Ich ertrag das alles nicht mehr

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Ich ertrag das alles nicht mehr

Beitragvon noc » Mo. 28.11.2016, 15:22

Hey, ich weiß gar nicht wie ich anfangen soll.
Hab schon ewig diese negativen Gedanken und Gefühle und heute sind sie mal wieder auf einem besonderem tief. Ich fühl mich so wertlos und überhaupt nicht wahr oder ernst genommen egal wo oder von wem. In der Arbeit gibt es nur Probleme, aber sie zu wechseln ist für mich fast unmöglich weil ich furchtbar introvertiert bin und social anxiety habe und ich glaube auch nicht dass es woanders besser wird. Ich komm mit Menschen nicht klar, ich versteh sie nicht ich versteh ihr Verhalten nicht, ich versteh nicht wie sie manche Dinge tun können, wie sie ohne mit der Wimper zu zucken einen so belügen können oder einem das blaue vom Himmel versprechen obwohl sie nie vorhatten es zu tun. Ich denke so nicht nur wegen persönlicher Erfahrung sondern auch weil ichs immer wieder bei anderen mitbekomme. Es wird nur noch gelogen und betrogen, überall hört man nur noch leere Worte und jeder ist nur noch auf das eigne wohl aus egal ob er damit jemand verletzt oder nicht. Ich Ertrag diese Gesellschaft nicht mehr in der das alles akzeptiert und hingenommen wird und in der die welche sich wie die größten Arschlöcher verhalten und am lautesten schreien einfach alles bekommen und ihr Verhalten auch noch belohnt wird. Ich ertrags wirklich nicht mehr. Dazu kommt dass privat auch alles nur miserabel läuft. Mit meiner Mutter streite ich nur noch, unter meiner Familie fühle ich mich fremd und die Person die sagt sie liebt mich denkt nur an sich selbst und verletzt mich ohne Ende und ich hör von ihm nur dass er eben so ist und ich muss es hinnehmen. Gestern habe ich mich wegen der Sache wieder selbstverletzt, ich tu es selten und bin da eigentlich auch vernünftig aber es war einfach zu viel und ich habe mich dafür verflucht dass ich so ein Feigling bin. Was gestern war, ich möchte nicht zu sehr ins Detail gehen aber es ging darum dass mir etwas sehr wichtig war und er meinte es ist ok wenn ich das tue, ich war so glücklich und könnte es kaum glauben, habe extra nochmal nachgefragt ob wirklich und ihm gesagt dass ichs nicht ertragen werde wenn er dann doch nein sagt, er hat mir versichert dass es ok ist. Tage lang habe ich an der Sache gearbeitet, mir Gedanken gemacht. Gestern schreibt er mir eine riesen lange Nachricht in der er mir sagt dass er es nie wirklich vor hatte und es nur gesagt hat damit ich nicht gehe. Ich habe erstmal nur geweint und geschlafen um es zu vergessen. Um fast 0 Uhr bin ich dann doch mal auf und wir haben geredet und alles was von ihm kam hat mich nur mehr und mehr wie ein wertloses Stück Dreck fühlen lassen. Er redet von Liebe und tut mir sowas an, er wußte wie wichtig es mir ist, wie viel Arbeit ich hineinsteck aber ihm ging es nur um sich. Ich komm mir so dumm und naiv vor dass ich wirklich dachte er meint es ernst, dass ich wirklich dachte ich wäre jemand was wert, dass ich wirklich dachte ich wäre gut genug und dass ich doch wirklich dachte jemand würde mich ernsthaft lieben. Ich weiß wirklich nicht mehr weiter, ich möcht nur in meinem Bett liegen und schlafen und mich mit nichts mehr beschäftigen müssen. Es ist nicht nur das, alles, die Gesellschaft, die Arbeit, er, meine Mutter der ich nichtmal mehr so viel wert bin dass sie an meinem Geburtstag, Weihnachten oder Silvester hier ist und die Tage mit mir verbringt. Neben meiner Feigheit ist nur noch meine Katze das einzige was mich am Leben hält.
Ich war übrigens schonmal bei einem psychologen aber alles wurde nur schlimmer und meine social anxiety hält mich auch eher von ab nochmal diesen Schritt zu gehen.

Tut mir leid das ist furchtbar lang geworden und evtl mit Fehlern da ich gerade in der Arbeit am schreiben bin.
noc
 

