Nicht gut: Meine Geschichte, meine Gesamtsituation.

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Nicht gut: Meine Geschichte, meine Gesamtsituation.

Beitragvon WhiteFur » Di. 27.06.2017, 16:09

Hm.

Wo fange ich an?

Och Mensch...

Ich weiß nicht mehr, wie man lebt?

Glaube ich.

Es ist so viel schief gegangen.

Zu mir: Männlich, 24 Jahre, gelernter Kaufmann im Einzelhandel, ledig(zur Zeit nicht auf der Suche), Stier, seelisches Wrack(zumindest oft, war früher schlimmer)

Ich hatte als Kind schon einen Hang zum Grübeln und zur Melancholie. Ich war sensibel und kannte auch damals schon das Gefühl des ,,Weltschmerzes'', wenn auch nicht den Begriff.
Ich neigte auch damals schon zum Abkapseln, zum Rückzug.
Ich bin mit einer unbehandelt schizophrenen Mutter(was gewisse Schwierigkeiten mit sich brachte), ihrem Ehemann(meinem Stiefvater) und meinen zwei jüngeren Halbgeschwistern aufgewachsen.
Mit den letzten drei lebe ich heute noch in einer Wohnung.

Am Anfang meiner Pubertät trennte sich meine Mutter von meinem Stiefvater.
Aus der Trennung wurde eine *kleine* Tragödie, es ist überhaupt nicht gut verlaufen.
Die Dinge, die damals passierten haben mich stark geprägt, im negativen Sinne.
Ich habe alles in mir eingeschlossen und vergraben, ich habe aufgehört, Menschen zu vertrauen und mit niemandem mehr geredet. Mir wurde vieles egal und meine Persönlichkeit wurde mit Hass, Angst und starken Minderwertigkeitsgefühlen angereichert.
Ich entwickelte einen Hass auf die Menschen und begann in einer sehr finsteren Welt zu leben.
Die Schule wurde mir egal und ich strengte mich nicht mehr an.
Die Welt um mich herum wurde mir fremd.

Ich fühlte nicht, dass ich den Menschen um mich herum ähnlich wäre.

Ich hasste sie.

Gleichzeitig gab ich nach außen den Starken und versuchte, mir nichts anmerken zu lassen, innerlich war ich jedoch bis unter den Rand voll mit Ängsten und Unsicherheiten, mit Hass und Schmerz.

Ich besuchte ein Gymnasium und schaffte es trotz zweimaligen Sitzenbleibens bis zur zwölften Klasse.
Das Abitur schaffte ich jedoch nicht.

Ich ging mit der mittleren Reife ab und arbeitete in einem 400€ Job.
Ich kam bei einem Psychiater, der zugleich Psychologe war in Behandlung.
Er diagnostizierte mir ein depressives Syndrom und verschrieb mir ein Antidepressivum(Venlafaxin).
Er stellte mir in jeder Sitzung die gleichen Fragen über meine Vergangenheit.
Ich kam mir verarscht vor.
Die Therapie und die Medikamente halfen wenig bis gar nichts.

Ich begann eine Ausbildung und brach die Therapie ab, nahm die Medikamente aber weiterhin.

Mir ging es meistens furchtbar. Nicht schlecht, sondern furchtbar.
Ich habe praktisch jeden Tag ums Überleben gekämpft.

Zu diesem Zeitpunkt hatte ich bereits angefangen zu trinken und mich aus meinem Freundeskreis komplett zurückgezogen.

Ich wollte von niemandem etwas wissen.

Die Arbeit war eine Quälerei. Es gab auch gute Tage, aber die schlechten überwogen.

Ich hatte eine Beziehung. Das war sehr schwierig für mich. Am Anfang habe ich die Nähe kaum ausgehalten.
Ich wurde verlassen.
Es hat furchtbar weh getan, aber der Schmerz ging vorbei.
Nicht jedoch das Leid, das blieb.

Die Frau kam zu mir zurück und wir begannen eine Affäre, da sie zu dem Zeitpunkt mit einem anderen in einer Beziehung war.
Ich klammerte mich an sie, weil sie der einzige Mensch war, der mir nahe stand und vielleicht hoffte ich, ich könnte mich an ihr festhalten, damit ich nicht in den Abgrund in meinem Herzen Falle.

