwie aber kam das doch alles sehr systematisch herüber. Auf die Telefonliste hat sie mich an letzter Stelle gestellt, hat meine Eltern in Elternbriefen als „Eheleute“ angesprochen, obwohl sie genau wusste, dass sie geschieden sind. So ging es dann immer weiter; in den Augen meiner Mitschüler war es schon „normal“, dass ich schlechte Noten schrieb. Meine damalige beste Freundin hatte sich komplett von mir distanziert, da die Interessen auseinandergingen.
Meine Eltern haben mich zu einem Kinderpsychologen geschickt, weil meine Noten so schlecht waren und ich oft so traurig gewesen bin. Ich musste die Realschule verlassen und landete auf einer Hauptschule. Hier fehlte ich ein Jahr lang, weil ich mich nur noch zurückziehen wollte, dies führte zu etlichen Streitereien, man hat mir ein schlechtes Gewissen nach dem anderen reingedrückt und ich war nur noch alleine. In der Familie hieß es, ich sei ein schlechtes Kind, meinten ein paar meiner Familienmitglieder, nicht alle (!); ich wäre reif für die Klapse, solche Dinge. Mein Onkel hatte mich zu der Zeit ständig mit der Tochter seiner Freundin verglichen; dass ich im Vergleich zu ihr richtig asozial wäre. Weil ich eben nicht zur Schule gegangen bin. Meine Cousine hatte mich eines Tages angesprochen, ob ich wirklich in ein Krankenhaus gehöre, wie immer erzählt wird. Mein bester Freund durfte damals nicht mehr mit mir spielen, weil ich ja eine Schulschwänzerin war in seinen Augen und ich einen schlechten Einfluss haben könnte. Habe mich oft ausgeschlossen gefühlt, dabei war ich eigentlich immer sehr ruhig und zurückhaltend, was natürlich durch die ganze Situation intensiviert wurde. Ich wurde immer unsicherer. Meine Mutter war total überfordert mit der Situation und mir ging es richtig schlecht. Meine Eltern stritten sich sehr oft und ich immer mittendrin. Irgendwann habe ich dann den Unterricht regelmäßig besucht und mir ging es besser – bis plötzlich das Mobbing begonnen hat. Und das ging soweit, dass man mir mit Mord gedroht hat. Man würde mich umbringen, weil ich „so scheiße“ aussehe; ich wäre eine Schl*mpe, ich habe immer dieselben Klamotten an und wäre deswegen total eklig. Man hat mich beworfen, bespuckt, beleidigt, geschlagen, geschupst, das volle Programm; ich habe nichts gesagt, habe es über mich ergehen lassen, weil meine Eltern sich schon genug Sorgen machen mussten und ich nicht wollte, dass das von vorne beginnt. Irgendwann wurde der Mobber von der Schule geschmissen und ich konnte aufatmen. Ein Jahr lang ging es mir richtig gut, ich war glücklich weil das endlich ein Ende genommen hat; aber dann bekam Papa seine neue Freundin. Sie hat mich immer kritisiert, ich würde komisch aussehen, warum denn meine Brüste nicht wachsen, solche Sachen; während mein Vater nichts hat auf sie kommen lassen. Sie hat über jeden schlecht geredet, über meine Mutter und ich durfte nichts dagegen sagen, weil ich dann sofort weggeschickt wurde. habe ja bei meiner Mutter gewohnt zu dieser Zeit. Mein Onkel hat auch immer noch weiter gemacht; ich war der Freundin meines Papas ein Dorn im Auge, mit meinem Bruder habe ich mich oft gestritten, meine Schwester hat keinen Kontakt zu uns, obwohl ich nie Probleme mit ihr hatte, aber sie will keinen Kontakt und wohnt auch noch weiter weg. Ich war zu der Zeit 16 Jahre alt und mein Papa fand es immer komisch, dass ich immer nur Zuhause und alleine bin, er in meinem Alter war ja immer auf Partys, immer mit Freunden unterwegs, solche Sachen; ich dagegen ständig in mich gekehrt und lieber alleine.
