Einigen Gedanken etwas Luft machen

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Einigen Gedanken etwas Luft machen

Beitragvon Olli » Fr. 15.09.2017, 18:57

Ich möchte an dieser Stelle mir auch etwas von der Seele schreiben. Ich bin im Moment in der Abschluss- Prüfungsphase an einer höheren Fachschule. Viele verschiedene Umstände und Einflüsse haben dazu geführt, dass ich grosse Bedenken bezüglich der schriftlichen Prüfungen habe. Das sind volle drei Tage, an denen sehr viel geprüft wird. Leider konnte ich mich aufgrund einiger Probleme/Motivationsprobleme nicht so gut vorbereiten wie ich das gerne hätte.

Ich hatte heute ein Gespräch, aus dem ich einerseits mit guten und andererseits mit gemischten Gefühlen kam. Der Gedanke war die Prüfungen zu verschieben um in einem halben Jahr besser vorbereitet zu sein. Mir wurde jedoch geraten es einfach zu versuchen und dann einzelne Prüfungen zu wiederholen, falls ich etwas nicht bestehe.

Im Moment bin ich wieder gedanklich bereit dazu, doch das kann von Stunde zu Stunde kippen. Es sind nur noch wenige Tage um mich vorzubereiten und ich bin echt ratlos, wie es weitergehen soll. Auch beruflich weiss ich noch nicht wie es weitergehen wird. :(
Olli
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Re: Einigen Gedanken etwas Luft machen

Beitragvon loner » Sa. 16.09.2017, 13:18

Hallo Olli,

Mir ging es schon oft sehr ähnlich. Auch ich stecke im Moment in der Prüfungsphase und kenne den Druck und die Angst.
Mein erster Rat ist, zu überdenken, was zu viel für dich ist. Vielleicht ist es die Masse an Prüfungen, die dir die Motivation rauben und du nicht weißt wo du anfangen sollst. Setz dir Prioritäten. Welche Prüfung willst du wirklich unbedingt jetzt schon bestehen, weil dir die Thematik Spaß macht oder dir das Fach wichtig ist, oder es ein Pflichtkurs ist usw. und bei welcher Prüfung wäre es vielleicht okay, die einfach nachzuholen oder wo du sagst, dass du nun eh nicht mehr dich so drauf vorbereiten kannst, dass du die Note bekommst, die du willst. Konzentriere dich eben zuerst auf die Prüfungen, die dir besonders wichtig sind.
Fühlst du dich mit deinem Studium unterfordert? Überfordert? Das ist auch eine wichtige Frage. Denn wenn du dich unterfordert fühlst, dann ist es genauso schwer sich zu motivieren. Frag dich auch, wie sehr dir dein Studium Spaß macht, oder ob du dich umorientieren solltest, was Wahlfächer angeht oder gar das Studium.
Ich habe auch erst das falsche Studium gewählt, war völlig unterfordert und hatte einfach keine Lust drauf. Weder dahin zu gehen, noch irgendwas dafür zu tun. Ich habe dann ein neues Studium begonnen, das deutlich merh meine Interessen weckt und ich mich entsprechend anstrengen muss, um zu verstehen. Ich bin dadurch viel motivierter, denn der Mensch braucht die "entsprechende Anstrengung", um Gefallen zu finden, denke ich. Ich weiß erst im Nachhinein, dass ich mein altes Studium deswegen so doof fand und meine Noten sind jetzt auch viel besser.
Falls es sich um die allerersten Prüfungen überhaupt an dieser Schule handelt, kann ich dir auch sagen, dass man sich meist mehr sorgt als nötig ist. An Universitäten ist es jedenfalls meist so (zumindest in meinem Bereich), dass man schon sehr viel abwesend gewesen sein muss und nichts verstanden haben muss, um durchzufallen.

Hoffe, das hilft dir alles zumindest ein wenig.

Was anderes noch: Es kann manchmal auch an der Lerntechnik liegen. Du musst es schaffen in den "flow" zu kommen. Das geht am besten, wenn man Handy und andere Ablenkungsmöglichkeiten gar nicht erst neben sich liegen hat. Und sich bei jeder Ablenkung zwingt, sich erneut richtig zu konzentrieren. Dann kommst du da irgendwann rein und das Lernen geht wie von selbst.

Lg
Wie einfach wäre das Leben, wenn sich die unnötigen Sorgen von den echten unterscheiden ließen. (Karl Heinrich Waggerl)
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Re: Einigen Gedanken etwas Luft machen

Beitragvon Olli » Mo. 18.09.2017, 21:57

Danke, du hast so viele gute Gedanken niedergeschrieben, ich weiss gar nicht, wo ich anfangen soll. Es handelt sich übrigens um Abschlussprüfungen...

Ich fange mal generell an. Ich bin eigentlich von den Inhalten her nicht überfordert. Die Dinge, die ich mache, werden auch gut. Zum Beispiel hatten wir ein Klassenprojekt, in dem wir einen Anlass durchgeführt haben, das war sehr gut. Und die Diplomarbeit mit zwei Mitschülerinnen ist auch gelungen. Von den Fächern bin ich auch recht schnell drin, wenn ich mich mit dem Thema beschäftige. Doch wie heisst es so schön? "

Wenn das Wörtchen wenn nicht wär'"

Ich war mich eigentlich noch nie gewohnt richtig und regelmässig zu lernen. In den ersten Klassen hatte ich immer die besten Noten und habe so gut wie nie gelernt und meine Eltern waren da überhaupt nicht streng. Dann gingen die Noten etwas runter und ich musste immer noch nicht lernen. Hausaufgaben habe ich jeweils gemacht, aber das hat Stunden gedauert. Immer wieder weglaufen, unterbrechen etc. In der Oberstufe war ich jedoch sehr schlecht in der Schule. Lehre habe ich dann allerdings mit einem guten Schnitt bestanden. Matura nachgeholt und hatte keine ungenügende Note. Doch auch dort habe ich nur das Minimum gemacht. Kein Plan, wie ich das geschafft habe. Jetzt bin ich aber noch an einer höheren Fachschule und wundere mich auch hier, wie ich es bis ins letzte Semester geschafft habe mit lediglich einer ungenügenden Note.

Das letzte Semester war aber vom Inhalt recht gross und so habe ich meine ganze Kraft auf das bereits erwähnte Projekt und die Diplomarbeit aufgewendet. Nicht nur wegen mir, sondern auch, weil bei beidem die Noten andere auf dem Spiel gestanden wären, wenn ich was in den Sand gesetzt hätte.

Beim restlichen Stoff habe ich ausser Aufmerksam im Unterricht mitarbeiten so gut wie nichts gemacht. Und vor mir stehen 3 Tage schriftliche Prüfungen. :shock: Sind zwar sog. "open book" und Material hab ich, aber man hat doch einen grossen Zeitdruck. Das wenige Lernen und Vorbereiten unterscheidet sich leider bei meinem 35 Jahren kaum vom "Lernen" in der Kindheit. Ständig weglaufen, youtube video, mal ne Runde zocken, TV an, wieder zurück zum lernen etc. Von daher denke ich, dass ich nicht viele Tests überhaupt bestehen werde. Aber ich muss das wohl durchziehen, nur so sehe ich, wo ich stehe.

Auch wenn ich, wie gesagt, kurz vor dem Abschluss stehe, bin ich sehr froh um deinen Input. Der Blick von Aussen hilft immer und so habe ich eigentlich (wieder?) mal an den Ursprung dieses Problems gedacht. Oder was ich denke, der Ursprung sein könnte.
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