Sie wurde mir ,,untreu''(Ja, obwohl sie bereits ihrem eigentlichen Partner mit mir untreu war. Komplizierte Geschichte, ist jetzt nicht wichtig.) und ich vergaß mich.
Ich rastete aus und wurde zum Tier. Ich verlor komplett die Kontrolle. Ich versuchte mir den Arm aufzuschlitzen mit einer Art Straßenschild, das ich abgebrochen/abgerissen hatte.

Polizei.
Krankenwagen.
Geschlossene Station.

Auf Station wurden mir sämtliche Medikamente ausgeschlichen, auch auf meinen perönlichen Wunsch.

Ich befand mich zu der Zeit noch in der Berufsausbildung. Letztes Lehrjahr.

Ich hielt mich also einige Wochen erst auf der geschlossenen Station, dann auf der offenen, dann kurzzeitig wieder auf der geschlossenen Station auf. Das ganze dauerte etwa zwei bis drei Monate.
Ich wechselte daraufhin in eine ambulante Station, wo ich tagsüber Therapie machte. Der Fokus lag auf DBT.

Ich hatte oft starke Anspannungszustände, war nah am Wasser und die ein oder andere Panikattacke.

Es war furchtbar und es wurde nichts besser.

Nach sechs Wochen in der ambulanten Therapie begann ich eine Wiedereingliederung. Ich begann die Arbeit wiederaufzunehmen.
Das war im April 2016, wenn ich mich recht entsinne.
Aus der Klinik hatte ich auch jemanden mitgebracht: Meine neue Partnerin.
Ich liebte sie sehr, sie war eine wundervolle, wunderschöne Frau und sie war gut zu mir.
Doch wieder war sie die einzige Person, der ich zumindest ansatzweise vertraute.
Wieder klammerte ich mich an jemanden, damit ich einen Grund hatte, mich nicht doch noch eines Tages umzubringen.

Ich nahm also die Arbeit wieder auf, obwohl ich eigentlich nicht in der Verfassung war.
Ich war oft überfordert, hatte Angstzustände und war verzweifelt und hoffnungslos.
Ich kämpfte und biss mich durch wie eine Wildsau und schlitterte dabei öfter am Abgrund entlang, als ich zählen kann.
Ich denke, ihr wisst, was ich damit meine.

Ich entwickelte einen Hass auf die Arbeit und war mehrmals kurz davor, zu kündigen.
Es war mir einfach zu viel, denke ich.
Ich war immernoch in einer schrecklichen Verfassung.

Nachdem ich die Klinik verlassen hatte, blieb ich in ambulanter Psychiatrischer Behandlung. Ich war mittlerweile wieder auf Medis. Escitalopram und Quetiapin.
Hat auch nicht viel geholfen...

Im Sommer 2016 bestand ich meine Prüfung sehr gut und war nun ausgelernt. Ich wurde übernommen.

Meine Beziehung war schwierig aber trotzdem irgendwie gut.
Ich verstehe bis heute nicht, was da genau schiefgelaufen ist.
Aber das ist wieder ein Thema für sich.
Das hat bei mir im Moment keine Priorität.

Zurück zur Story.

Ich arbeitete nun also vor mich hjin.

Mein Chef bot mir eine Fortbildung an.
Ich lehnte ab.

Ich war immernoch kaputt und mit simplem Überleben beschäftigt.
Tag für Tag schlug ich mich irgendwie durch.

Ich hasste manchmal alle.
Gewaltfantasien.
SVV.
Suizidfantasien.
Angstzustände.
Schlafstörungen.
Kaum noch am Leben.

Im November trennte sich meine Partnerrin von mir.

Ich zerbrach in tausend Stücke.

Ich konnte kaum darüber sprechen.

Ich heulte jeden Tag.

Der Schmerz lähmte mich.

Ich begann eine ambulante Psychotherapie.

Ich hatte Blockaden und konnte die wichtigen Themen nicht ansprechen.

Es verlief im Sande.

Ich setzte meine Medikamente ab und brach die Therapie ab.

Ich litt weiter.

