Was soll ich tun?

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Was soll ich tun?

Beitragvon phoebe » Di. 10.01.2017, 22:10

hallo alle miteinander. ich bin 20 jahre alt und das ist das erste mal das ich einen beitrag in einem forum schreibe. ich weiss nicht ob ich hier richtig bin, falls nicht, entschuldigt bitte.

meiner oma (91 jahre alt) geht es seit einigen jahren sehr schlecht, sie hat gute tage, diese sind mittlerweile allerdings fast gar nicht mehr vorhanden. sie hat ungeheure probleme mit ihrer hüfte, wurde auch schon operiert, hat sich nicht gebessert. sie kann sich kaum bewegen, liegen, sitzen, alles bereitet schmerzen die sie mittlerweile auch durch medikamente nicht mehr angemessen in den griff bekommt. sehen kann sie auch nicht mehr richtig, vor drei jahren hat sie copd bekommen (hat nie geraucht) und wäre letztes jahr fast an wasser in der lunge erstickt. sie war immer mal wieder im krankenhaus, aber wirklich geholfen hat ihr das nicht. meine oma war immer ein unglaublich aktiver mensch und ist bis vor 6 Jahren regelmäßig fahrrad gefahren, liebte klavierspielen. alles was sie früher gerne tat kann sie heute nicht mehr machen und vegetiert (anders kann man es nicht nennen) nur noch vor sich hin und das schon seit gut einem jahr. sie gilt trotz alledem nicht als pflegebedürftig, weil sie bis jetzt noch einigermaßen gut allein in ihrer wohnung klar gekommen ist (dabei interessiert es wohl auch nicht das sie alleine fürs anziehen 2-3 stunden braucht). sie hat schon oft gesagt das das leben in ihrer jetzigen (sich seit jahren nur verschlimmernden) Verfassung nicht mehr lebenswert ist - und mal ehrlich, wer würde das nicht so empfinden? außerdem sagt sie oft das sie sich am liebsten das leben nehmen würde, aber angst hat das es schief geht und sie am ende noch schlimmer dran ist als bisher, wozu nicht mehr wirklich viel fehlt. das alles belastet natürlich nicht nur mich sondern auch meinen vater unheimlich. meine oma wohnt nicht in der selben stadt wie wir, sondern in seiner heimatstadt (meine tante wohnt dort auch, wir haben allerdings nie wirklich einen Draht zueinander gehabt und wir sehen uns vielleicht 1 mal im jahr). mein vater fährt sooft es möglich ist zu ihr, kann ihr aber natürlich auch nicht helfen und es macht ihn natürlich fertig seine mutter so zu sehen. ich weiß nicht wirklich wie ich mit dieser situation umgehen soll. das man nichts tun kann und wir alle einfach nur abwarten können bis sie endlich erlöst wird will ich einfach nicht akzeptieren. es muss doch irgendetwas geben um ihr zu helfen.

vielleicht hat jemand ähnliches erlebt oder kann mir ratschläge geben wie ich mit dieser situation umgehen soll.
phoebe
 

Re: Was soll ich tun?

Beitragvon Ruby » Fr. 13.01.2017, 13:35

Hallo phoebe,

ich kann mir sehr gut vorstellen, wie hilflos Du Dich im Bezug auf das Wohlergehen Deiner Oma fühlst. Meine eigene Oma hat bis 90 ihre eigene Wohnung unterhalten. Mit 91 ist sie dann in ein Altersheim. Und dann ging es ziemlich schnell. Mit 92 ist sie aufgrund von Wasser in der Lunge an einer schweren Lungenentzündung erkrankt und gestorben. Meine Oma war mir immer wichtiger, als meine Mutter. Mein Verhältnis zu ihr war viel inniger. Ich hätte sie mir gerne als Mutter gewünscht. Dementsprechend schwer war es für mich, als sie nicht mehr da war. Ich habe erst nach ihrer Beerdigung erfahren, dass sie gestorben ist. Ich konnte mich von ihr noch nicht einmal gescheit verabschieden.

Und hierzu möchte ich Dir gerne einen Ratschlag geben. Versuch noch möglichst viel Zeit mit Deiner Oma zu verbringen. Denn diese Zeit wird Dir für immer gehören. Vielleicht hast Du ab und zu Gelegenheit, mit Deinem Vater zu ihr zu fahren.

Wenn meine Oma noch leben würde, dann würde ich ihr viele Fragen zu ihrer Vergangenheit stellen. Alte Menschen reden oft gerne über ihr Leben. Das lässt sie hin und wieder auch in angenehmen Erinnerung schwelgen und manchmal das Leiden kurzzeitig vergessen.

Leider ist es so, dass das Leben nicht wirklich gerecht ist. Viele Menschen leiden im Alter. Die wenigsten Menschen schlafen einfach friedlich ein, wenn sie sterben. Oftmals haben sie ein jahrelanges Leiden vor sich. Wir Angehörigen sind da oftmals ziemlich hilflos. Eigentlich können wir nur für sie da sein, ihnen zeigen, wie lieb wir sie haben und wie wichtig sie für uns sind.

Ich wünsche Dir viel Kraft, liebe phoebe,

lieben Gruß
Ruby
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