Das war die Zeit, wo ich mir wirklich die Frage gestellt habe, was nicht richtig mit mir ist. Wieso ich das alles so abbekomme. Grundlegend war alles immer sehr negativ in meinem Kopf. Ich fühlte mich unbedeutend und unattraktiv; hatte nicht viele Freunde. Habe dann auf ein Berufskolleg gewechselt, und hier ging das Mobbing weiter. Hier wurde ich auch bespuckt und beleidigt, jeden Tag. Ein Jahr lang, bis ich meinen Realschulabschluss in der Tasche hatte und sofort diese Schule verlassen hatte, weil ich das nicht mehr ertragen habe. Meine Lehrerin gab mir sogar die Schuld daran, dass es soweit gekommen ist, weil ich ja so ruhig und zurückhaltend gewesen bin und daher ja ein leichtes Opfer darstelle. Und immer noch verfolgte mich dieses Gefühl. Ich wäre ein „falscher“ Mensch, der es wert wäre, ihn zu demütigen, der es ja scheinbar nicht anders verdient hat.

Daraufhin wurde ich in eine Maßnahme gesteckt, weil ich nicht wirklich wusste, wohin mit mir; ich fühlte mich oft schlecht, war oft niedergeschlagen und ich wusste nicht, wieso. Erfreuen konnte ich mich nur selten an etwas; ich wurde in verschiedene Praktika gesteckt, hier ging gar nichts gut. Ich wurde nur kritisiert, war mit meinem Kopf woanders, habe alles falsch gemacht, was man falsch machen konnte, war sehr ruhig, redete kaum. Dies passierte einige Male und ich wurde auch darauf angesprochen, ich solle doch mal zusehen, dass es mir besser ging. Habe mich auch oft nach Hause schicken lassen, weil ich einfach nur alleine sein und mich zurückziehen wollte, aber ich konnte schlecht sagen, ich will nach Hause, weil ich traurig bin. Dann habe ich lange Zeit nichts gemacht, weil ich mich nur noch zurückgezogen habe. Wollte dann mein Abitur nachmachen, weil mir ein Realschulabschluss nicht genug war. Eine Ausbildungsstelle habe ich trotz vieler Bewerbungen nicht bekommen. Habe dann auf dem Berufskolleg meinen ersten Freund gehabt, indem ich auch richtig verknallt war und seit Längerem fühlte ich mich glücklich, geborgen, das wurde jedoch schnell kaputtgemacht, da er meinte, er würde seine Ex noch lieben, und ich sei eh total unattraktiv und merkwürdig, er hat es nicht sehr nett beendet. Dies war die Zeit, ich wurde 9 Monate krankgeschrieben, weil mich das in ein richtiges Loch gestürzt hat, ich hatte eine fürchterliche Depression; habe nur geweint, habe den Schulplatz verloren. 12 Monate lang habe ich ihm hinterher getrauert, aber scheinbar habe ich für ihn niemals so richtig existiert. Monatelang habe ich mich zurückgezogen, war ständig müde und habe mich gefühlt, als würde ich bald aufgeben, aber das wollte ich nie. War dann wieder in einer Maßnahme; bereits 23 Jahre alt und auch hier wurde ich gemobbt, von einem hyperaktiven Typen, der seinen Aggressionen freien Lauf gelassen hat; im Praktikum wurde ich auch oft nach Hause geschickt, weil man mir einfach angemerkt hat, dass es mir nicht gut geht und dass ich emotional nicht stark wirke. War oft erschöpft und müde und wollte nur noch alleine sein. Kurz darauf habe ich mich dann dazu entschieden, einen Arzt aufzusuchen, dieser hat mich ins Krankenhaus überwiesen, um eine stationäre Therapie zu machen; dies war einer der schwierigsten Schritte in meinem Leben, ich habe nur geweint. Aber gerade vergessen, zu erwähnen, dass ich nach meinem Exfreund eine Freundin hatte (nur so eine Freundin, wir waren nicht zusammen), die mich auch ständig kritisiert hat; ich würde komisch aussehen; und wieso ich meinen 18. Geburtstag denn mit meiner Familie verbracht habe, schließlich macht man das mit Freunden, sie hat auch kein gutes Haar an mir gelassen, überhaupt keins, habe dann den Kontakt abgebrochen. Viele Menschen nacheinander, die mich runtergezogen haben, das bestärkte mich darin, mir die Frage zu stellen, was mit mir