Re: Ich ertrag das alles nicht mehr

Beitragvon Smetana » So. 08.01.2017, 12:15

Hallo,
ich bin grad zufällig auf Deinen Beitrag gestoßen, der mich sehr berührt hat.
Ich kann wirklich gut nachvollziehen, wie es in Dir aussieht. Soweit ich das anhand Deines Textes beurteilen kann, gibt es unglaubliche Parallelen zwischen Deinen und meinen Erfahrungen. Ich weiß nicht wie alt Du bist, ich schätze so um die 20, vielleicht +- 2 Jahre?! Spielt allerdings nicht wirklich eine Rolle. Der Grund weshalb ich Dir antworte ist, dass nicht wirklich jemand bisher meiner Wahrnehmung so ähnlich war. Und leider glaube ich zu wissen, dass Du Dich seelisch auf sehr dünnem Eis bewegst. Das kann äußerst böse enden. Ich hätte damals viel gewonnen, wenn mir jemand zu meinem Weltbild, meinen "Problemen" etwas hätte raten können. Etwas, das mich fühlen lies doch nicht allein auf diesem Planeten zu sein. Oder einfach krank im Kopf. Ich sah es ähnlich wie Du und es richtete mich zu Grunde. Von etwa 16 bis 23 Jahren durchlief ich meine eigene Hölle aus der mir kein Ausweg schien. WO war der Fehler? Bei mir? So musste es ja sein. Vertrauen zu mir Selbst, mein Hund, Musik und eine dicke Portion Hoffnung ließen mich atmen. Aber mehr auch nicht. Ich wollte bloß schlafen, irgendwann sterben, all das nicht mehr ertragen müssen. Ich wollte die "Hilfe" meiner Mitmenschen nicht. Nicht Ihre "Liebe". Dabei ersehnte ich sie so sehr. Die Vorstellung die ich von Liebe hatte. Ich konnte die Menschen nie wirklich akzeptieren, weil ich mir vorkam wie auf einem billigen Maskenball auf dem ich als einzige keine Maske trug. Heuchler, Schwätzer, Egoisten... Trugbilder. Hier und da natürlich auch nette mit guten Absichten, aber dennoch... Sie blieben so oder so für mich ungläubige Selbstdarstellungen Ganz gleich, wer hier nun wirklich dem Irrsinn verfallen war. Ob sie odeer ich. Nun, heute bin ich 30... es ist viel passiert, viel Verrücktes, noch mehr Erkenntnisse über menschliche Wiederwärtigkeiten, Ihrer Dummheit. Aber auch Verständnis was deren Leben betrifft, sowie viel Erkenntnis über mein eigenes. Die Hölle ist durchwandert. Die unerträgliche Leere weg.
Ich würde gerne weiter drauf eingehen, aber zum einen würde ich hier einen endlosen Text verfassen müssen, den ich garnicht mit jedem Teilen möchte. Zum anderen weiß ich ja garnicht, ob Du es noch lesen würdest. Erreicht Dich mein Beitrag, so antworte doch und vielleicht finden wir eine möglichkeit uns privat auszutauschen, sofern Du das möchtest. Falls nicht, kann ich nur raten, Deine Situationen von außen her zu analysieren. Logisch. Systematisch. Klug. Bleiben Deine ..."Abneigungen" deinen Mitmenschen gegenüber, versuche sie zu tollerieren, sie müssen nichts mit Dir gemeinsam haben. Bleibe trotzallem offen für die Menschen. Höre Musik. Beschäftige Dich mit Poesie, Philosophie. Es gibt viele großartige Künstler bei denen Du Dich wiederfinden kannst. Tiefgründige Musik erreicht unsere Herzen. So fühlt man sich doch nicht ganz so allein und "anders" in dieser verrückten Welt. Lasse Dich nicht von Menschen quälen, die eh nichts von Dir begreifen, löse Dich emotional von dem, was Dir nicht gut tut. Es gibt da draußen, den guten Kern. Nur befindet der sich grad einfach nur nicht in Deiner Nähe. Jedenfalls nicht dieser, der Deinen Ansprüchen wohl genügen könnte. Konzentriere Dich auf positive Dinge, auf das was Du magst. Auf Deine Katze...
Die Menschen sind wie sie sind und daran wird sich auch nichts ändern. Aber es gibt viele Nadeln im riesigen Heuhaufen. Ich konnte mir nur selbst helfen, kein Angehöriger, kein Freund, kein Psychologe löste mein Problem. Sicher, sie konnten mich unterstützend begleiten. Doch wie schon erwähnt, letzten endes blieb es wie es ist. Nur ich, konnte lernen mit meinen Eindrücken umzugehen, das konnte mir niemand erklären. Es ist schwer und ich glaubte so oft, keine Kraft mehr zu besitzen. Mehr und mehr. Doch glaube mir, man ist sich seiner wahren Stärke nicht bewusst. Vielleicht schätze ich Dich auch völlig falsch ein und meine Worte bringen Dir rein garnichts, dennoch ist ein Versuch es doch allemal wert... Aber bedenke, das alles ist nur meine Sicht der Dinge...

Ich kenne Deinen Musikgeschmack natürlich nicht, dennoch hier eine kleine Auswahl von meinen "Helfern" ;))
Vielleicht gefallen sie Dir.

Mumford and Sons - After the Storm
DonMclean - Streets of London
Eddie Vedder - Society; Guaranteed
Gary Jules - Falling awake
Lifehouse - Storm
Hannes Wader - Traum vom Frieden; Uns bleibt keine Wahl;
Bettina Wegner - Gebote
Smetana
 


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