Das war Anfang 2017.




Wie sieht es jetzt aus?

Die Arbeit ist mir meist zu viel.
Ich habe wieder Kontakt zu meinen Freunden aufgenommen, aber mich dann wieder zurückgezogen.
Mir geht es oft schlecht.
Habe erst an Ostern, dann an meinem Geburtstag stundenlang Suizidfantasien durchlebt.
Bin teilweise kein richtiger Mensch mehr, führe seltsame Selbstgespräche. Versinke in Gedankenwelten. SVV ist vor paar Wochen wiedergekommen, obwohl ich dachte, ich hätte das hinter mir.
Hoffnung auf eine bessere Zukunft habe ich momentan und schon seit langem keine.
Alles was ich mache, ist durchhalten und ich weiß nichtmal, wozu.
Es ist mir oft alles zu viel.
Ich spreche nicht über meine Probleme und sorgen. Ich vertraue kaum jemandem.
Es ist tatsächlich manches besser geworden.
Aber bei weitem nicht genug.

Mein Hausarzt und ich haben besprochen, dass Tiefenpsychologie oder Psychoanalyse mir helfen könnten und ich wollte das probieren, habe aber wieder die Hoffnung verloren.
Ich denke auch über einen erneuten Klinikaufenthalt nach. Habe aber leider kaum gute Erinnerungen an den letzten, ich war so enttäuscht, dass mir das nichts geholfen hat, kann aber auch gut an mir gelegen haben...?
Würde dann vielleicht auf meinen jetzigen Job verzichten müssen, aber das wäre mir im Moment sogar egal.
Oft wünsche ich mir sogar einen Grund, von dort abzuhauen.
Oft würde ich gern komplett aus dieser Welt verschwinden.

Ich komme kaum zurecht und ich wünsche mir, dass alles besser wird. Ich weiß nicht, wohin mit mir.

Was soll ich tun?

Vielen Dank an alle, die sich das hier durchgelesen haben.
,,Kites rise highest against the wind-not with it."
Winston Churchill
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Antwort

Beitragvon BlackCoat » Di. 27.06.2017, 23:09

Hi, WhiteFur

Vielen Dank, dass du dich uns hier so offen anvertraust.
Du hast ja selbst angemerkt, dass du ansonsten eher verschlossen bist und es dir schwerfällt
über dich und dein Erleben zu sprechen. Da finde ich das wirklich mutig von dir.
Ich meine...natürlich sind wir hier anonym, tragen sozusagen Masken und doch erfordert es
Mut so unverhüllt von sich zu schreiben. Und das hast du getan. Ich glaube anhand
deiner Erzählungen, dass das ein Schritt in die richtige Richtung sein könnte. Meinst du nicht?

Ich sehe und verstehe auf jedenfall, dass du einiges durchmachen musstest.
Und ich wollte dir sagen, wie leid mir das für dich tut. Du hast und hattest es niemals leicht.
Aber trotz allem hast du dich durchgekämpft. Du bist einen langen, steinigen Weg bis hierher
gegangen. Vielleicht sieht es für dich nicht nach einem Erfolg aus...aber überlege, wieviel Stärke
es gekostet hat, sieh an, was du alles gemeistert hast - all die Male, die du stärker warst als deine
Dunkelheit. Jeder Tag war ein Sieg und ich finde darauf darf man auch stolz sein.
Blick nicht nur mit Gram auf deine Vergangenheit zurück - und siehe nicht nur mit Gram in die Zukunft, selbst wenn es manchmal und viel zu oft unmöglich erscheint.
Mir selbst ist Weltschmerz auch nicht fremd und ich versinke auch gerne in den grauen Wolken der Melancholie. Dann bin ich der festen Überzeugung, dass kein Mensch je so empfinden und denken wird, wie ich, dass diese gesamte Gesellschaft marode ist und ich vor Sehnsucht nach einem glücklicheren, freieren Leben fast zerreiße. Doch in solchen Momenten habe ich inzwischen zwei...womöglich sogar drei Dinge gelernt, die mir persönlich helfen:
1) Ich greife nach einem Notizbuch, nach einem Block, einer Serviette, Bonbonpapier - was immer eben gerade zur Hand ist und schreibe meine Gedanken nieder. Für mich ist das eine Katharsis.
2) Ich nehme Bücher zur Hand. Ich weiß ja nicht, ob du eine Leseratte bist. Ich bin es und es hilft mir unendlich zu lesen, wie Schriftsteller eben jenes Gefühl von Weltschmerz in einer Art und Weise beschreiben, wie es mein tiefes Empfinden widerspiegelt. Das gibt mir Halt in der Einsamkeit, in die die Melancholie mich beizeiten wirft. Ab und an befreien Bücher mich sogar daraus. Oder Songtexte, manche Filme...
3) Ich gehe spazieren und wenn ich mich noch so gerne verkriechen würde. Ich gehe spazieren. Und plötzlich sehe ich so viel Wundervolles: Eine Mohnblume am Wegesrand. Einen farbenfrohen Buntspecht. Einen Sonnenuntergang. Danach ist nicht alles wieder vollkommen, der Weltschmerz nicht getilgt. Doch es gibt mir einen Schimmer Hoffnung und verhilft mir, wieder ins Gleichgewicht zu kommen.