nicht richtig war. Nach der ersten Therapie (2 Monate) ging es mir viel besser, habe auch meine Ausbildung geschafft, aber während dieser Zeit meinen jetzigen Exfreund kennengelernt, der mich auch oft kritisiert hat und einen Streit vom Zaun gebrochen, weil er mir keineswegs vertraut hat. Zu dieser Zeit habe ich mich auch sehr verändert, viele Kilos abgenommen, mich angefangen zu schminken und werde auch von vielen Männern angesprochen, aber niemals wäre es mir in den Sinn gekommen, fremd zu gehen, weil ich ihn wirklich geliebt habe und nicht bei jedem kleinsten Streit oder auch bei einer richtigen Krise dem nächstbesten Typen in die Arme renne. Aber er hat mich oft verletzt, ständig von anderen Frauen gesprochen; sich aufgespielt, was für ein toller Hecht er ist, bis ich mir gesagt habe, ich bin jetzt tief genug am Boden, ich beende das, obwohl es die Hölle war. Bin daraufhin wieder in eine Klinik gekommen. 1 Jahr lang wusste ich nicht, wohin mit mir… habe nur geweint, und seit dieser Sache bin ich auch in einer noch tieferen Krise gestürzt, als ich ohnehin schon war. Ich werde 28 Jahre alt, habe jetzt erst ein Studium begonnen, weil ich insgesamt 4 Mal im Krankenhaus mit schweren Depressionen lag und ich dies unbedingt machen wollte. Aber ich habe überhaupt gar kein Selbstvertrauen, habe viele Ängste, für jedes bisschen plagt mich ein schlechtes Gewissen; ziehe mich nur noch zurück, meine Mama ist krank und dadurch auch oft gereizt, ich lebe noch bei ihr, weil ich nicht alleine leben kann. Ich fühle mich, als wäre ich eine einzige Belastung; mein ganzes Leben kommt mir wie eine gewaltige Belastung vor, ich rede mit niemandem darüber, weil ich niemanden verletzten will. Meine beruflichen Erfahrungen waren katastrophal; ich wäre schlecht gewesen, ich wäre zu dumm; und wäre unterdurchschnittlich intelligent. Richtig angeschlagen haben die letzten 3 Aufenthalte in den Kliniken nicht wirklich; seitdem ich von meinem Ex getrennt bin, das ist nun 2 Jahre her, kommt mir vieles sinnlos vor. Vor allem mein Leben; immer diese Frage, was nicht mit mir stimmt, wieso man mir das alles angetan hat. Heute bin ich oft aggressiv, gereizt, habe mehrere Jobs verloren, weil ich nichts auf die Reihe bekomme. Bin oft traurig; unsicher, habe oft Angst, sogar vor Augenkontakt; mache und tue für mein Studium, was aber auch nicht einfach ist, dennoch klappt es – irgendwie. Wobei sich meine Zweifel auch hier stark bemerkbar machen. (Mache mich oft selbst schlecht, meine Konzentration leidet immens) Wenn ich frei habe (habe viel Freizeit), ziehe ich mich nur zurück. Ich habe existentielle Ängste, habe noch nie richtig gearbeitet und richtig Schiss vor der Zukunft, meine Eltern können schlecht mein Leben lang für mich da sein. Mir fehlen einfach der Mut und die Kraft, bei allem, was passiert ist, und ich kann doch nicht mein Leben lang irgendwelche Kliniken besuchen. Ich weiß einfach nicht mehr weiter; das mit meinem Ex (die intensivste Beziehung, die ich jemals hatte) hat mir einen richtigen Schlag versetzt, weil er mich das eine oder andere Mal wirklich glücklich machen konnte, dann aber wieder wie den letzten Dreck behandelt hat, was ich nicht verdient habe. Mein Bruder wirft mir das alles vor, dass ich wegen irgendeines Kerls in einer Klinik gelandet bin und dass ich nichts auf die Reihe bekomme. Ich habe auch kein Interesse mehr daran, jemand neues kennenzulernen, bin emotional abgekühlt, habe das Gefühl, ich könnte auf Dauer sowieso niemanden glücklich machen. So weit bin ich schon, dass ich NIEMANDEN mehr an mich ran lasse.
Vielleicht habt ihr ein paar Ratschläge für mich… tut mir leid, wenn der Text so lang ist, aber ich wollte mich mal so richtig ausheulen…

Samantha
Samy123
 

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