Mein Leben..grausamen Leben..leidendes Leben

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Mein Leben..grausamen Leben..leidendes Leben

Beitragvon Insane1996 » Do. 28.09.2017, 20:04

Ich wollte schon immer weg. Ich weiß nicht mal mehr wann es angefangen hat. Und mit 18 bin ich weg gegangen. Ich habe mir meinen größten Wunsch erfüllt, auch wenn für diesen Traum vieles stehen bleiben musste. Aber ich bin dennoch nicht so weit weggegangen, wie es am liebsten wär..nämlich bis ans andere Ende der Welt. Und selbst das wär nicht weit genug gewesen. Denn im Grunde meines Herzens weiß und wusste ich immer schon, dass ich eine Gefangene meiner Selbst war und bin. Immer noch.

Nun warum kam es soweit? Warum bin ich so geworden? Warum musste es so kommen?

Mein Leben war irgendwie schon immer zum Scheitern verurteilt, auch wenn ich dagegen immer noch versuche anzukämpfen. Reden fällt mir schwer, deswegen schreibe ich. Es ist irgendwie immer wieder gegen eine schlechte Note anzukämpfen und man schreibt den Test immer wieder, der es ändert sich nichts. Egal wie sehr du dich bemühst. Alles was du tust, scheitert an dir selbst. Wenn man sich noch mehr anstrengt, wird es immer schlechter. Man versucht sich alles aus dem Kopf zu ziehen, doch das funktioniert nicht. Man ist ein Mensch. Und diese Blockade und innere Erstarrung bleiben.

Schon in meiner jungen Kindheit, ich habe da nur noch Bruchstücke von Erinnerungen, so wie ein Filmriss, war mein Leben so. Meine Eltern nur am streiten, mein Vater am schlagen bei jedem Fehler und bei jeder noch so kleinen Unverständlichkeit. Irgendwann Vater weg, Mutter alleine mit drei Kindern. Ich habe es nie verstanden, niemand hat je etwas erklärt, aber die Umstände machten es auch nicht nötig etwas zu erklären.

Auch als wir ins Heim kamen. Es war einer der schönsten Lebensabschnitte, auch wenn ich bei manchen Betreuern nur Unverständnis erhielt. Ich konnte so sein wie ich bin. Aber auch wenn ich da Fehler machte, bekam ich später Ärger von meinen Vater, was mich wieder erstarren ließ. Jedes Mal war es so. Und als wir zu ihm zogen war es ja auch so. Ich habe noch mehr Gewalt und seelische Demütigung erhalten. Ich war immer das schwarze Schaf. Meine Geschwister haben mich nur aufgezogen und ausgelacht, gemobbt. Ich war nie wegen all dem fähig Freundschaften einzugehen. Jeder meiner Geburtstage war deswegen immer und immer wieder ein Haufen scheiße. Ich freue mich und erfahre wieder Leid an diesem eigentlich besonderem Tag.

Später wurde es noch schlimmer. Ich wurde nur gemobbt, nicht gemocht, manipuliert und mehr noch. In der Schule nur wenig Freunde wenn überhaupt. nMir wurde ziemlich schnell klar, dass ich auch da niemanden trauen konnte. Wegen Kleinigkeiten hab ich zu Haus auch Ärger bekommen und ich wollte nur ungern nach Haus. Selbst die Freundin meines Vaters war zynisch zu mir. Wär besser ein Junge geworden und so weiter. Ich hab so gern gesungen und seitdem sie herablassend darüber gelacht habe, habe ich nie wieder vor jemandem singen können.

Wenn ich mich nicht "gut genug gewaschen" hatte, drohte mein Vater sonst kommt er und wäscht mich. Ich habe ihn gehasst. Ihn und einfach jeden. Ich musste immer Musik hören sonst hätte ich das alles nicht ausgehalten. Irgendwann bin ich zu meinem Freund abgehauen. Wir hatten eine Fernbeziehung. Auch das versuchte er zu vereiteln. Bin dann aus freiem Willen wieder ins Heim. Jugendamt wollte mir ja nicht glauben.
Selbst mancher Erzieher dort war nicht ok. Einer sagte mir ich könne froh sein noch zu leben. Weil mein Vater ja Moslem ist. Dachte ich mir auch meinen Teil dazu.

Dort erfuhr ich endlich durch meine sture Art was meine Mutter für eine Krankheit hatte. Ich war geschockt. Dennoch war es kein Grund sie nicht zu sehen. Heimlich natürlich.

Mit 18 endlich weg, nach immer schlimmer werdenden Problemen in der Schule und mit den Menschen. Meinen Vater wollte ich im Heim schon nicht sehen und versuchte ihn immer abzuwimmeln. Er wollte verhindern das ich gehe, doch geschafft hat er es nicht. Und nach zwei Jahren begann ich endlich wieder meine Freunde und Familie zu vermissen. Und jetzt opfere ich immer meinen Urlaub um dahin zu gehen. Und doch wird mir manchmal dort klar vor Augen geführt warum ich weg gegangen bin und nicht wiederkehren kann. Aber kann ich wirklich nicht wiederkehren nach so langer Zeit, nach so viel Schmerz und so enttäuschenden Leistungen. Natürlich kann ich und will es. Aber ist es richtig? Vor allem wenn ich immer noch so leide nach der langen Zeit? Obwohl so viel passiert ist? Ich meine wir sind eine Familie und so wird es auch immer bleiben.

Immer noch und immer stärker verschließe ich mich, vertraue keinem, knüpfe keine Kontakte aus Angst vor Verluste, ich bin nett aber sobald es um engere Kontakte geht habe ich es schwer. Krampfhaft versuche ich irgendwelche unbedeutende Gespräche am laufen zu halten. Ich habe viel zu erzählen aber bringe kein Wort über die Lippen. Ich rede mir immer ein, dass es sie nicht interessiert. Also schweige ich. Darin bin ich gut. Das ist so ziemlich das Einzige. In dem ich gut bin. Ich hab zu viel Gefühle um überhaupt alles aufzuschreiben. Also lasse ich es lieber.

DAs war es nur so mal grob. Ausführlich würde ich ein Buch schreiben.

Danke fürs lesen, wenn ihr es denn lest und solange aushält. Was denkt ihr wie ich all das überwinden kann? Das Leben zu überwinden ist keine leichte Aufgabe.
Wenn Gott für uns ist, wer kann da noch gegen uns sein? -Römer 8,31

Ich dachte jetzt geht es aufwärts, jetzt wird alles gut, doch jedes Mal wache ich auf und schmecke dieses Blut

In jedem Mensch den du kennst, steckt ein Mensch den du nicht kennst.
Insane1996
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