Abgesehen davon, was kann ich dir noch sagen?
Ich finde, du hast viele, gute Ansätze. Du möchtest, dass es besser wird und suchst aktiv nach Hilfe.
Ich sagte es zuvor schon und ich sage es wieder: Das ist mutig! Gib die Hoffnung nicht auf.
Sowohl die Idee bezüglich des Klinikaufenthalts als auch die Idee einer erneuten Therapie möchte ich unterstüzen. Ich weiß, mit beidem hast du keine guten Erfahrungen gemacht...aber ich glaube, es wäre
lohnenswert. Wenn du nur die Hoffnung nicht verlierst. Es ist mir bewusst, dass diese Prämisse wohl die Schwerste überhaupt ist. Glaub mir, ich weiß es. Aber...du hast schon so oft gekämpft und hast gesiegt. Kämpfe um die Hoffnung. Versuche zu glauben, dass es funktioniert. Bei jeder Therapie bist es am Ende du selbst, der dich rettet. Der Therapeut unterstützt dich nur dabei. Du ziehst dich aus dem Sumpf. Ich bin überzeugt, du wirst es schaffen, wenn du so hart kämpfst wie zuvor und gib nicht auf!
Ich weiß nicht, aus welchen Gründen du zuvor deine Therapien abgebrochen hast, doch ich kann nur appellieren: Selbst wenn es dir zwischendurch sinnfrei erscheint, selbst wenn du glaubst, es geht nicht bergauf. Zieh es durch. So schwer es ist. Zieh es durch. Versuch es. Der Tunnel ist lang und dunkel, aber am Ende wartet das Licht.

Eines vielleicht noch...
...ich hab auch deinen anderen Post bezüglich des Arbeitskummers gelesen und finde die Anregung wertvoll, dir intensiv Gedanken über eine Leidenschaft zu machen. Eventuell findest du auch etwas, was dir sehr am Herzen liegt, das du als Hobby zusätzlich betreiben könntest? Womöglich möchtest du dich künstlerisch ausdrücken, besorgst dir Farben und Leinwände und malst frei drauf los? Oder du schreibst einen Roman? Oder vielleicht bist du auch sehr tierlieb? Ich finde, Vierbeiner können grandiose Gefährten sein. Womöglich überlegst du dir, ob du ehrenamtlich (oder fest beruflich, wer weiß?) im Tierheim arbeiten möchtest oder du denkst ganz allgemein über die Anschaffung eines Haustiers nach. Vielleicht?

All dieses Geschreibsel ist sicherlich kein Masterplan und erst recht keine erschöpfende Antwort auf deine Frage, denn ich denke, diese wirst nur du dir im Letzten beantworten können. Aber...
...ich wünsche dir einfach alles Gute und viel, viel Kraft. Und Mut. Und Hoffnung. :knutroe:
BlackCoat
 

Re: Nicht gut: Meine Geschichte, meine Gesamtsituation.

Beitragvon WhiteFur » Mi. 28.06.2017, 09:32

Hallo BlackCoat!

Vielen Dank für deine Ausführliche Antwort und die lieben Worte!

In letzter Zeit habe ich es zumindest stückweise geschafft, mich zu öffnen.
Vor allem hier im Forum, aber ein bisschen auch im echten Leben.
Das hat schon mal einen Teil meiner Last von mir genommen.
Deshalb bin ich auch froh, hier zu sein.

Ich habe viel kämpfen müssen, ja, aber irgendwie kann ich nicht so recht stolz auf mich sein.
Ich denke schon, dass du recht hast, aber ich fühle es nicht so recht.
Trotzdem vielen Dank. :)

Ich schreibe auch gerne und viel.
Leider kann das manchmal auch bewirken, dass ich noch tiefer ins Loch stürze, wenn ich mich mit meinen Sorgen befasse, weil dann der ganze Schmerz kommt.
Auf der anderen Seite versuche ich immer alles zu verstehen und suche nach Antworten.

Ich habe als Kind sehr viel gelesen, aber länger kein Buch mehr in der Hand gehabt.
Kannst du mir welche empfehlen?

Ich bin leider voller Zweifel, Verwirrung und Unsicherheiten und mir fehlt auch der Mut.
Das hält mich davon ab, einen Schritt zu machen.

Ich habe tatsächlich schon ein bisschen gemalt, aber meistens nur, wenn es mir sehr schlecht ging.
Ich denke, ich habe einiges einschlafen lassen an Aktivitäten.

Ich habe ein Haustier: Eine ganz feine Katze. :)

Bin leider etwas unsicher.
Ich denke ich möchte vielleicht auch meiner Familie wieder näher kommen.
Mal sehen.

Ich danke dir auf jeden Fall für deine Antwort.

P.S.: Hast du mal unsere Nicknames verglichen? :mrgreen:
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Antwort

Beitragvon BlackCoat » Mi. 28.06.2017, 13:58

Hi, WhiteFur

Es ist vollkommen in Ordnung, unsicher zu sein und zu zweifeln.
Es ist kein leichter Schritt, den du da vorhast, und vielleicht ist da auch einiges an Angst dabei.
Ich könnte es jedenfalls absolut nachvollziehen. Aber du versuchst es ja schon, du gehst doch
bereits auf die Welt zu, indem du dich sowohl hier als auch im echten Leben öffnest und beispielsweise
deinen Hausarzt um Rat ersuchst.
Du suchst Lösungen und ich denke, dir schwirren bestimmt bereits viele Ideen im Kopf herum.
Ich würde dir so gerne irgendwie den Mut schicken, damit du sie verwirklich kannst. Denn ich glaube fest,
es lohnt sich den Unsicherheiten und Zweifeln entgegen zu treten. Niemand erwartet, dass sich alles von Heute auf Morgen ändert, Mut zu finden und festzuhalten ist schwer, aber ich wünsche mir so für dich, dass es gelingt und du der Angst forsch entgegen treten kannst. Ich wette darauf, dass das Potential dazu in dir steckt, denn nach allem, was ich gelesen habe, bist du eine Kämpfernatur.

Nun hast du ja angemerkt, dass du einiges an Aktivitäten hast einschlafen lassen.
Könntest du dir vorstellen, Manches davon wieder aufleben zu lassen? Es muss ja nicht sofort alles sein.
Vielleicht nimmst du wieder die alten Pinsel zur Hand?
Oder...du hattest mich ja um Buchempfehlungen gebeten. Ich empfehle meine Bücher immer sehr gerne weiter, ich schicke aber auch immer eine Warnung voraus, denn ich habe einen recht speziellen Geschmack.
Ich liebe philosophische und tiefgründige Texte, aber auch Obskures und Düsteres. Du wirst es ja gleich selbst sehen. Wäge immer bewusst ab, ob dir ein gewissen Buch zusagt oder nicht und ob es...förderlich...wäre. Wie geschrieben - mir hilft es oft zu lesen, wie Schriftsteller mein Empfinden in ihren fremden Texten aufgreifen. Manch Andere empfinden dies jedoch nicht wie ich als tröstlich, sondern als deprimierend. Nun jedenfalls...kommen wir zu den Büchern. :buch:

Besonders (nicht ausschließlich) für melancholische Momente geeignet:
Hermann Hesse - der Steppenwolf (ein wirklich inspirierender Roman, den ich dir nur wärmstens ans Herz legen kann)
Michael Ende - der Spiegel im Spiegel, ein Labyrinth (das ist eine Sammlung surrealistischer Kurzgeschichten und getragen von einer gewaltigen Metaphorik und Symbolik. Der wahre Gehalt einer Geschichte lässt sich lediglich zwischen den Zeilen erfassen. Ich persönlich liebe es, ich liebe Michael Ende...eigentlich alles von ihm...)
Michael Ende - Gefängnis der Freiheit (Oder zum Schmökern zwischendurch, weil es einfach immer schön ist: Die unendliche Geschichte oder Momo)
Pascal Mercier - Nachtzug nach Lissabon (eines meiner Lieblingsbücher, welches mich durch mein halbes Leben begleitet)
Adelbert von Chamisso - Peter Schlemihls wundersame Geschichte

Etwas leichtere Kost für die Tiefs des Lebens:
Joachim Meyerhoff - Alle Toten fliegen hoch, Teil 1 und 2 (man ist hier nicht gezwungen, die Bücher chronologisch zu lesen, kann zum Beispiel auch durchaus mit dem zweiten Band anfangen. Ich fand beide göttlich, den zweiten hatte ich allerdings noch etwas lieber als den ersten ^^)
Jennifer Niven - All die verdammt perfekten Tage (meiner Ansicht nach wunderschön geschrieben und trotz der Thematik unglaublich lebensbejahend, aber...wie soll ich sagen? Die Protagonisten sind recht jung. Ich würde dieses Buch zwar niemals in die Teenie-Ecke stellen, manche könnten sich aber am schlichten Alter der Protagonisten sowie dem teilweise schulischen Kontext stören)
Ned Vizzini - Eine echt verrückte Story
Kerstin Gier - Für jede Lösung ein Problem (Das Cover dieses Buchs ist alles andere als ansprechend, es sieht nach Groschenroman aus und auch die Geschichte hört sich auf den ersten Blick nach Groschenroman an, aber: Kerstin Gier schreibt so wunderbar sarkastisch und authentisch, dass man diesen Roman einfach lieben muss!)

Und Bücher zum sonstigen Lesegenuss:
Stephen King - The Green Mile
Nancy H. Kleinbaum - Club der toten Dichter
Hans Rath - Und Gott sprach: Wir müssen reden! (Ein sehr geistreiches, süßes Buch)
Malcolm McNeill - der Wald der träumenden Geschichten
Leonie Swann - Dunkelsprung
Jonathan L. Howard - Johannes Cabal, das Institut für Angst und Schrecken
Neil Gaiman - American Gods
Anthony Ryan - Das Lied des Blutes

Falls es auch schöne Kinderbücher sein dürfen...ich liebe ja märchenhafte Geschichte...
Antoine de Saint-Exupéry - der kleine Prinz
Astrid Lindgren - die Brüder Löwenherz

So, das war's fürs Erste.
Ich verbleibe mit schönene Grüßen - an dich und deine feine Katze ;)
Und wünsche dir alles, alles Gute!

P.S.: Die Nicknames...ja :chitchat:
BlackCoat
 

Re: Nicht gut: Meine Geschichte, meine Gesamtsituation.

Beitragvon WhiteFur » Fr. 07.07.2017, 20:53

Tut mir leid, dass ich erst so spät antworte.

Ich habe zur Zeit viele Dinge im Kopf, die mich beschäftigen, viele sind weniger lustig.

Ich wollte dir nur danken, dass du dir so viel Mühe mit deiner Antwort gegeben hast.

Ich habe mir vorhin Bücher von Watzlawik und Busch bestellt, das hat mich schon länger interessiert.
Vielleicht fange ich jetzt endlich mal wieder an zu lesen.

Deine Vorschläge werde ich mir natürlich merken.

Zum Rest kann ich leider momentan nicht viel sagen, da sich bei mir derzeit viel ändert.
Vieles bessert sich in letzter Zeit aber auch.

Liebe Grüße,
WhiteFur
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